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28.05.2019

Konfuzius in Dublin

Chinesisches Kulturinstitut von Robin Lee Architecture


In der Lehre des Konfuzius nimmt Bildung eine zentrale Rolle ein: Durch sie könne die Menschheit eine edle Geisteshaltung und letztlich Freiheit erlangen. Kein Wunder also, dass der chinesische Philosoph als Namenspate herhält für eine vom chinesischen Staat getragene Bildungseinrichtung, die sich um die globale Verbreitung von Sprache und Kultur der Volksrepublik China bemüht.

Doch anders als vergleichbare Kulturinstitutionen wie dem Goethe-Institut oder dem British Council stehen die Konfuzius-Institute hierzulande in der Kritik. Grund ist ihre finanzielle und politische Einflussnahme auf sowie räumliche Nähe zu öffentlichen Hochschulen weltweit. Viele der über 500 Zweigstellen befinden sich direkt auf Universitätscampi.

So auch in Irlands Hauptstadt Dublin, wo die Organisation seit 2006 Räume einer Business-Schule auf dem Campus des University College Dublin nutzte. Nun bezog das Institut auf dem Campus der staatlichen Universität einen eigenen Acht-Millionen-Euro-Neubau. Die Planung stammt von Robin Lee Architecture (Dublin/London), die den entsprechenden Wettbewerb 2013 gewannen.
 
Analog zu seinem Programm – dem kulturellen Austausch – übersetzt das Gebäude chinesische Architekturtradition in westlich geprägte Bauweise. Auf einem Wiesengrundstück inmitten des Campus entstand der knapp 2000 Quadratmeter große Hochschulbau, dessen Pavillonarchitektur sich im Wasser des Campussees spiegelt. Anders als die meisten seiner Nachbarn wirkt das Institut offen und leicht: Das quadratische Erdgeschoss schafft als Gewände aus sandgestrahltem Jura-Kalkstein eine fast verschwenderische Portalsituation, die durch große Fenster Einblicke eröffnet. Auf diesem Sockelgeschoss ruhen die beiden zikkuratähnlich gestaffelten Stockwerke, die mit raumhohen, exolierten Aluminiumfenstern an die vergoldeten Dächer der Verbotenen Stadt erinnern.

Auch im Grundriss lässt sich die Fusion der typologischen Vorbilder ablesen: Die streng rechtwinklige Raumgruppierung um einen Lichthof erinnert sowohl an die Struktur der traditionellen Vierseithöfe um Peking als auch an europäische Atrienarchitektur. Sind in der oberen Etage die Büros der Verwaltung und Konferenzzimmer untergebracht, bietet das vom eichengetäfelten Atrium geprägte Erdgeschoss mit Galerien, Auditorium, Bibliothek und Restaurant den öffentlichen Funktionen Raum. Im ersten Obergeschoss finden sich schließlich die Seminar- und Klassenzimmer – darunter auch eines, das ausschließlich den korrekten Manieren bei Esszeremonien gewidmet ist. (kms)

Fotos: Donal Murphy


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