Sehnsucht findet Stadt
Diskussion zur Nachkriegsmoderne in Dresden
Im Rahmen der Wanderausstellung „In der Zukunft leben. Die Prägung der Stadt durch den Nachkriegsstädtebau“ (siehe BauNetz-Meldung vom 16. März 2011) lädt der Bund Deutscher Architekten (BDA) morgen zum Symposium „Sehnsucht findet Stadt“ nach Dresden ein.
Die Veranstaltung im Sächsischen Staatsministerium beschäftigt sich mit dem Weiterbau der Dresdener Stadtidentität im Zusammenhang mit verschiedenen Zeitschichten und Haltungen, die sich in der städtischen Baukultur ablesen lassen. Doris Gruber (BDA) hält die Einführung, an der Podisumdiskussion nehmen u.a. Susann Buttolo und Thomas Knerer (Knerer und Lang Architekten) teil.
Symposium: 6. Juni 2011, 18.30 Uhr
Ausstellung: bis 6. Juli 2011, Mo-Fr 8-18 Uhr
Ort: Sächsisches Ministerium der Finanzen, Carolaplatz 1, 01097 Dresden
Weitere Infos und Programm auf www.bda-bund.de
Diese Moderne, von der hier aber die Rede ist, war -anders als der DDR Staatssicherheitsdienst oder die Mauer - ein globales Projekt, dessen Wurzeln kaum in den historischen Besonderheiten der DDR zu finden sind. Die reichen dann baugeschichtlich doch etwas tiefer. Wesentlich bedeutsamer wird wahrscheinlich in Ost- wie in Westdeutschland die traumatische Erfahrung des Kriegs und seiner dadurch verursachten Zerstörung gewesen sein. Die bauliche Aufbruchsstimmung der Nachkriegsjahre war mit Sicherheit nicht Ausdruck von "Menschenhass", sondern oft schlichte Notwendigkeit und das redliche Bemühen im urbanen Chaos neuen Sinn zu stiften. Diese Leistung Ihrer - wahrlich durch den Krieg geschundenen- Landsleute und Vorväter sollten Sie nicht leichtfertig geringschätzen und verächtlich machen.
Aha, ohne Standesdünkel, dafür mit Mauer, Stacheldraht, Stasi, Bautzen und Hohenschönhausen.
Dann haben Sie nicht in der DDR gelebt. Es gab sehr wohl einen Standesdünkel, nur eben nicht zwischen arm und reich, sonder zwischen Parteikader und Fußvolk, oder besser gesagt zwischen Bespitzlern und Bespitzelten, oder noch besser zwischen Mauerbauern und Eingesperrten.
Das hat nichts mit Polemik zu tun - sondern mit Wahrheit.
Hier wurde für ein unmenschliches Regime gebaut - sonst nichts.
Dann sind also auch Einteignungen in der DDR demokratisch, oder wie?? Wüsste nicht, dass sich ein Investor auf dem Neumarkt nicht den Vorstellungen der Stadt(gesellschaft) unterwerfen muss.
Vüllers +1
Die Planer der Pragerstraße und der anderen Gebäude die heute in Dresden das Bild der Nachkriegsmoderne à la Ost prägen waren wie ich denke weniger von Menschenhass geleitet als vielmehr von Idealismus und der Idee ihrer sozialistischen Gesellschaft eine Stadt zu erschaffen, die frei ist von allem Standesdünkel. Beim Neumarkt würde ich übrigens weniger vom "Bauen für Menschen" sondern eher vom "Bauen für Investoren" sprechen. -und kirchentagstaugliche Postkartenkulissen haben für mich nichts mit demokratischem Bauen zu tun.