World Expo-Projekt von LAVA
Deutscher Pavillon für Dubai vorgestellt
Die World Expo 2020 in Dubai hat nicht nur einen stattlichen Maßstab, sondern auch einen beeindruckenden zeitlichen Horizont. Bereits 2013 wurde der Entwurf von HOK für das Oberthema „Connecting Minds, Creating the Future“ vorgestellt. Und 2016 folgten dann die großen Themenpavillons von Foster, BIG und Grimshaw. Nun wurde in Köln der Deutsche Pavillon präsentiert, der von LAVA (Stuttgart, Berlin) gestaltet wird. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, der Name lautet Campus Germany und Besucher müssen sich am Eingang immatrikulieren – bleibt zu hoffen, dass das Resultat unter diesen Voraussetzungen nicht etwas oberlehrerhaft daherkommt.
Zumindest die Architektur des insgesamt 50 Millionen Euro teuren Projekts ist immerhin vergleichsweise zurückhaltend für ein solches Vorhaben, das ja auch nationalen Repräsentationsbedürfnissen genügen muss. LAVA konnte sich als Teil des Teams um die Kölner Agentur facts and fiction und den Schweizer Bauunternehmer Adunic in einem öffentlichen Verfahren durchsetzen. Zu sehen ist ein „vertikaler Campus“, der verschieden große Volumen unter einem offenen Dach zusammenfasst – eine räumliche Lösung, die laut der Architekten auch für Föderalismus stehe. Das Ergebnis wirkt erstaunlich improvisiert, aber das passt ja ganz gut zur Zukunft im Titel der Expo, die vermutlich alles andere als glatt verlaufen wird.
Inhaltlich beziehen sich facts and fiction auf das Konzept des Anthropozän, das hier jedoch programmatisch gewendet werden soll. Kreativdirektor Andreas Horbelt: „In Dubai wollen wir zeigen, dass der Mensch nicht nur zerstörerisch auf den Planeten wirkt, sondern auch Fähigkeiten hat, dank seiner Intelligenz und Kreativität die Entwicklung wieder ins Positive zu drehen.“ Im Schnelldurchlauf verwandeln sich die Besucher dabei zunächst in Fachleute und Spezialisten, dann Experten und schließlich Koryphäen. Die Ausstellung reagiert dabei flexibel auf einzelne Besucher, was mittels eines Namensschildchens geregelt wird.
Im Masterplan befindet sich der Pavillon in der Expo-Zone „Sustainability“, was ein inhaltliches Dauerfeuer mit der ja auch in der Ausstellung behandelten Thematik nahelegt. Deutschland gibt sich darum bewusst niederschwellig und lustbetont, wie die „Welcome Hall“ im Erdgeschoss beweist: Dort erwartet alle „Studenten“ im Rahmen des Ausstellungsteils „Deutschland in Zahlen“ ein riesiges Bällebad, aus dem man vermutlich nie wieder abgeholt werden möchte. (sb)
Man sollte das Ganze dem Postillon zuspielen.
Der macht da sicher 'was Anständiges" draus.
"Dubai, Stadt der Zukunft", sagt da aber auch einer, der das Ding versucht, Ernst zu nehmen.
Höhöhö - welche Zukunft ist das denn, bitte schön?
Wer mir fehlt bei den Mannschaftsbildern (21,22) ist Hartmut Mehdorn. Der hat's bisher immer gerichtet. Der Eisenbieger. Mann für alle Fälle. Aber ja, ganz vergessen: der ist ja bei den Nachtragsverhandlungen für den neuen Haushalt für BER. 2020 oder 21.
Wenn die das mit 2020 in der "Stadt der Zukunft" schaffen wollen, dann brauchen die den ganz sicher. Wir haben ja sonst keinen, der solche Projekte so erfolgreich managen kann.
am ende stinkt der fisch doch vom kopf her.
will sagen, wer ist denn bei diesen expos der bauherr? warum gibt es keinen anständigen wettbewerb mit einer anständigen jury?
hier präsentiert sich deutschland der welt mittlerweile seit jahrzehnten auf eine art, die einfach nur unvorteilhaft, kommerziell, beliebig und peinlich ist. ich fühle mich durch so ein haus nicht repräsentiert, und ich denke, das sehe ich nicht allein so.
wir sind besser, wir können mehr als dieser investorenschund. und dass sich lava für so einen trash hergibt, bestätigt als architekt nun doch all meine vorbehalte gegenüber diesem büro.
Und im Kopf hämmert die Sesamstrasse...wer, wie, was - wieso, weshalb, warum...
Und vor Augen ständig das Bild von Thilo Sarazin - und ich weiß nicht mal warum...