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08.10.2018

Erfolg für Achim Menges

Erstes Architektur-Exzellenzcluster der DFG


Sie haben inzwischen Tradition – die architektonischen Forschungspavillons der Universität Stuttgart. Mal wird Holz in organischen Formen vernäht, mal werden Carbonfasern zu einem Dach verwoben, mal Kohlenstofffasern um übergroße Honigwaben gewickelt, mal Sperrholzstreifen bis auf Biegen und Brechen in Form gebracht. Immer aber stellen Strukturen aus der Natur, von Pflanzen, Käfern oder Seeigeln die Inspirationsquelle dar und geben Anlass zur Forschung. Und die Frage: Wie lassen sich diese Konstruktionsweisen in die Architektur übertragen?

Mit Hilfe von Robotern und industriellen Fertigungsmethoden entstanden so in den letzten Jahren vielfältige Pavillons, in diesem Jahr etwa der Aggregat Pavillon, der nur durch das Verkeilen sternförmiger Einzelteile tragfähig ist. Konstruiert und entworfen wird computerbasiert am Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung ICD, das seit 2008 von Achim Menges geleitet wird.

Warum das wichtig ist? Weil eben jenes Institut jetzt im Rahmen der Exzellenzstrategie zur Stärkung der Spitzenforschung in Deutschland mit seinem Exzellenzcluster „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“ in den kommenden sieben Jahren gefördert wird. Das gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG Ende September in Bonn bekannt. Damit einher gehen jährliche Fördermittel in Millionenhöhe, deren genauer Umfang noch nicht bekannt ist.

Warum diese Entscheidung so besonders ist? Weil unter den geförderten Clustern vor allem Spitzenforschung aus den Natur-, Ingenieur-, Geistes- und Sozialwissenschaften waren und sind. Doch in diesem Jahr verzeichnete erstmals auch ein Projekt aus dem Bereich Architektur Erfolg, als eines von 57 ausgewählten Projekten bundesweit.

„Architektur ist von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft. Das Bauschaffen steht aber vor enormen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen. Wir wollen durch einen integrativen und interdisziplinären Forschungsansatz das volle Potential digitaler Technologien erschließen, um die Grundlagen für wegweisende Innovationen und ein zukunftsfähiges Planen und Bauen zu schaffen“, so Menges, der auf die Vorleistungen prominenter Stuttgarter Kollegen aufbauen kann. Sein Exzellenzcluster wird auf die Forschungsergebnisse von Werner Sobek im Bereich „Adaptive Hüllen und Strukturen für die gebaute Umwelt von morgen“ und Jan Knippers „Entwurfs- und Konstruktionsprinzipien in Biologie und Architektur“ zurückgreifen, zwei bestehende Sonderforschungsbereiche, die ebenfalls von der DGF gefördert wurden.

Ausgangspunkt der Forschungen von Menges war die Überlegung, dass zwar der Raumbedarf ständig zunehme und weltweit in den nächsten 35 Jahren neue städtische Bauten für 2,6 Millionen Menschen gebraucht würden – aber die Produktivität der Bauindustrie seit längerem stagniere. Größter Energieverbraucher der Welt sei zudem noch immer das Bauen. Komplexe Fragen die im Raum stehen und weshalb am Forschungsverbund ganze 22 Institute der Uni Stuttgart sowie das Max-Planck-Institut für intelligente Systeme beteiligt sind und neben Architekten und Bauingenieurinnen auch Geodäten, Produktions- und Systemtechnikerinnen, Informatiker und Sozial- und Geisteswissenschaftlerinnen zusammenarbeiten. Die Uni plant daher schon einen Neubau auf dem Campus in Vaihingen. (kat)

Fotos: ICD Universität Stuttgart, ITKE Universität Stuttgart, Naaro


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Das Cluster „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“ wurde von der DFG zur Exzellenzförderung ausgewählt.

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Nähen mit Holz – eine der erprobten Konstruktionsweisen am ICD

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Forschungsprojekt granulate Materialien: Der ICD Aggregat Pavillon 2018

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