Zickzack-Scheiben
Bürogebäude am Spreeufer in Berlin eröffnet
In unmittelbarer Nähe zur denkmalgeschützten East Side Gallery – einem erhaltenen Teilstück der Berliner Hinterland-Mauer – und als Bestandteil der umstrittenen „Mediaspree“-Bebauung ist in Berlin-Friedrichshain kürzlich das Verwaltungsgebäude des Mercedes-Benz-Vertriebs Deutschland eröffnet worden. In Sichtweite des Spreeufers beherbergt das Gebäude der Berliner Architekten Gewers & Pudewill 1.200 Arbeitsplätze.
Bereits vor Baubeginn hatte der neue Nachbar der O2-World für Diskussionen gesorgt (siehe dazu BauNetz-Meldung vom Mai 2011).
Der Neubau befindet sich nicht direkt am Ufer, sondern gleichsam in zweiter Reihe an der Mühlenstraße. Gleichwohl ist die Uferansicht durch einen dreizehngeschossigen Turm im Süden städtebaulich betont. Die weiter ins Landesinnere greifenden Gebäudeteile nach Norden hin sind nur etwa halb so hoch. Nach Westen öffnet sich der 33.200 Quadratmeter große Baukomplex mit drei Höfen sowie zwei begrünten und begehbaren Dachterrassen. Im Erdgeschoss sind ein Showroom, eine Cafeteria sowie ein Restaurant öffentlich zugänglich.
Die Erscheinung des Hochhauses wird durch eine bewegte, rhythmisch gegliederte Glasfassade geprägt. Dafür haben die Architekten ein Gewebe aus vertikal gefalteten Doppelscheiben entworfen: Horizontal gegeneinander versetzt und zickzackförmig gefaltet, reflektieren die Scheiben das Licht abhängig vom Tagesverlauf auf vielfältige Weise.
Fotos: H. G. Esch
Die vorherigen kritischen Beiträge bringen es gut auf den Punkt: "banale Kastenform", die mit Mühe an Gewerbe erinnert. Ja Merit, ich glaube, dass wir es hier wirklich mit etwas sehr einfachem zu tun haben - zumindest was die Fassade angeht.
Ob dadurch der Wunsch nach Retrospektive entsteht, weiß ich nicht. Vielleicht. Dass es sich bei dem Gebäudekomplex um eine stark übertriebene und an dieser Stelle auch provozierende Einfachheit handelt, die viele Menschen unterdessen zu überwinden wünschen, dass glaube ich schon.
Weitere schwache Stellen in Ihrem Beitrag: "wertvolle historische Gebäude wieder entstehen lassen" (aua) und die Frage, ob wir es in dem gezeigten Objekt wirklich mit einem einfachen zu tun haben.
Einfachheit mag hier und da seinen Reiz haben. Aber irgendwann wäre eine wenig mehr Kreativität und Gestaltung doch ganz nett. Kein Wunder, dass man da in Dresden, Potsdam, Duisburg, Freiburg und Frankfurt (Main) wieder wertvolle historische Bauten wiederentsehen lässt.