Bunt am Rhein
Bürobau von Sauerbruch Hutton in Köln
Sauerbruch Hutton treiben es ganz schön bunt am Rhein. Vor kurzem ist nach dreijähriger Bauzeit ihr ovales Büroensemble „Cologne Oval Offices“ für die MEAG/ DKV-Krankenversicherung fertig gestellt worden – zwei Baukörper mit roter und grüner Fassade am Kölner Rheinufer (siehe BauNetz-Meldung zur Grundsteinlegung vom 30. April 2008). Die Berliner Architekten hatten bereits im Jahr 2000 den Wettbewerb mit dem 1. Preis für sich entschieden.
Der insgesamt 42.000 Quadratmeter große Bürokomplex steht auf einem Ufergrundstück, das einst natürliches Schwemmland war, dann mit gründerzeitlichen Villen und Parks belegt wurde und heute neben anderen Gebäuden ein zwölfgeschossiges Hochhaus beherbergt. Um die landschaftliche Qualität des Gebiets bei weiterer Verdichtung zu bewahren, sind die beiden Bürobauten frei geformt. Dabei wurde das bestehende Hochhaus durch die Staffelung der neuen Baukörper in die sonst eher niedrige Umgebungsbebauung eingebunden. Die Farbigkeit der Fassaden soll laut den Architekten den organischen Charakter der Außenräume unterstützen.
Die freien Formen der Gebäudekonturen ermöglichen effiziente Bürogrundrisse: Jedes Haus besitzt drei Kerne, um welche die Nutzflächen jeweils bandförmig anlegt sind. Die Flure weiten sich immer wieder zu Nutzungszonen auf, so dass eine Vielfalt von Büroaufteilungen möglich ist. Die Geschosse können nach Bedarf in drei unabhängige Mietbereiche unterteilt werden, die jeweils durch eine Vorzone vor dem Aufzug eine eigene Adresse erhalten.
Die gläserne Fassade erlaubt eine hohe Tageslichtausnutzung bis in die Tiefe des Grundrisses. Durch die Nähe zum Rhein kann die komplette Temperierung des Gebäudes über die Nutzung von Brunnenwasser geregelt werden. Die Baukosten werden mit 66 Millionen Euro angegeben.
Alle Fotos: Jan Bitter
mit bunten fassaden etc. gebaut werden unabhängig von der jeweiligen funktion ? schön sind die gebäude, keine frage...... ( hoffentlich verdient man in dem büro wenigstens gut - sollte man eigentlich die ausführungsdetails gibt es ja inzwischen schon )
Glücklicherweise aber sind Architekten zu einem gewissen grade "Nerds", die sich nur zu einem gewissen grade darum kümmern müssen, was den Anwohner gerade so gefällt. Die Zeiten des partizipatorischen Entwerfens haben wir nun doch überwunden und langsam sieht man in der Zunft ein, dass uns die Soziologen zwar Impulse, aber auch keine Lösungen bringen konnten. Und um eines klar zu stellen: es geht hier nicht darum, etwas "Langweiliges" erstellt zu haben. Darin besteht ja genau das Problem: mit viel Tamtam über die Langeweile hinwegtäuschen zu wollen.