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20.10.2015

Architektur als Botschafter

Deutsche Schule Madrid von Grüntuch Ernst eröffnet


Wenn der Bundesaußenminister zur Eröffnung kommt, ist der Anlass offiziell. Zusammen mit Frank-Walter Steinmeier feierten am 9. Oktober die Schüler und Lehrer der Deutschen Schule Madrid ihren Neubau im Stadtteil Montecarmelo. Bauherr des 60-Millionen-Projekts ist das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Für das Berliner Büro Grüntuch Ernst Architekten, das 2009 zusammen mit den Landschaftsarchitekten Lützow 7 den Wettbewerb in Madrid gewonnen hat, war es der erste Schulbau in Spanien. Kein Wunder also, dass die Deutsche Schule in Madrid sich von den Grüntuch-Ernst-Schulbauten in Berlin in ihrer Form wesentlich unterscheidet und eine für Grüntuch Ernst neue, fast ungewohnte Sprache findet. Polygonförmige, fünfeckige Innenhöfe gliedern den Grundriss der Schulanlage in Waben. Durch diese „geometrisierte Landschaft“ wollten Grüntuch Ernst eine möglichst flexible Netzstruktur für die etwa 1.800 Kinder der drei Schulbereiche schaffen. Formal erinnern die Waben an Bauten wie das Kulturzentrum von Nieto Sobejano Arquitectos in Córdoba.

Kindergarten (zweigeschossig), Grundschule (dreigeschossig) und Gymnasium  (viergeschossig) haben jeweils einen Baukörper mit zentralem Patio bekommen – die polygonale, zum Teil perforierte Dachstruktur verbindet alle Bereiche mit den weiteren Nutzungen wie der Mensa, der Aula, die gleichzeitig als Konzertsaal genutzt werden kann, und der Turnhalle. Dass die Deutsche Schule in Madrid aber nicht nur im Grundriss gedacht und geplant ist, zeigen die Fotos des fertigen Gebäudes. Licht und Schatten verändern die Höfe je nach Tageszeit, gleichzeitig schaffen die Wabenstrukturen kleine Räume, in denen sich niemand verliert, sondern sich Schüler und Kindergartenkinder wohlfühlen können.

1896 gegründet, ist die Deutsche Schule Madrid eine der ältesten Auslandsschulen. Mit dem Neubau zieht die Schule aus dem Zentrum an den nördlichen Stadtrand in ein neues Stadtquartier. Man kann also durchaus von Glück reden, dass hier eher eine kompakte, organisch gewachsene Dorfstruktur und kein steriler Neubauriegel entstanden ist.

„Schulgebäude sind zukunftsweisend und haben eine Schlüsselrolle in der Vermittlung von Baukultur und Nachhaltigkeit“, meinen Armand Grüntuch und Almut Grüntuch-Ernst. Dass ihre Architektur als „Botschafter“ aber nicht nur konzeptionelle und formale Aspekte bedient, erschließt sich in den Details. Was man auf den Fotos nicht sehen kann: Das unterirdische Thermolabyrinth, dessen natürliches Kühlsystem auf einer traditionellen Bauweise basiert. Und die überdachten Außenräume und die Fassadenrücksprünge mindern die sommerliche Wärmelast. (jk)

Fotos: Celia de Coca


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Zu den Baunetz Architekten:

Grüntuch Ernst Architekten
Lützow 7


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