Gemeinschaft und Sicherheit
Förderschule und Internat von Anttinen Oiva Architects in Westfinnland
Idyllisch in einem Kiefernwald am Rand der westfinnischen Gemeinde Jakobstad gelegen, soll die Reformschule Lagmansgården Jugendlichen mit Förder- und Betreuungsbedarf eine sichere Wohn- und Lernstätte bieten. Die sonderpädagogische Einrichtung verbindet Pflege, Bildung und Rehabilitation. Sie entstand im Auftrag des staatlichen Immobilienunternehmens Senate Properties. Geplant wurde das Projekt von Anttinen Oiva Architects aus Helsinki in Folge eines 2020 entschiedenen Wettbewerbs.
Der Komplex umfasst eine als Riegel ausgeführte Schule und ein abgewinkeltes Wohnheim mit 20 Zimmern. Laut Architekt*innen inspiriert von der Bautradition der umliegenden Provinz Österbotten sind beide Baukörper als schlichte, eingeschossige Holzbauten mit ausladenden Dächern aus Stehfalzblechen errichtet. Sie rahmen einen zur Seite offenen Innenhof, der mit Spielbereichen und Fitnessgeräten ausgestattet als Campusmittelpunkt fungiert.
Beim Entwurf bezogen die Architekt*innen außerdem Forschungsergebnisse des Finnischen Instituts für Gesundheit und Soziales (THL) zur ganzheitlichen Gestaltung von Einrichtungen der Jugendhilfe ein. Sie setzten insbesondere auf eine enge Verbindung von innen und außen sowie eine räumliche Struktur, die Gemeinschaftsbildung und Sicherheitsgefühl unterstützt. Die diesbezüglich in Lagmansgården gewonnenen Erkenntnisse sollen perspektivisch in die Weiterentwicklung des vom THL entwickelten Konzepts einfließen.
Konstruiert sind beide Bauten aus Brettsperrholz und Holzrahmenelementen. Die Holzfassaden charakterisieren sich durch eine vertikale Lattung, große verglaste Öffnungen lassen zu allen Seiten Ein- und Ausblicke zu. Auch in den Innenräumen dominieren Holzoberflächen. Ergänzt durch eine Möblierung in gedeckten Farben entsteht ein ruhiger und klarer Raumcharakter, der therapeutisch wirken soll. Schüler*innen und Mitarbeitende waren an der Gestaltung des Interieurs beteiligt, schreiben die Architekt*innen.
Das Wohngebäude ist in vier Cluster unterteilt, deren jeweiliges soziales Zentrum ein Aufenthalts- und Essbereich mit Blick in den Wald bildet. Im Schulgebäude wurden hofseitig Gemeinschaftsräume wie Bibliothek, Speisesaal und Aufenthaltsbereiche angeordnet, während die flexibel kombinierbaren Klassenzimmer an der ruhigeren Nordseite ebenfalls zum Wald orientiert sind. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Anttinen Oiva Arkkitehdit
- Tragwerksplanung:
- Sitowise
- Holzbau:
- Alterplan
- Freiraumplanung:
- Nomaji Landscape Architects
- Bauherrschaft:
- Senate Properties
- Fläche:
- 3.055 m² Bruttogrundfläche