Im Westen Ungarns liegt der weitläufige Balaton – mit einer Fläche von rund 600 Quadratkilometern gilt er als größter Binnensee Mitteleuropas. Zwischen zahlreichen ungarischen Urlaubsorten finden sich am Ufer vereinzelt auch historisch gewachsene Dörfer. In einem solchen Dorf im Balaton-Hochland haben OKKA Architects (Budapest) kürzlich den Ersatzneubau für ein altes Bauernhaus fertiggestellt, mit dessen Konstruktion sie an lokale Baupraktiken erinnern wollen.
Ursprünglich wurden Péter Szabó und Emese Galamb mit der Revitalisierung eines heruntergekommenen Hofgebäudes aus dem Besitz einer privaten Bauherrenfamilie beauftragt. Nach Entfernung der maroden Dachkonstruktion sei allerdings schnell klar geworden, dass auch die alten Bruchsteinmauern den neuen Lasten nicht standhalten würden. So schlugen die Architekt*innen vor, das Gebäude abtragen und ersetzen zu lassen. Der Neubau sollte sich an seinem Vorgänger samt Nebengebäude orientieren. Letzteres wurde von der lokalen Gemeinde früher zur Lagerung von Bienenstöcken genutzt.
OKKA verteilten die Räumlichkeiten der Familie auf zwei Gebäudeteile. Der kompakte Nebenbau mit Pultdach nimmt zwei Schlaf- und ein Badezimmer auf. Im langgestreckten Haupthaus gingen die Architekt*innen dagegen etwas freigiebiger mit der Fläche um: Noch bevor man die offene Wohngalerie betritt, gelangt man in den gedeckten Vorhof. Das Satteldach stülpt sich mit seinem kreisrunden Oberlicht über den Hof und schafft so einen geschützten Zugang. Gleichzeitig entstehe dadurch ein Raum, den die Nachbarschaft für gemeinsame Abende nutzen kann, schreiben die Architekt*innen.
Bienen werden hier zwar nicht mehr kultiviert, doch erinnert neben der Kubatur auch der Name des Projekts noch an die ursprüngliche Nutzung: House and Beeyard. Bis auf das Sparrendach wurde größtenteils in Beton konstruiert, den man gemäß der lokalen Bautradition gestampft ausgeführt hat. Basaltaggregate aus dem vulkanischen Umland dienen als Zuschlagstoff. Überdies verwendeten OKKA groben Bruchstein des abgetragenen Vorgängerbaus. Das Projekt wurde kürzlich mit dem Piranesi Award 2025 ausgezeichnet. (tg)
Fotos: Balázs Danyi
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Zyklopenbeton nennt sich die Baupraktik, bei der große, sichtbare Steine in das Material eingearbeitet sind. Im argentinischen Cordoba etwa inszenierten vbrügg ein Wochenendhaus mit dieser Technik und stimmten die Fensteröffnungen darauf ab.