Satteldach mit Lichtdusche
Einfamilienhaus im Münsterland von buschundschuermann
Eine Bauaufgabe, die zum Alltag vieler Architekt*innen gehört: Das Einfamilienhaus. Ein jahrzehntelang propagiertes Ideal glücklicher Familien, trotz Debatte um Klimaschutz und Flächenverbrauch wirkmächtig. So auch im Münsterland, wo sich eine vierköpfige Familie ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen wollte. Die ursprüngliche Idee: ein einfaches Haus mit zwei Stockwerken, typisch münsterländischer Backsteinfassade und Satteldach. Fertiggestellt im Dezember vergangenen Jahres ist genau das entstanden – und noch viel mehr.
Entworfen haben das Wohnhaus im nordwestfälischen Emsdetten Johannes Busch und Patrick Schürmann, die selbst aus dem Münsterland stammen. Nach ihrem Erstlingswerk, einem Bürobau ebenfalls im Münsterland, ist es das zweite Projekt der jungen Architekten.
An der äußersten Ecke eines Neubaugebietes gelegen, steht das Gebäude mittig auf dem großen Grundstück, teilt den Garten in zwei Hälften: eine südliche zur Nachbarbebauung, über die das Gebäude erschlossen wird, und eine nördliche mit Blick übers freie Feld. Wie noch oft in der Region üblich wurde die Fassade mit Backstein verkleidet, das Dach mit roten Ziegeln gedeckt. Die kompakte Erscheinung des 245 Quadratmeter Bruttogrundfläche großen Baukörpers wird nur durch scheinbar willkürlich verteilte Elemente aufgelockert. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber: Fensterformate sowie die eingefärbten Betonfertigteile wiederholen sich auf beiden Längsseiten des Hauses. Die vorkragenden, backsteinroten Betonträger nehmen an der Nordfassade die Mauerlasten oberhalb der breiten Fensterfront im Erdgeschoss auf, während sie auf der Südseite wie zweckentfremdet als überdimensionales Ornament dienen.
Der Grundriss baut sich im Erdgeschoss über eine Diele zwischen Küche und Wohnraum auf, eine Enfilade direkt hinter der Fensterfront auf der Nordseite verbindet die drei Räume. Am Ende des Ganges führt eine einläufige Treppe an der Giebelseite ins Obergeschoss. Während das Erdgeschoss offen und großzügig wirkt, besteht das Obergeschoss aus vielen kleinen Zimmern. Aufgereiht an einem langgestreckten Flur liegen hier durch eine Dachgaube belichtete Bäder, Ankleideräume und Kinderzimmer sowie am Ende des Flurs Arbeits- und Elternschlafzimmer. Eine Stiege führt von hier wieder hinunter in den Wohnraum, wo sie in einer tiefen Fensternische versteckt endet. (kat)
Fotos: Jörg Albano-Müller, Patrick Schürmann
Auch wieder so eine Hausdarstellung, die mit diesem belastbaren Archetypen spielt. Der verträgt jede Abwandlung, hier mit sinnlosen? Pfeilern und Jalousiekästen? aus Beton. Sogar die Bauteile sind so gebräuchlich das man erst wieder hinschaut wenn der Gebrauch leicht differiert. Eine Entfremdung zum Zitat wie bei der Postmoderne, künstlerisch künstlich.
der Gedanke ist ja grundsätzlich richtig, passt aber eher auf eine Vielzahl von Wettbewerben die hier veröffentlicht werden und nicht unbedingt auf diesen Bau, oder?
Zum Bauwerk. Innen fast besser als außen. Handwerklich und strukturell aber eine saubere Arbeit, Glückwunsch Kollegen!
Erster Gedanke: So what?
Zweiter Gedanke: Ah... interessant
Dritter Gedanke: Ja, aber auch sinnvoll?
Letztlich liegt darin die ganze Crux unserer Architekturdebatte. Nachhaltigkeit, Angemessenheit, Sinnfälligkeit, Ökologie, Verantwortung, usw......alles Worthülsen! Es geht ausschließlich um Aufmerksamkeit, um das Neue, das Andere. Neu oder anders sein reicht schon als Legitimation.
Diese Grundeinstellung gehört zum Zeitgeist (nicht nur in der Architektur). Es ist zwar möglich, das zu hinterfragen, es ändert aber nichts.
Ich will das Gebäude gar nicht über Gebühr kritisieren, die Kollegen haben letztlich Alles richtig gemacht. Mit einige ungewöhnlichen Maßnahmen in einem relativ simplen Gebäude Aufmerksamkeit erzeugt (ob positiv oder negativ ist vom Prinzip her fast egal) und einen Bauherren (hoffentlich) glücklich gemacht.
Außerdem: Mich regt dieser Bau mehr zum Nachdenken an, als die ewig gleichen Schweizer Sichtbetonkisten.