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26.06.2023

Freivoliere und Pinguinanlage

Erlebniszentrum in Mannheim von bez+kock architekten


Die Bundesgartenschau BUGA 23 in Mannheim spielt sich an zwei Schauplätzen ab: auf dem Konversionsareal der Spinelli-Barracks, das seit 2020 zum Ausstellungsgelände entwickelt wurde, und im Luisenpark. Diese Parkanlage vom Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr im Zuge der ersten Mannheimer BUGA im Jahr 1975 einen umfassenden Ausbau und ist heute eine beliebte Freizeitattraktion. So umfasst der Obere Luisenpark neben einem Weiher, einer Seebühne, einem Skulpturenweg und dem knapp 218 Meter hohen Fernmeldeturm auch diverse Gärten, ein Pflanzenschauhaus und Tiergehege.

Während im Spinellipark so manche Baumaßnahme eher temporärer Natur ist und nach dem Schaujahr zurückgebaut wird, um langfristig zu einem Wohnquartier und Grünflächen ausgebaut zu werden, sollte im Luisenpark die eine oder andere Attraktion baulich verfestigt werden. Dazu gehört ein Erlebniszentrum bestehend aus einem Pavillon und Tieranlagen, die im Auftrag der Betreibergesellschaft Stadtpark Mannheim zur „Neuen Mitte“ des Luisenpark-Geländes avancieren soll. Die nach einem Wettbewerbsgewinn von 2018 beauftragten bez + kock architekten (Stuttgart) verstehen ihren Entwurf „nicht als Gebäude im klassischen Sinn“. Stattdessen sollten die eingeschossigen, organisch geformten „baulichen Elemente in den Hintergrund treten“ und sich von der vorhandenen Parklandschaft umspielen lassen. Realisiert wurde das Projekt gemeinsam mit koeber Landschaftsarchitektur (Stuttgart).

Markant ist das etwa 120 Meter lange und bis zu 30 Meter breite Dach. Die auf filigranen Stützen ruhende, geschwungene Konstruktion überspannt die Funktionsbereiche, die teils geschosshoch verglast, teils mit dunkelgrün glasierten Keramikplatten opak gehüllt sind. Auf ein Parkrestaurant am südlichen Ende folgt eine begehbare Voliere, die durch einen 1.300 Quadratmeter großen Dachausschnitt entstand. Stattdessen findet der Freiflugraum in einer Seilnetzkonstruktion, die auf drei 18 Meter hohen Pylonen fußt, ihren oberen Abschluss. Im Norden der langgestreckten Figur reihen sich Stall- und Pflegegebäude.

Teil des Ensembles ist auch eine 580 Quadratmeter große Pinguinanlage samt einsehbarem Becken. In einem weiteren Bauabschnitt soll dieses um eine „Grüne Schule“ und ein Freizeithaus ergänzt werden. Die Pinguinlandschaft ist aus Granit oder Kunstfelsen geformt und zitiert die geschwungene Linie des Pavillondachs. Gefasst wird das Becken, ebenso wie eine mäandernde Wand, die den vier Meter hohen Geländesprung zum Weiher hin abfängt, in Stampfbeton. Eine sich weitende Freitreppe verbindet außen die Geländebenen, während ein tiefer Einschnitt in die Schichtbetonwand zu einer Unterwasserwelt mit 21 Aquarienbecken führt.

Mit seiner organischen, auf das Dach konzentrierten Formgebung hält der Neubau durchaus einem Vergleich mit der berühmten Multihalle, die 1975 ebenfalls anlässlich der BUGA im Mannheimer Herzogenriedplatz entstand und nun gerettet ist und saniert wird, stand. (sab)

Fotos: Brigida González


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