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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Buerogebaeude_von_Mateo_in_Paris_1516359.html

10.02.2011

The Factory

Bürogebäude von Mateo in Paris


Als bekennender Fan der deutschen Band „Rammstein“ muss ein Bürogebäude aus der Feder des katalanischen Architekten Josep Lluis Mateo (Barcelona) natürlich einen entsprechend rauen Namen tragen: „The Factory“ heißt „sein“ kürzlich eröffnetes Bürogebäude in Paris, das dem Fernsehsender France 2 bereits eine eigene Sendung wert war. Dabei spielt der Titel allerdings vorrangig auf die historischen Gegebenheiten des Ortes an: Am Standort des rund 17.000 Quadratmeter großen und 37 Millionen Euro teuren Neubaus in der Avenue Emile Zola befand sich früher die Renault-Fabrik.

Das Konzept des auffällig gestalteten Neubaus war zum einen, das große Volumen des Baublocks durch Einschnitte für Licht und Luft zu gliedern. Andererseits verschafft es dem vorbeilaufenden Fußgänger ein spannendes Raumerlebnis: Die Fassade faltet sich über dem Sockelgeschoss hoch, wird zur modernen Interpretation eines straßenbegleitenden Erkers, der einerseits den Eingang des Bürohauses markiert und dem Gebäude gleichzeitig eine ungewöhnliche Dynamik verleiht. Letztere wird auch durch den Wechsel der Fassadenoberfläche an der Spitze des Gebäudes unterstrichen. Hier öffnet sich der Block zu einem kleinen Garten.

Die Dynamik setzt sich beim Höhenverlauf der Dachlinie des Hauses fort, die sich sanft an die umliegenden Gebäude anlehnt. Im Inneren gibt es einerseits die üblichen, flexibel möblierbaren Bürogeschosse, gleichzeitig wurde bei den gemeinschaftlich und für die Kommunikation genutzten Flächen Wert auf individuelle Gestaltung gelegt: Eingang, Foyer, Konferenzräume und Restaurant.

Der eigentliche „Hingucker“ des Hauses ist aber seine Straßenfassade: Sie ist als tragende (!) Betonwand mit vorgesetzter Aluminiumschale gestaltet, deren unterschiedlich große und kleine Öffnungen dem Tragverhalten des Betons und dessen Spannungsfeldern von Expansion und Kontraktion geschuldet sind. Dabei dient die Aluminiumhülle lediglich der Abdeckung der Wärmedämmung vor der tragenden Wand. Die Wandkonstruktion sei eine „große konstruktive Herausforderung“ gewesen, so Mateo, aber eine Herausforderung, wie sie „der wahre Baumeister liebt“.

Fots: Adriá Goula, www.adriagoula.com


Zum Thema:

Wissenswertes zum Thema Büro – vom Umgang mit den Kollegen über den Mythos des Managers bis zu außergewöhnlich gestalteten Bürobauten – finden Sie unter www.designlines.de/office.


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