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17.09.2009

Marte.Marte Architects

Bücher im BauNetz


Die beiden Brüder Bernhard und Stefan Marte stammen aus Dornbirn im österreichischen Vorarlberg und sind bislang auch noch nicht besonders weit von dort weg gekommen. Beide haben im nahen Innsbruck studiert und gründeten 1993 ihr eigenes Büro Marte.Marte Architekten in Weiler. Die bemerkenswerte Architektur, die sie dort seitdem produzieren, zeichnet sich vor allem durch ihre klare Gliederung, die konzeptionelle Konsequenz und ihre flächige Materialsprache aus. Auf angenehme und entspannte Weise schaffen sie eine Mischung, die lokale Traditionen und moderne Gestaltung gleichermaßen zu berücksichtigen scheint – sei es in Beton, Stampflehm, Sperrholz oder Stein.

Der Rezensent war schon vor dem ersten Blick in die nun vorliegende Monographie der Architekten ein Anhänger von deren Arbeiten. Unbefangen sicher nicht, eher im Gegenteil, voll großer Erwartungen und es kann als positive Leistung des Buches gewertet werden, diese Erwartungen nicht enttäuscht zu haben. Das Buch ist ein würdiger Vertreter der architektonischen Sprache der beiden Marte-Brüder: Es ist in seiner Materialsprache konzeptionell radikal, aber gleichermaßen angemessen und bescheiden. Es ist vor allem: schwarz. Ob das ein ironischer Bezug ist zur bevorzugten Kleidungsfarbe des Architekten? Nicht nur das schwarze Cover, in das der schlichte Titel mit schwarzen Buchstaben eingeschnitten wurde, auch die schwarzen Innenseiten mit weißem Text und der schwarze Schnitt der Buchseiten machen aus der Publikation einen Monolithen – etwas düster, aber irgendwie magisch. „Schlag mich auf“, flüstert es.

Innen haben die beiden Brüder, die auch Herausgeber ihrer Monographie sind, die „Partitur“ ihres Buches in fünf Akte geteilt: Personen, Außen, Innen, Ideen und Akteure. Es beginnt mit Porträtaufnahmen der Bauherren, und schon das ist ein Ausrufezeichen. Schade zwar, dass weitere Angaben zu den Auftraggebern fehlen, aber schon diese (schwarz-weißen!) Aufnahmen vor „ihren“ Gebäuden erzählen etwas.
Im zweiten Kapitel folgen die Außenaufnahmen und Pläne, im dritten die Innenaufnahmen der Gebäude. „Ideen“ zeigt Unrealisiertes und zum Schluß folgt eine Fotosammlung, in der die Architekten, ihr Team und das Umfeld des Büros gezeigt wird.



Das mag zunächst prätentiös erscheinen, wird aber bei jedem genaueren Hingucken nur noch lesenswerter und liebevoller. Lediglich die Verteilung der Gebäude auf vier Akte erweist sich dann doch als mühsam – der interessierte Leser wird dadurch zum dauernden Blättern zwichen den Kapiteln gezwungen, möchte er die Innen- mit den Außenaufnahmen zusammen betrachten oder die Gesichter der Bauherren ihren Gebäuden zugeordnet wissen.
Aber das Blättern ist ein kleiner Preis, den man dieser ungewöhnlichen Buchidee gerne zahlt. Ein ebenso konsequentes wie liebevoll gestaltetes und informatives Buch, das als Objekt die Architektursprache von Marte.Marte zu repräsentieren weiß. Mehr kann ein Buch über Architektur nicht sein. (-fh)

„Marte.Marte Architects“ von Stefan und Bernhard Marte (Hrsg.), 415 Seiten, 250 Farbillustrationen, (schwarzes!) Hardcover. Springer Verlag, 2008, 58,80 Euro.
ISBN 978-3-211-79199-8


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