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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Einfamilienhaus_in_Andalusien_von_Studio_Wet_6947776.html

23.07.2019

Auf Linie wohnen

Einfamilienhaus in Andalusien von Studio Wet


Auffallend unauffällig: Inmitten des Dorfes Alosno in der andalusischen Provinz Huelva haben Studio Wet aus Sevilla die Casa Borrero entworfen. Das Wohnhaus adaptiert aus der Straßenperspektive den klassischen regionalen Baustil, aus der Luft betrachtet hebt es sich hingegen als moderner weißer Riegel mit halbzylindrisch geformten Innenhöfen klar von der umgebenden kleinteiligen Ziegeldachlandschaft ab. Das Projekt entstand im Auftrag eines privaten Bauherren, der sich ein „traditionelles“ Haus gewünscht hatte. Darüber hinaus wollte er eine freistehende Garage und einen eingeschossigen Baukörper. Daher erstreckt sich sein neues Domizil nun fast über die gesamte Länge der angrenzenden Calle Regjillo.

Studio Wet begegneten der Bauaufgabe mit einem Ansatz, den sie selbst als „kritischen Pragmatismus“ bezeichnen und der auch frühere Projekte kennzeichnet, beispielweise eine 2017 fertiggestellte Wohnhauserweiterung in Sevilla. Reduktion auf das Wesentliche, Funktionalität und Machbarkeit stehen dabei im Fokus. Die Konstruktionsweise des Hauses basiert dem Wunsch des Auftraggebers entsprechend auf einem traditionellen System aus tragenden Ziegelwänden parallel zur Fassade. Der gesamte, sieben Meter breite und 40 Meter lange Bau wird von einem durchgezogenen, geneigten Dach überspannt, aus dem nur ein großer und ein kleiner Innenhof ausgespart sind.

Dass die Garage räumlich vom Wohnbereich separiert ist, lässt sich von außen nicht erkennen. Sie nimmt den Eckbereich des Wohnhauses an einer Straßenkreuzung ein. Ihr Tor befindet sich an der schmalen Querseite des Gebäudes, sodass der Charakter der in sanften Kurven verlaufenden Längsfassade nicht gestört wird. Deren Wellenform erfüllt sowohl eine statische als auch eine ästhetische Funktion: Sie dient zum einen der besseren Stützung des Schrägdachs und soll zum anderen Dynamik in das Erscheinungsbild der langen Straßenfront bringen.

Hinter der Haupteingangstür öffnet sich ein großer hufeisenförmiger Hof, der die Garage vom Wohnflügel abtrennt. Die einzelnen Wohnräume wurden entlang der Straße hintereinander aufgereiht, ein zweiter, winziger Hof bildet das Ende dieser Raumflucht. Hier schließt sich an der rückwärtigen Seite des Riegels ein von der Straße aus nicht sichtbarer trapezförmiger Nebentrakt an, der etwas niedriger als das Hauptgebäude ausgeführt wurde und von einem dritten, ebenfalls hufeisenförmigen Hof durchbrochen wird. (da)

Fotos: Fernando Alda


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