Treppensteigen fürs Wohlbefinden
Campuserweiterung in Groningen von KAAN Architecten
Die Universität Groningen wird seit mehreren Jahren großzügig erweitert. Mittlerweile ist zumindest das nördliche Teilgebiet des noch immer epxandierenden University Medical Center Groningen bebaut. Allerdings war das Areal bislang von der historischen Stadt abgeschnitten, obwohl es nicht weit entfernt liegt. Mit der Fertigstellung des Anda Kerkhoven Centre, einem Bildungszentrum der medizinischen Fakultät, soll diese stadträumliche Verbindung wieder hergestellt werden. Zudem soll der Neubau Eingang und Verbindungsstück des Healthy Ageing Campus bilden. Das Forschungsgelände ist der Zusammenarbeit von Kliniken, Wissenschaft und Industrie gewidmet. Errichtet wurde das Anda Kerkhoven Centre nach Plänen von KAAN Architecten (Rotterdam).
Das Gebäude liegt auf einem Grundstück, das ehemals Teil der Verbindungsstraße zum Stadtzentrum war. Es setzt sich aus fünf unterschiedlich großen Volumen zusammen. Eines ragt als turmartiger Block empor, die übrigen sind im flacheren Bauteil mit halböffentlichen Räumen zusammengefasst. Mit einer verhältnismäßig schmal wirkenden Fuge schmiegt sich das 12.250 Quadratmeter fassende Bildungszentrum an mehrere Bestandsbauten an – darunter das 2013 fertiggestellte Labor von Rudy Uitenhaak, das den Beginn der großangelegten Erweiterung markierte. Für Gestaltung der öffentlichen Bereiche und Terrassengärten sind Felixx Landscape Architects & Planners (Rotterdam) verantwortlich.
Das Hauptaugenmerk der Gestaltung lag den Architekt*innen zufolge auf der Schaffung einer gesundheitsfördernden Umgebung. Edles Material, Komfort, natürliches Licht und Belüftung sowie ein Dachgarten sollen dazu einladen, sich über den Unterricht hinaus auf dem Campus zu engagieren. Das strenge Raster der schmalen Fensterformate an den nördlichen Fassaden des hohen Gebäudeteils wird nach Süden hin durch breitere und locker gesetzte Öffnungen gebrochen.
Innen tragen dasselbe sandfarbene Mauerwerk wie außen, glatt geschliffener Sichtbeton, reinweiß verputzte Flächen und Eichenholzelemente zur heiteren Atmosphäre bei. Ein horizontaler, als Foyer bezeichneter Raum öffnet den Blick nach außen und umfließt die auf Betonstützen aufgeständerten, gemauerten Volumen. Darin befinden sich die sogenannten Seminarhallen mit Food Court, Auditorium, Hörsälen, Projekträumen, Besprechungszimmern und einem unabhängigen Gewerbebereich.
Der achtgeschossige „Lernturm“ beherbergt die Unterrichts- und Computerräume sowie ein Skills Lab. Eine Treppe mit integrierten Arbeitsbereichen dient hier der Erschließung – und zwar ausdrücklich: Aufzüge sind zwar vorhanden, halten aber nur auf jedem zweiten Stockwerk. Was in puncto Barrierefreiheit mehr als unzeitgemäß klingt, soll laut Campusmotto die Gesundheit der Nutzer*innen bis ins hohe Alter fördern. (kms)
Fotos: Sebastian van Damme, Marcel IJzerman
- Team:
- Koen Bosman, Javier Cuartero, Sebastian van Damme, Luuk Dietz, Raluca Firicel, Lisa Goes, Narine Gyulkhasyan, Aleksandar Hrib, Wouter Langeveld, Guilherme Miranda, Hana Mohar, Theodossis Montarnier, Alexis Oh
- Architektur:
- KAAN Architecten (Kees Kaan, Vincent Panhuysen, Dikkie Scipio)
- Landschaftsarchitektur:
- Felixx Landscape Architects & Planners
- Fläche:
- 12.250 m² Fläche
Nur sollte eine sinnvolle Anordnung eben sauber geplant werden und die Ausführung dann entsprechend gut überwacht werden. Und nein, das ist keine "deutsche Meckerei" sondern sollte bei einem Sichtbacksteinbau eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
Grundsätzlich finde ich das gut, daß die Treppe als Erschließungselement in den Vordergrund gerückt wird, anstatt sie hinter Schleusen aus Brandschutztüren zu verstecken, aber ob das hier eine sinnvolle Lösung ist ...?
Kann man dennoch machen. Aber die Sache mit den Dehnfugen ist wirklich etwas kontraprodutiv und auch nicht banal. in 3+ Jahren kommen die so richtig raus. Wer Minimalismus will, muss wissen, wie man detailliert. Das ist so wie Barock wollen, ohne zu wissen, wie Ornament geht. Anderen Mörtel benutzen! So einfach ist das.