Klein aber oho
Einfamilienhaus in Schweden fertig
Nur fünf Meter breit war die Baulücke, die dem Stockholmer Büro von Elding Oscarson in Landskrona, einer Kleinstadt in Südschweden, für ein Einfamilienhaus-Projekt zur Verfügung stand. Auch die Grundstücksfläche war mit 75 Quadratmetern recht überschaubar.
Die Architekten lösten das Problem, indem sie in die Höhe bauten. Obzwar die direkte Nachbarbebauung nur eingeschossig plus Dachgeschoss ist, war es möglich, einen dreigeschossigen Neubau zu realisieren, da die Straßenbebauung aus einem heterogenen Gemisch aus Bauten unterschiedlicher Geschossigkeit besteht.
Doch nicht nur was die Etagenzahl betrifft, fällt der Neubau visuell aus dem Rahmen. Auch seine weiß verputze Lochfassade lässt ihn klar als Zeugnis zeitgenössischer Architektur ausmachen.
Die von außen wahrnehmbare Blockform wird im Inneren aufgebrochen. Der Grundriss wurde als ein großer Raum geplant, der nur durch die Bodenplatten und die Treppenläufe strukturiert wird. Auf insgesamt 125 Quadratmeter Wohnfläche sind alle privaten Bereiche und eine Dachterrasse in dem straßenseitigen Kubus untergebracht. Auf der Rückseite entstand derweil ein zweiter eingeschossiger Bau, der den Bereich Büro/Arbeiten enthält.
Doch nicht nur die Grundstücksfläche des Projekts war minimal, auch die Baukosten hielten sich mit 280.000 Euro in einem überschaubaren Rahmen.
Fotos: Åke E:son Lindman
wer das bild 6/18 betrachtet, stellt fest, dass sich das haus keines weges in den vordergrund drängt. erst beim nähertreten fällt es auf - aber auch zurückhaltend. der innenraum ist zudem für die geringe breite gut gelöst. für mich alles in allem eine gut erbrachte architektenleistung für einen bauherren, der sich auf jeden fall mit architektur auseinandersetzt.
vielleicht kann die liebe baunetz-redaktion noch einen schritt weiter gehen und eine "was-hätte-ich-gebaut"-seite anfügen ;)
ansonsten ... es ist eine ware beleidigung an gerrit rietveld ... sein haus schröder adaptiert sicher nicht die sprache der umgebung ... die städtebauliche situation aber ist respektiert und der anbau als 2 geschossiges endhaus an eine 3 geschossige zeilenbebauung ist sicher nicht mit dem völlig unsensiblen reinholzen eines dreige-schossers in eingeschossige bebauung zu vergleichen ... als architekt ist es notwendig den qualitativen unterschied zu erkennen....
und dann hätt ich noch ... ich wünsche ihnen von herzen das sie eines tages die bedeutung dieses satzes verstehen und richtig anwenden lernen ... alles gute
"syntax" ist ein begriff aus der grammatik bzw. sprachphilosophie.
im zusammenhang von architektur und ihrem städtebaulichen umfeld verwendet man den ausdruck "kontext".
ansonsten:
aufgrund persöhnlichen geschmacks und ihrer visueller vorlieben unterstellen sie mir, das es mir an den gestalterischen grundvoraussetzungen eines architekten fehlt... mit verlaub, (und jetzt zitiere ich nicht j. fischer) das ist vermessen.
und im bezug auf die 20er: gerrit rietveld's "haus schröder" hätte es nie gegeben, wenn er sich an den ihrer meinung nach zwingend gültigen städebaulichen kontext gehalten hätte. für ihre ansicht habe ich ein vokabel: "schneewittchenromantik"
und dann hätte ich noch einen spruch für sie:
wo kämen wir denn hin, wenn niemand ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir nur endlich gingen.