Alte Mauern, neue Wiese
Erweiterung des Mauerparks in Berlin
Nun ist er endlich fertig, der Mauerpark in Berlin. Vor knapp 30 Jahren hatte der heute 82-jährige Hamburger Landschaftsarchitekt Gustav Lange sein Konzept für ein Stück des ehemaligen Grenzstreifens vorgelegt, der bis 1989 die Stadt teilte und die Bezirke Wedding und Prenzlauer Berg voneinander trennte. Lange wollte eine Lichtung in der Stadt schaffen, einen Ort, an dem Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen. Weite Teile des alten Großsteinpflasters sollten erhalten bleiben, damit die Spuren der Vergangenheit erlebbar sind. 1992 war die Umgestaltung beschlossen worden und zwei Jahre später folgte die Eröffnung des ersten Teils.
Der zum Wedding zählende Abschnitt wurde in die Arbeiten allerdings nicht mit einbezogen. Er gehörte zum Bundeseisenbahnvermögen und seines Nachfolgeunternehmens Vivico Real Estate und konnte erst durch komplizierte und umstrittene Verhandlungen unter Schaffung von Baurecht im Norden für den Park gewonnen werden. Mit der Eröffnung der Erweiterung des Mauerparks in diesem Sommer wurde die Grünanlage um rund 7 Hektar auf 15 Hektar Gesamtfläche verdoppelt. BBS Landscape Engineering haben die Planungen von Gustav Lange umgesetzt. Die kommunale Grün Berlin Stiftung, die die Flächen nun auch bewirtschaftet, übernah die Koordination. Die rund 14 Mio. Euro Gesamtkosten stammen aus Bundes- und Landesmitteln.
Das Areal zwischen Bernauer Straße und Gleimstraße besteht vor allem aus Rasen-, Wiesen- und Spielflächen. 270 Bäume blieben erhalten, 235 wurden neu gepflanzt. Neue Wege entstanden, Promenaden mit Bäumen sowie ein großer Steinkreis als Mittelpunkt. Der Bereich des kultigen, weit über die Stadt hinaus bekannten Flohmarkts wurde asphaltiert und bietet zwischen den Flohmarkttagen unter anderem Basketballkörbe und Tischtennisplatten an. Die Fläche soll frei bespielbar sein. Hier markiert ein überdimensionierter Schriftzug „Mauerpark“ den Ort für Luftbilder aller Art. Auch die Gastronomien „Mauersegler“ und „schönwetter*“ wurden integriert. Auf knapp 300 Metern quert die vielerorts in Berlin sichtbare Doppelpflastersteinreihe den Park und markiert den ehemaligen Verlauf der Berliner Mauer.
Der Mauerpark ist ein Bürgerpark im besten Sinne. Nicht nur, dass bereits kurz nach dem Mauerfall Menschen auf der Wiese lagen, während auf der Böschung immer noch die Wachtürme standen. Auch um die nun eröffnete Erweiterungsfläche wurde hart gekämpft, als zwischenzeitlich Pläne für deren Bebauung im Raum standen. Die 2011 ins Leben gerufene „Bürgerwerkstatt Mauerpark-Fertigstellen“ war in den kompletten Planungsprozess einbezogen und vertrat die Interessen der Anwohner und Parknutzer. So konnten der Flohmarkt und der Gewerbebau „Kartoffelhalle“ als künftiges Park- und Kulturzentrum erhalten bleiben. (fm)
Fotos: Manuel Frauendorf, BBS Landscape Engineering
Bild 1 läßt den stadtlandschaftlichen und historischen Zusammenhang gut erkennen. Aber das sind für Sportpolitiker und -funktionäre weiche Kriterien gegenüber fehlenden VIP-Flächen für einen Fussball-Drittligisten (der noch gefunden werden muss). Der Bürgerinitiative Jahnsportpark ist zu wünschen, dass sie das Schlimmste verhindern kann.
viel grün und platz, keinen skulpturalen schnickschnack . noch ernstgemeinte pragmatische fragen an die berliner (ich bin keiner und kann nicht selbst gucken gehen...) sind da hunde erlaubt ? gibt es toiletten für menschen? gibt es ärger bei der mit joggern gemischten kampfzone "radrennstrecke"?
Und ganz wichtig sind die neuen Öffnungen ins Brunnenviertel (Bild 1 rechts). Der Park ist dadurch viel durchmischter geworden, habe ich den Eindruck.
der mammute-tisch eine schöne idee an dieser stelle, dem thema hätte man noch viel mehr konzeptionellen inhalt verleihen sollen, für mehr phatos an diesem ort, zb. 50m lang...
Aber man sollte den Alltagsnutzen einer kompletten Sitzgruppe aus Granit (Modellreihe Fred Feuerstein) nicht überbewerten ... hier gibt es deutlich Besseres mit ebensolcher Ergonomie für Großstädter, die gerne outdoor tafeln ...