Ein Rahmen für die 1970er
Sozialer Wohnungsbau in Paris von ITAR
Ganz im Norden von Paris durchquert der Boulevard Ney als breite Schneise das 18. Arrondissement fast auf voller Länge von West nach Ost, parallel zur Stadtautobahn, die nur einen Steinwurf weiter nördlich verläuft. Das Viertel, unweit der Metrostation Porte de Clignancourt, ist sicher nicht das beste von Paris; zur Autobahn hin zerfasert das städtische Gefüge in eine Mischung aus Gewerbebauten, Sport- und Freizeitflächen und Hochhäuser des sozialen Wohnungsbaus der 1960er- und 1970er-Jahre. Seit einigen Jahren aber gibt es ein städtisches Aufwertungsprogramm, mit dem sowohl neuer Wohnraum entstehen als auch die öffentlichen Räume verbessert werden sollen. So wurde ein großer, ehemaliger Parkplatz vor drei 20-geschossigen Punkthochhäusern mit 72 geförderten Wohnungen und einer Kita neu bebaut. Der Entwurf stammt von ITAR Architectures (Paris), dem Büro von Ingrid Taillandier.
Das Gebäude stellt sich dabei als Einheit dar, in der die Kita den gemeinsamen Sockel entlang der Straße bildet und die Wohneinheiten in zwei Türme gefasst sind, die am westlichen bzw. östlichen Ende aufragen. Vom Boulevard aus „rahmen“ diese Türme sozusagen die drei dahinter liegenden 20-Geschosser aus den 1970er-Jahren. Auch die Farbpalette des Neubaus bezieht sich eindeutig auf die Altbauten. „Wir wollten einen respektvollen Umgang mit der modernen Architektur der Hochhäuser zeigen“, schreibt Taillandier. „Das Aufteilen in zwei Türme mit sechs und neun Geschossen sowie deren gestaffelte Volumen erzeugen eine größere Aussicht sowohl für die neuen als auch für bestehenden Apartments in den älteren Türmen.“
Die runden Ecken der Neubauten und die Materialwahl machen allerdings deutlich, dass es sich hier um sozialen Wohnungsbau des 21. Jahrhunderts handelt. Der helle Backstein löst sich an den Terrassen und Loggien in offene Verbände auf, bevor längliche Einschnitte die Fassaden dann ganz öffnen. Insgesamt sind 5.200 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für knapp 10 Millionen Euro Baukosten entstanden. (fh)
Fotos: 11h45
warten wir doch mal zwei jahre wenn das BAUNETZ mal dort fotos macht wie es aussieht.
der grösste teil des (nicht nur französischen) "sozialem" (also von oben verordneter vermischung von oft nicht passendem klientel) ist sehr übel, wenig funktionierend (weil sich eben danach baulich und vor allem SOZIAL nicht mehr gekümmert wird).
das können die architekten leider nicht leisten.
dieses system des funktionierenden geplanten zusammenlebens klappt (wenn überhaupt) nur in der form der baugruppen. aber die sind für den planer (und beteiligten soziologen oft eine katastrophe....)
deswegen wünsche ich auch dem im BAUNETZ vorgestellten projekt von YONDER alles gute und auch hier würde ich mir ein PROJECT REVISITED wünschen....
so muss Nachverdichtung sein. So gut gesetzt als wäre es zuerst dagewesen.
Sogar eine Aufstockung darf sich nicht klein machen sondern muss das ganze Gebäude neu entscheiden.
Ein Anbau muss so laut oder leise, ein Pol sein, der alles drumherum magnetisiert.
Fassade komplett als vertikale Baumschraffur davor.
Überhaupt das ganze Grundstück als haushohe grüne Architektur und das gebaute drinnen schwach formlos und ungeschützt leuchtfarbig wie ein inneres Organ.
Da darf ja jeder mal ran. Egal was er kann.