Kulturzentrum am Flussufer
Fabrikumbau in Ljubljana von Mendoza Partida und BAX Studio
In Ljubljana wurden in den vergangenen Jahren schon einige Industriebauten umgebaut. Die Cukrarna Galerie zum Beispiel zog in eine ehemalige Zuckerfabrik, die Mladinska-Knjiga-Druckerei ist zum Bürohaus geworden. Mit der Fertigstellung des Center Rog kommt nun eine weitere Transformation hinzu. Das unter Denkmalschutz stehende Fabrikgebäude am Ufer der Ljubljanica wurde als Zentrum für Kunst, Innovation und Design wiedereröffnet.
Der rund 125 Meter lange Bau war 1880 errichtet worden, erhielt jedoch erst 1923 sein heutiges Erscheinungsbild, als er nach Plänen des tschechischen Ingenieurs Alois Kral zu einem dreigeschossigen Stahlbetonbau nach dem sogenannten Hennebique-System umgestaltet wurde. Seinen Namen erhielt er in den 1950er Jahren, als in der Rog-Fabrik Fahrräder und Schreibmaschinen produziert wurden. Anfang der 1990er Jahre stellte man die Produktion ein und gab das Gebäude auf.
Die Stadt Ljubljana erwarb das Areal und lobte 2008 einen internationalen Wettbewerb aus, den die in Barcelona ansässigen Architekturbüros Mendoza Partida und BAX Studio gewannen. Der Umbau verzögerte sich jedoch, da das Gebäude während der Jahre des Leerstands von Hausbesetzer*innen genutzt wurde. Nach langjährigen rechtlichen Auseinandersetzungen mit den Besetzer*innen begannen die Bauarbeiten schließlich 2022.
Die Rog-Fabrik beherbergt heute eine Bibliothek, Ausstellungs- und Mehrzweckräume, Büros, Werkstätten, Ateliers sowie Wohn- und Arbeitseinheiten.
Das zuvor weitgehend abgeschottete Erdgeschoss ist nun zum Flussufer geöffnet und an den neu angelegten Park angebunden.
Das Umbaukonzept zielte darauf ab, die bestehende Struktur weitgehend zu erhalten und an die Anforderungen eines zeitgenössischen Kulturzentrums anzupassen. Dafür wurde an der Nordseite ein schmaler, langgestreckter Neubau für Erschließung, Installationen und Servicebereiche errichtet. So ließen sich die Hauptnutzungen im historischen Bau freier und flexibler anordnen. Der Anbau stützt zudem die Statik des Bestandsgebäudes, das vor allem aufgrund der seismischen Bedingungen der Region in schlechtem baulichen Zustand war. Im Zuge des Umbaus verstärkte man die Tragstruktur und setzte Gewölbe und Bögen instand. (iok)
- Fertigstellung:
- 2023
- Architektur:
- Mendoza Partida und BAX studio
- Projektteam:
- Mara Partida, Héctor Mendoza, Boris Bezan, Jaka Bezan, Sašo Badovinac, Olga Bombač, German Bosch, Grega Cerar, Oscar Espinosa, Jure Kolenc, Carlos Parra, Damian Plouganou, Bor Pungeršč
- Wettbewerb:
- 2008
- Auftraggeberin:
- Stadt Ljubljana
- Fläche:
- 13.200 m² Bruttogeschossfläche
- Auszeichnungen:
- Mies Award Nomination
Mendoza Partida und BAX Studio haben bereits gemeinsam am Kunstsilo in Kristiansand und an einer Museumssauna in Finnland gearbeitet.