Skalpellscharf gefaltet
Bürohochhaus von KPF in London
In der City of London, auf dem Eckgrundstück zwischen Lime Street und Leadenhall Street, erhebt sich ein neues, 190 Meter hohes Hochhaus. Der Büroturm mit dem Namen The Scalpel befindet sich damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum 30. St Mary Axe und dem Willis Building, beide von Norman Foster. Auch die von Richard Rogers gebauten 122 Leadenhall Street sowie das Lloyd’s Building stehen direkt nebenan. Nun versucht das 35-stöckige Hochhaus, geplant von der Londoner Niederlassung des Architekturbüros Kohn Pedersen Fox Associates (KPF), im Cluster mit den berühmten Nachbarn zur Ergänzung der Skyline beizutragen. Inspiration lieferten hierzu die Faltmethoden des Origami.
Um den Blick auf die St.-Pauls-Kathedrale zu schützen, musste der Neubau von wichtigen Aussichtspunkten aus entweder abgestuft oder hinter die Kuppel der Kathedrale geneigt werden. Das Hochhaus beugt sich zurück und schafft eine gespiegelte Geste mit dem Leadenhall Building. Die gefalteten Glasfassaden bilden dabei eine kristalline Form, die durch helles, die Falzlinien nachzeichnendes Metall betont wird.
Das Hochhaus soll den öffentlichen Bereich am Sockel um einen neuen Platz erweitern. Und für dessen Belebung soll vor allem ein Café im Erdgeschoss sorgen. Als Investor fungierte das Versicherungsunternehmen W.R. Berkley, das hier nun seinen britischen Hauptsitz hat. Außerdem befindet sich hier eine Vielzahl von Büroräumen, die gesondert vermietet werden können. Ein versetzter Kern an der Südseite des Gebäudes sorgt für große, flexibel planbare Büroräume und soll die unmittelbar von der Sonneneinstrahlung betroffenen südlichen Büroflächen verschatten.
Vier Reliefplatten aus Stein – die so genannten Woodford Stones, die die vier Elemente (und die höchsten Versicherungsrisiken) darstellen – wurden auf Straßenlevel in die Fassade integriert. Der Bildhauer James Woodford hatte sie zur Eröffnung des ehemaligen Lloyd’s-Gebäudes von 1957 angefertigt. Nach dessen Abriss 2004 wurden sie an der Lime Street 52-54 angebracht und nun erneut transloziert. (mg)
Fotos: Hufton + Crow und Timothy Soar
es soll ja mitlerweile produkte namhafter hersteller geben, die das tageslicht in die tiefen sphären des bürojungels bringen können.
das fassaden noch immer so wenig können...
die wenigen versuche dazu sind zu schüchtern, zu vorsichtig...
wozu bspw. all die zertifizierungssysteme, wenn zu beginn der 20er jahre die 80ger herauskommen?
wozu das ganze glas, wenn am ende des tages einzig die neonröhre die zuverlässigste arbeit geleistet hat?
ü100m fassade ohne wirksamen äußerlichen sonnenschutz,
klatschen werden hier nur die vögel...
Gegenueber der Kirche waere eine separate Ladenzeile mit ein paar schnoeden Geschaeften, Cafes und Restaurants (als "Podium" den Sockel des Hochhauses bildend) sicher nicht schlecht gewesen. Haette aber das abstrakte "Kunstwerk" des genialen Kuenstler-Architekten gestoert, daher undenkbar.----Stattdessen sind jetzt ein paar winzige Gewerbenutzungen im Innern des Hochhauses versteckt worden, von aussen fast unsichtbar. Merke: Die Qualitaet eines Hochhauses erweist sich daran, wie es im Erdgeschoss auf dem Boden steht und mit dem umgebenden oeffentlichen Raum und den benachbarten Gebaueden (hier: die Kirche) kommuniziert.
.......... und dann kommt erst irgendeine mehr oder weniger peinliche Linienführung, die sozusagen der Stadt eingeschnitten wird.
Hierin erweist sich London als die Stadt von Monthy Python, mit viel Humor und wildem Individualismus
hör lieber auf, die leute gucken schon...
- weil ich in einem altbau sitzend meiner arbeit nachgehen darf und mir nicht so eine absurde skyline reinziehen muss wenn ich ausm fenster schau.
fröhlich fröhlich - highrise nimmer löblich
king lui freut sich über seinen großstadttschungel in dem die bienchen und blümchen dem finanzwesen dienen