Ohne Beton auf der grünen Wiese
Einfamilienhaus in Reigoldswil von CRRA
Im schweizerischen Reigoldswil hat das Büro CRRA (Zürich) ein Wohnhaus für eine fünfköpfige Familie realisiert. Umgeben von Hügeln, Obstbäumen und Waldstücken versucht das Projekt, „die negativen Konsequenzen des Bauens auf der grünen Wiese möglichst klein zu halten“, erklären die Architekt*innen, deren Werkliste vor allem Sanierungen und Umnutzungen von Bestandsbauten füllen.
Auf einem steilen Hanggrundstück teilen CRRA das Einfamilienhaus in mehrere Volumina. Das Haupthaus bilden zwei in der Höhe zueinander versetzte Baukörper, die über eine Rampe miteinander verbunden sind. Im unteren, quadratischen Bereich sind Küche, Wohn- und Esszimmer untergebracht. Im oberen, länglichen Baukörper reihen sich Schlaf- und Sanitärräume aneinander. Aufgrund der nichttragenden Zwischenwände ist die Raumaufteilung flexibel und kann bei Bedarf angepasst werden. Das südlichste Zimmer lässt sich über das Bad erreichen, in dem Dusch- und WC-Raum individuell verschließbar sind.
Auf einen Keller und eine Garage verzichtet das Büro und ergänzt stattdessen ein separates, drittes Volumen mit offener Nutzung. Insgesamt entstand eine Bruttogrundfläche von 210 Quadratmetern, die Baukosten werden mit umgerechnet rund 960.000 Euro angegeben.
In ihrer Gestalt und Maßstäblichkeit passen sich die Bauten in den Kontext ein. Konstruiert sind sie aus vorgefertigten Holzelementen und kommen gänzlich ohne Beton aus. Schraubenfundamente nehmen den Höhenunterschied auf und lassen die Gebäude scheinbar über dem Baugrund schweben, sodass Regenwasser auf der gesamten Grundstücksfläche versickern kann.
Die Fassade besteht aus Fichtenholz. Lehmplatten und Lehmputz verkleiden die Wände innen, den Bodenbelag bildet ein naturfarbener Calciumsulfat-Fließestrich. Ein Großteil der verwendeten Materialien sowie der beteiligten Handwerksbetriebe stammt laut CRRA aus der unmittelbaren Umgebung. (sbm)
Fotos: CRRA
- Architektur:
- CRRA (Zürich)
- Bauherrn:
- privater Bauherr
- Fläche:
- 210 m² Bruttogeschossfläche
sie suggerieren ja durch ihren namen schon das klassische genie, erklären sie bitte uns allen:
"...die Qualität in der Setzung opfert."
und hinweis aus den tiefen des wahren planerlebens: "diese haben eben auch einen muralen Sockel. Wohl aus gutem Grund."
der Grund: Es gab Bruchsteine, man hat diese verarbeitet. damit die Holzstützen nicht im feuchten stehen. da war die architektur noch wurscht
Tatsächlich wurden die wesentlichen Erkenntnisse nachhaltigen Bauens bei diesem Projekt umgesetzt. Denn ausser bei Glas und Metall ist kein wirklicher Materialkreislauf realisierbar.
Wesentlich ist doch, wie gelungen das Haus ist. Souverän, klug und schön konstruiert steht es lässig und selbstverständliches da. Beispielhaft in jeder Beziehung ist es ein Beitrag, der die Architektur in die Zukunft führt.
Pathetische Sprüche tun das nicht.
Die theoretische rückstandslose Rückbaubarkeit darf in der Praxis stark bezweifelt werden. Stattdessen hat man ein halbgutes Haus erhalten, dass sehr seltsam auf dem Hang thront, und letztlich einem zeitgeistigen Konzept die Qualität in der Setzung opfert. Die Verbindung zwischen Holz und Stahl wirkt unausgegoren und gebastelt. Nichts von Souveränität alter Holzhäuser, aber diese haben eben auch einen muralen Sockel. Wohl aus gutem Grund.
Im Inneren kann das Haus deutlich mehr überzeugen.
der Bezug zum Aassenrum....
In dem Fall ein lumpiger kurzer Zwischenraum (sehr schräg und unbrauchbar) zur Strasse ohne Qualität und Nutzen.
Oberhalb des Hauses isses schöner.
Dann finde ich das "aufstelzen" schon besser....
Bei der Ausbildung des hier gezeigten Gebäudes als "schwebende Kiste" ist ein direkter Bezug der Bewohner in den Außenbereich stark erschwert. Da könnte man dann auch in eine Etagenwohnung ziehen, was für die Beanspruchung von Grundstücksfläche und Material sicher nachhaltiger wäre als dieses Gebäude.