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CCTV-Fassade in Peking fertig
Pünktlich zwei Tage vor Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Peking vermeldet das Office for Metropolitan Architecture OMA (Rotterdam/Peking) am 6. August 2008 die Fertigstellung der Fassade des CCTV-Turms für das staatliche Fernsehen Chinas. Damit ist das neue Wahrzeichen der chinesischen Hauptstadt nun fotogen genug für die Übertragungen der Olympiade. Der Entwurf für das Projekt stammt von Rem Koolhaas und Ole Scheeren (OMA).
Mit den Bauarbeiten der 600.000 Quadratmeter großen Senderzentrale auf dem Areal einer ehemaligen Motorradfabrik war im September 2004 begonnen worden. Die Fassaden von CCTV spiegeln die unregelmäßige Geometrie der Stahlkonstuktion des Gebäudes wider: Dieses teils dichte, teil offene Netz diagonaler Träger veranschaulicht die Kräfteverteilung des Tragsystems unter den jeweils wirkenden statischen Bedingungen. Dies wird besonders bei der 75 Meter horizontal auskragenden „Schleife“ deutlich, die in einer Höhe von 162 Metern Höhe „schwebt“.
Die Fertigstellung des Turms ist für das Jahr 2009 geplant.
Nur so zur Info: Die Fassade für dieses Gebäude (CCTV) wurde von einem der größten chinsischen Fassadenbauer geklebt (Jiang-He) - dieser Fassadenbauer zeichnet sich unter anderem dadurch aus, daß er in einem Qualitätsniveau arbeitet, das weit über dem chinseischen Durchschnitt liegt (komplett durchgängiges QS System) - ich kann das sagen, denn im Rahmen einer Maschinenanfrage um den Klebeprozess der SG Rahmen zu automatisieren hatten wir einen Termin in einem der Produktionswerke von Jiang-He und ich bin wirklich erstaunt gewesen über die Zustände vor Ort - ich war da erheblich schlechteres gewohnt. (Nur um Mal das Thema unwürdige Zustände zu streifen) Die Fassaden- bzw. Rahmenstruktur soll übrigens einen Kartenausschnitt der Straße der Innenstadt dar, falls das noch nicht bekannt war. Gruß MaBo
Tragisch, dass dies gerade Koolhaas passiert, dem kritischen Denker. Vermutlich geht damit die Ära Koolhaas zu Ende. Zumindest was die Teilnahme an einer substantiellen, relevanten Architekturdiskussion angeht Andererseits ermöglicht die Präsenz des Gebäudes dem Büro nun endgültig die kommerzielle Abschöpfung seiner unterbezahlten Vorarbeit. Ein Umstand über den Koolhaas ja so heftig und ausdauernd lamentiert hat. Er wird sich damit wohl einreihen in die Gruppe der selbstreferentiellen - aber wohlhabenden -Popstars wie Gehry, Hadid etc.
Und wir bestaunen hier die Importkistchen, ohne Ahnung, unter welchen unwürdigen Bedingungen diesen hingeknallt wurden....Und dann sabbern wir wieder bei Rem-Interviews und Huldigungen.
die chinesen mögen das gebäude übrigens überhaupt nicht: sie nennen es "die hose" oder "den knieenden mann". als ein wahrzeichen für das staatsfernsehen empfinden sie das motiv "hose" oder eine kniende geste ziemlich unpassend. und ich hoffe, dass jetzt keiner mit dem pariser eiffelturm argumentieren wird, den anfänglich ja auch keiner mochte...der ist im vergleich zur oma-hose immerhin zeitlos elegant - und beweist sich nach einem jahrhundert noch als wahres ingenieurbauwerk...aber trotzdem mag ich die oma-hose irgendwie.