Harter Beton, sanfte Sanierung
Sporthalle in Basel von MET Architects
Beton ist zwar nicht das umweltfreundlichste, aber – wenn richtig geplant und ausgeführt – immerhin ein langlebiges Baumaterial. Mit der richtigen Strategie dürfte sich mancher Betonstruktur neues Leben einhauchen lassen. Ein gutes Beipiel ist die Sanierung der 1967 vom damaligen Kantonsbaumeister Hans Luder geplante Turn- und Schwimmhalle in Basel durch die ebenfalls dort ansässigen MET Architects.
Das markante Sichtbetonensemble besteht aus zwei rechtwinklig zueinander positionierten Hallen, ihren Nebenräumen und einem ehemaligen Hausmeisterhäuschen, die alle dank eines überdachten Wegs miteinander verbunden sind. Der Sichtbeton und die großen Eichenfenster zeugen von einer für die Entstehungszeit typischen, ebenso zweckmäßig wie hochwertigen Materialwahl, so geben die Architekt*innen an. Diese konnten 2017 einen Wettbewerb des Basler Hochbauamts für sich entscheiden.
Während sich das 2.600 Quadratmeter Geschossfläche umfassende Ensemble von außen in einem guten Zustand zeigte, wiesen die inneren Oberflächen deutliche Gebrauchsspuren auf und bedurften einer Generalsanierung. Dabei wurde die gesamte Haustechnik ausgetauscht, die Gebäudehülle energetisch verbessert und alle Brand- und Erdbebenschutzmaßnahmen an die aktuellen Normen angepasst. Die hochwertige Substanz wurde sorgfältig überarbeitet und im ursprünglichen Geist in ein zeitgemäßes Erscheinungsbild überführt.
Betondecken strahlen nun wieder im Gelbton der originalen Farbpalette, zwischenzeitlich verschlossene Oberlichter sind durchlässig wie am ersten Tag, und das alte Holz der Umkleiden wurde ebenfalls wieder schön gepflegt. Neue Farben wurden aber hinzugefügt, um die Orientierung zu erleichtern. Und die Turnhallen wurden komplett überarbeitet, wenn auch so sensibel, dass man es auf den ersten Blick kaum merken dürfte. Zumindest die Fliesung der Schwimmhalle verrät sich aber angesichts ihrer makellosen Perfektion als gegenwärtig.
Zwei wichtige räumliche Modifikation haben MET Architects noch vorgenommen. Da wäre einmal der heute obligatorische Aufzug zwischen den Geschossen. Und zum zweiten ein neues Fenster zwischen Vorraum und Schwimmhalle, das den Blick freigibt auf ein abstraktes Fliesenwandbild des Grafikbüros Claudiabasel. Sitzstufen dienen hier als provisorische Tribüne. Einer weiteren langjährigen Nutzung steht damit nichts mehr im Wege, und frisch aussehen tut das Ganze noch dazu. (tl)
Fotos: Ruedi Walti
Auf der anderen Seite des Rheins waren die Architekt*innen übrigens vor Kurzem schon mal im Basler Schulwesen aktiv: Hier wurde ein Pausenhof neu gestaltet und um Tribünen ergänzt.
ich weiß, ich bin da sicher etwas pingelig und neige in solchen sachen zum nerdtum (bzw. ahne so langsam, wieso vom architektenhonorar am projektende oft so wenig übrig bleibt ;)), bitte daher nicht übel nehmen. bild 8 zwischen dem 2. und 3. schlitzfenster von links: hier wurden 4 fliesen kleingestückelt, weil drei ganze platten offenbar ein klein wenig zu kurz gewesen wären; es schent sich um bautoleranzen zu handeln, da die fenster eigentlich einen gleichartigen abstand haben - das hätte man beim einbau der fenster oder mit seitlichen fugen neben den fenstern lösen können. letztere hätten auch die unruhigen rollschichten unter und über den fenstern überflüssig gemacht; bild 9 über den türen: hier hätte man den schwarzen sockel 2 cm kürzer schneiden oder die türzargen die 2 cm höher bestellen können; bild 10: das raster der bodenfliesen "stolpert" an der türschwelle bild 10-11: die lage der türen (bestand?) hat nichts mit dem raster der wandfliesen oder der höhe der abhangdecke zu tun. überall bleiben kleine fliesen-restschnipsel, schade; bild 11-13: siehe bild 10
da wäre mehr drin gewesen.
Das ist nur schön. Und funktional. Das hat Ahlen verpasst.