Crazy Curves
Campusneubau von Thomas Heatherwick in Singapur
Ein sich windender Brückenbau für Google im Silicon Valley, eine prankenartige Glashaube für Bombay Sapphire in Südengland – Heatherwick Studio zieht gerade mit kühnen organischen Formen die internationale Aufmerksamkeit auf sich. Jetzt hat das Londoner Büro eines seiner ersten Großprojekte in Asien realisiert. In Singapur hat Gründer Thomas Heatherwick ein gewagtes Design auf dem Campus der Nanyang Universität gesetzt.
Ein Ensemble aus zwölf gekehlten Betontürmen mit begrünten Dachterrassen ist Heatherwicks Learning Hub. Wülstig wie ein Pilzgewächs ragt es über acht Stockwerke in die Höhe. Eine neue Form des Wissenserwerbs soll diese veganomorphe Architektur den Studenten der Technischen Universität in Singapur offerieren.
Jede der schmalen Turmkonstruktionen ruht auf einem Grundriss, der jeweils nur ein Seminarzimmer einfängt. Ein Lernen in kleinen Gruppen, nicht der Frontalunterricht, soll in den gerundeten Räumen angeregt werden. Über offene Treppenhäuser zwischen den gewölbten Türmchen werden die Räume erschlossen. Ein schmales Atrium wird über die Stockwerke von umgehenden Loggien gerahmt.
Thomas Heatherwick beschreibt sein Learning Hub als eine architektonische Möglichkeit, „die traditionelle Universität zu überdenken“. Die Nanyang Technical University lobt das „futuristische Design, das zum interaktiven Lernen anregt“. In diesem neuen Campusbau, so das Ansinnen des Bauherrn, sollen die Studenten sich als zukünftige Businesspartner verstehen und neueste Unternehmensideen entwickeln können. Damit der Spirit unter den angehenden Geschäftsleuten auch stimmt, integrierte Heatherwick Ornamentreliefs in die rosa gefärbten Innenwände. Ein dekoratives Element, das man auch in einem Buddha-Tempel finden könnte. (sj)
Fotos: Hufton + Crow
Unterm Strich müssen die Nutzer das finale Urteil fällen, ob es sich um großen Sinn oder Unsinn handelt: Wenn hier wirklich besser gearbeitet / gelernt / gedacht werden kann als in einem Gebäude mit "konventioneller" Form, hat es mehr als nur eine Daseinsberechtigung - dann ist es großartig und eine Bereicherung für die Architektur. Wenn es diesen Ansprüchen nicht gerecht wird, ist es jedoch bloß eine formalistische Nebelkerze und jede Kritik angebracht.
Herr Mario Mertens: Denken Sie doch bitte nochmal über Ihre Aussage "Innen wiederholt sich die ewig gleiche Form durch die Geschosse" nochmal nach.
um die Klasse / den Unterrichtsraum herum gebaut. Solche Konzepte würde ich mir in Deutschland wünschen; schon von außen ist zu erkennen, wie die Leute / Schüler unterrichtet werden Einfach Klasse
Von aussen ungewohnt, so dass man erstmal 4 mal hingucken muss, um nicht im affekt zu sagen, dass es albern ist. Der innenhof... da bin ich sprachlos. Die linienführung der Stützen ist wahnsinn. So schön können schräge Stützen sein. Bild 5 ist einfach nur herrlich. Da muss ich irgentwie an Courbets "ursprung der welt" denken :)