Glasierter Marshmallow
Flagship Store für Paul Smith in Seoul
Eisberg in Korea: Wie ein glattpoliertes Gletscherstück ragt der neue Paul Smith-Flagship Store im Seouler Stadtteil Guangnam-gu empor. Der Neubau von System Lab (Architekt: Kim Chan-Joong) ist eine würdige Ergänzung der umliegenden Bebauung in dem Shopping- und Unterhaltungsstadtteil.
Die ungewöhnliche Form des Gebäudes ergebe sich aus strengen Bauauflagen wie Grundstücksgröße, Baugrenzen und Belichtungsbestimmungen, so der Entwerfer. Außerdem wollte Kim Chan-Joong kein gewöhnlich rechteckiges Haus, sondern ein Gebäude mit einem „zweideutigen Charakter“ entwickeln. Die Schrägen und Ecken ließ er abrunden. Dabei entstand ein Baukörper, der an einen riesigen glasierten Marshmallow erinnert. Um die entsprechende Form aus 25 cm dickem Beton zu gießen, arbeitete der Architekt mit CNC-gefrästen Styropor-Blöcken als Schalungsmaterial. Um beim Entfernen der Betonschalung keine Schäden zu verursachen, wurde die Oberfläche mit einem Speziallack behandelt. Die anschließende Grundierung der Außenhaut verleiht dem weißen Brocken eine eisglatte Oberfläche.
Im Gebäudeinneren herrscht eine andere Formsprache: Der Designer Paul Smith, der seine eigene Mode als „klassisch mit dem gewissen Etwas“ bezeichnet, hat das Interior an die Formen (Streifen) und Farben (bunt bis lieblich) seines Labels anpassen lassen. Verschnörkelte Treppengeländer und hellrosa-weiß gestreifte Tapeten zieren den Shop. Lediglich das Büro im Dachgeschoss ist im Kim-Chan-Joong-Stil weitergeführt. Der mit schlichtem hölzernem Boden ausgelegte Raum erhält Licht durch Bullaugenfenster im Dach, die von außen wie verschieden große Poren erscheinen.
Weitere Methoden der Betonbearbeitung im Baunetz Wissen.
Kurz: Rummaulen um jeden Preis.
Und wenn etwas die Eigenart von flagship stores beschreibt, dann dass sie für den Moment gebaut sind.
Richtig: Auffallen um jeden Preis!
Habe ich in diesem Forum eigentlich schon einmal meine Philippika gegen runde Fenster zum besten gegeben?
Aber mal im Ernst: für ein Stück Design ist es doch eigentlich ganz nett anzuschauen. Weiss Gott keine grosse Architektur, aber immerhin eine Baute von ein paar engagierten Leuten, die sich dringend einmal ein wenig abkühlen sollten. Insofern immer noch besser als irgendeine gesichtslose 0815-Bude. (Wobei wir hier nicht näher beschreiben mögen, worin denn das Gesicht DIESES Hauses bestünde )
der kontrast zwischen der futuristischen aussenform und dem retro-inneren, insbes. zum treppengeländer, finde ich allerdings sehr gelungen und ist ein toller effekt. wie sich aus der durchgestanzten eingangsform im inneren auf einmal fast jugendstilhafte durchgänge entwickeln, großes kino. als temporäres konzept für ein modelabel sicherlich eine schöne idee.
Kurz: Ich mag es nicht.
MfG,
der dude