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07.01.2026

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Segel für den Ozean

Forschungszentrum in Kiel von Staab Architekten


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Wir berichteten bereits über mehrere Neubauten der Helmholtz-Gemeinschaft: über Zentren für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, für Gesundheit und Umwelt in München oder über einen Teilchenbeschleuniger in Darmstadt. Die thematische Spannweite reicht damit von planetaren Prozessen bis zur medizinischen Grundlagenforschung, umfasst also große Zukunftsfragen unserer Zeit. In Kiel wurde nun das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung erweitert. Staab Architekten (Berlin) realisierten dafür einen Neubau mit einer Bruttogrundfläche von rund 33.400 Quadratmetern.

Kiel ist seit dem späten 19. Jahrhundert ein zentraler Ort der Meeresforschung. Von hier starteten bedeutende Expeditionen, etwa die Plankton-Expedition von 1889. Nach der Gründung verschiedener Institute und Labore entstand 1987 schließlich das Geomar. 1996 folgte der bestehende Forschungsbau von Kleine + Assoziierte (Hannover) am Ostufer der Schwentine. Den nicht-offenen Wettbewerb für dessen Erweiterung entschieden Staab Architekten 2012 für sich.

Der Neubau befindet sich unmittelbar neben dem Bestand, führt dessen Baukanten fort und übernimmt in etwa dessen Grundfläche. Statt eines kompakten Baukörpers staffelten ihn die Architekt*innen in fünf unterschiedlich proportionierte und hohe Gebäudeteile mit bis zu sechs Geschossen. Zusammengehalten werden sie von einem gemeinsamen Sockel aus Cortenstahl, dessen Farbigkeit an die umliegenden Ziegelbauten erinnern soll. 

Vier der fünf Volumen nehmen die Forschungsbereiche auf. Die Grundrisse folgen einem funktionalen Raster, das immer wieder durch kleinere Lichthöfe aufgelockert wird. Insgesamt beherbergt der Neubau 166 Labore und 18 Klimakammern, rund 500 Forschende finden hier Platz. Die Fassaden der Forschungsvolumina sind aus Metall gefertigt und dreieckig gefaltet. Über den Bandfenstern fungieren sie zugleich als Sonnenschutz – eine Gestaltung, die von den Architekt*innen als Segelassoziation benannt wird. 

Der zweite Körper von der Ostseite hebt sich sowohl programmatisch als auch gestalterisch ab. Hier zieht sich der Cortenstahl bis in die oberen Geschosse und markiert den Haupteingang. Neben Gemeinschafts- und Veranstaltungsflächen ist in diesem Teil auch eine öffentlich zugängliche meereswissenschaftliche Bibliothek untergebracht. 

Ergänzt wird das Ensemble durch ein Probenlager mit integriertem Parkhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dessen Fassade aus vertikal geschupptem, hellgrauem Streckmetall gibt sich deutlich technischer und ordnet sich funktional dem Forschungsbetrieb unter. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens beliefen sich auf rund 140 Millionen Euro. Finanziert wurde es zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Schleswig-Holstein. (gk)

Fotos: Marcus Ebener


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Probenlager mit Parkpalette

Probenlager mit Parkpalette



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