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22.12.2021

Ein Hoch auf Holz

Das Best-of der ID-Redaktion


Holz erlebt einen Boom als Baumaterial, bei Fassaden und im Interior. Designer*innen und Architekt*innen haben erkannt, dass der Werkstoff in Bezug auf seine nachhaltigen Potenziale nahezu unschlagbar ist. Ob Holzhütten-Ästhetik in einem Loft in Buenos Aires oder ein Schindelhäuschen am finnischen See als sakraler Rückzugsort, der Baustoff bringt durch seine Textur eine warme Atmosphäre mit sich, und auch konstruktiv hat Holz immense Vorteile. Elemente können in der Schreinerei vorproduziert und auf der Baustelle schnell montiert werden. Dass Holz im Wohnbereich, im Büro sowie in Wellness-Oasen für eine behagliche Stimmung sorgen kann, zeigen zehn Projekte aus dem vergangenen Jahr.

1. Transformation einer Ikone

Wenn ambitionierte Projekte in die Jahre kommen, gibt es nicht immer ein Happy End. Größer wird die Wahrscheinlichkeit mit der Hilfe ambitionierter Architekt*innen. In Mexiko-Stadt hat sich eine vierköpfige Familie vom Studio Escobedo Soliz in ihrer modernistischen, 55 Quadratmeter großen Maisonette ein neues Layout planen lassen. Nun leben Eltern und Kinder endlich mit Stauraum, Privatsphäre und jeder Menge Holz.

2. Turm am Abhang

Das norwegische Büro Resell + Nicca fand mit einem gewagten Anbau am Hang die ideale Lösung für mehrere Herausforderungen, die eine fünfköpfige Familie in ihrem Haus in Oslo zu bewältigen versuchte. Die Erweiterung in Form eines Turms mit einer verglasten Brücke bietet nicht nur mehr Platz und behagliche Innenräume aus verschiedenen Holzarten, sondern auch eine großzügige Dachterrasse mit Ausblick sowie einen Zugang zu einem zuvor ungenutzten Garten.

3. Häuschen auf Haus
Im dichten Zentrum der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires hat die Architektin Ana Sol Smud einem Wohnhaus ein Penthouse aufs Dach gesetzt, das mit Holzhütten-Ästhetik zur grünen Enklave für die Bewohner*innen wird. Um den Bezug zur Großstadt dabei nicht abreißen zu lassen, holt sie die Atmosphäre des Viertels über zwei Patios, einen Balkon und einen Dachgarten mit 360-Grad-Panorama wieder hinein.

4. Sakraler Rückzugsort
Zur Ruhe kommen und klare Gedanken fassen – das geht am besten in der Natur. An einem finnischen See bauten die Architekten Teemu Pirinen und Lauri Salo für einen Freund ein modernes Schindelhäuschen als Arbeits- und Gästezimmer. Beim Exterieur brechen die Architekten mit den Klischeevorstellungen nordischer Ferienhausarchitektur. Statt von ochsenrot gestrichenen Blockhäusern ließen sie sich von Abenteuerfilmen aus den Achtzigerjahren inspirieren. So erinnert die Form des Häuschens an eine Holzbasilika im Miniaturformat.

5. Hygge auf Tasmanisch
Wenn in ein Ladenlokal ein Büro einziehen soll, stehen die Architekt*innen vor besonderen baulichen Herausforderungen. Im tasmanischen Hobart transformierte Cumulus Studio einen ehemaligen Shop in das Office eines Planungsbüros und musste dabei mit limitierter Fläche und einem Mangel an Fenstern umgehen. Die Lösung: Durch viel Holz, Textilien und Polstermöbel wird der begrenzte Raum zu einem warmen Mikrokosmos, der wie eine Antithese zum hyperurbanen Umfeld wirkt.

6. Multifunktionales Minihaus

Mangelnder Wohnraum, zu teure Miet- und Grundstückspreise: In den Metropolen ein Dauerthema. Eine Lösung für die städtische Wohnungszukunft können Tiny Houses wie die „Cabin One“ von Simon Becker und Andreas Rauch bieten – ungenutzte Flächen auf Dächern liefern hierfür das Potenzial. Ebenso lässt es sich in stadtnaher Natur oder gar in der Wildnis mit höchstem Wohnkomfort leben. Die Minimalhäuser sind aus nachhaltigem Holz und bestehen aus einem 35 Quadratmeter großen Grundmodul, das sich erweitern lässt.

7. Höhle mit Kino

So extrovertiert geht introvertiert! Ein Filmproduzent hat in seinem Garten in Ostflandern ein Gästehaus mit Showeffekt errichten lassen. Die Architekten Dries Vens und Maarten Vanbelle ersannen einen Zufluchtsort, dessen Wände die Möblierung übernehmen. Regalböden und Ablageflächen wachsen nahtlos aus den Wänden heraus. Auch die Ummantelung des Wohnzimmerkamins ist aus Schichtholz konstruiert. Die Übergänge zwischen den Decken, Wänden und Böden zeigen Kanten, Abstufungen und Umbrüche, genau wie der Unterbau des Bettes. Es offenbart sich eine expressionistische Sprache, die an die Kulissen aus dem Stummfilmklassiker „Das Kabinett des Dr. Caligari“ erinnert.

8. Ferien am Fluss
Im brasilianischen Rifaina, am Ufer des Rio Grande, bauten mf+arquitetos ein luxuriöses Ferienhaus aus natürlichen Materialien. Neben Stein ist das Cumarú-Holz, eine lokale Holzart vom Baum der Tonka-Bohne, ein wichtiges Gestaltungselement, das sich in jedem Raum wiederfindet: als Wandverkleidung, an der Decke, bei Möbeln und Einbauten. „Es soll eine Verbindung zur Natur herstellen“, sagt Mariana Garcia Oliveira. Auch der Grundriss sorgt für fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenbereich.

9. Tempel der Elemente

Badeanstalt war gestern: Das Jodschwefelbad des Architekten Matteo Thun im oberbayerischen Bad Wiessee ist eine Hommage an heilende Quellen, an schlichte Ästhetik – und an lokale Holzbautraditionen. Der ebenerdige Bau besteht aus mehreren Kuben mit Oberlichtbändern unter dem Flachdach. Das Interieur orientiert sich optisch an der Ruhe japanischer Teehäuser. Mönchisch klar wirken die vierzehn Kabinen mit Wanne und Ruheliege. Jede Zelle verfügt über ein hohes Fenster mit kleiner Terrasse im Stil eines Zen-Gartens. Dahinter schirmen Holzlamellen den Blick ab und gewähren Intimität, darüber ein Stück Himmel.

10. Schlafen bei Schafen
Die moderne Interpretation eines Farmhauses gelang FMD Architects mit ihrem Projekt Coopworth auf Bruny Island in Australien. Benannt ist es nach der Schafsrasse, die die Bewohner auf den umliegenden Wiesen halten. Die Grundfläche des Gebäudes ist extra knapp bemessen, um den Tieren möglichst wenig Weideland streitig zu machen. In den Innenräumen ist Holz das bestimmende Material. Die Wolle der Schafe dient als Dämmung und stellt eine optische Brücke her zur landwirtschaftlichen Umgebung des Hauses.


Zum Thema:

www.baunetz-id.de


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