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23.06.2023

Kultur komplex verschachtelt

Dominique Coulon & Associés in Rennes


Auf einem ehemaligen Militär- und Industriegelände im Südwesten von Rennes hat das Straßburger Büro Dominique Coulon & Associés im vergangenen Jahr ein neues Kulturzentrum für Netto-Baukosten von rund 11,9 Millionen Euro fertiggestellt. Das 3.900 Quadratmeter große Grundstück ist Teil des Stadtentwicklungsgebiets La Courrouze, das auf einen Masterplan von 2003 zurückgeht. Unweit der städtischen Ringautobahn befindet sich der Neubau zwischen einem Wohnviertel, einem bewaldeten Park und den Überresten der Rüstungsfabriken und zum Teil noch genutzten Kasernen.

Im Auftrag der Stadt entwarfen die Architekt*innen hier einen im besten Sinne verschachtelten Baukörper. Auf circa 5.500 Quadratmetern Bruttogrundfläche wurde ein dichtes Programm untergebracht, das Kultur- und Jugendangebote, eine Mediathek, mehrere Musikproberäume, Aufnahmestudios, Tanzräume und eine große Probebühne umfasst. All diese Nutzungen sind in unterschiedliche Volumen gegliedert, die um öffentliche Bereiche und mehrere Patios organisiert wurden. Die Außenraumgestaltung übernahm Bruno Kubler (Straßburg).

Die Pläne zeigen die Komplexität, mit der hier agiert wurde. Was auf den ersten Blick vielleicht Labyrinth-artig wirkt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als gekonnte Verzahnung des umfassenden Raumprogramms. Die öffentliche Wegeführung im Erdgeschoss zieht sich quer durch das ganze Gebäude und verbindet Mediathek und Jugendzentrum im vorderen Bereich mit dem Musikzentrum im hinteren. Auch wenn der ausgiebige Einsatz von Sichtbeton im mittig gelegenen Foyer nicht mehr ganz zeitgemäß erscheinen mag, ist die daran anschließende Betontreppe doch ein Highlight. Vielversprechend staffeln sich mehrere Volumen, Nischen und Treppenabsätze zu einer spannungsvollen Raumsequenz in die Höhe.

Was die Fassadengestaltung angeht, hat man eine solche Kombination aus transparenten und opaken Flächen sicher schon zu Genüge gesehen. Es gibt zwar – wie es für derlei Projekte mit einem vielfältigen Raumprogramm üblich ist – mehrere Eingänge von verschiedenen Seiten, dennoch gelingt die Adressbildung im Stadtraum über die großzügigen Verglasungen an der Frontseite. Die übergroße Beschriftung des Baus mit seinem Namen wäre da nicht notwendig gewesen. Den Architekt*innen von Dominique Coulon gelang es, die diversen Nutzungen und Räume zu einem multifunktionalen Bau zu verschneiden, anstatt sie – wie man es heute häufig sieht – unter dem Gebot der Effizienz fein säuberlich nebeneinander zu legen. (mh)

Fotos: Eugeni Pons


Zum Thema:

Die Expertise im Bereich Kulturbauten stellten Dominique Coulon & Associés unter anderem auch in Straßburg, Lille, Pélissanne und Porto-Vecchio unter Beweis.


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