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17.03.2014

Wo juckt es denn?

Bücher im BauNetz


Umgeben von der alltäglichen Bilderflut, fällt es heute manchmal schwer, zwischen guten und weniger guten journalistischen Werken zu unterscheiden. Das Bild ist wichtigste Größe unserer Zeit, und der Text wird als Füllstoff zwischen üppigen (Anzeigen-)Motiven verstanden. Ganz ähnlich steht es mit dem journalistischen Anspruch, Dinge, über die man schreiben möchte, tunlichst selbst gesehen zu haben. Allzu oft ersetzen Wikipedia, Suchmaschinen und einschlägige Blogs, was früher Recherche, persönliche Kontakte und Faktenchecks waren. Kurz: das Medium Print steckt in einer Sinnkrise, die vor allem dadurch bewältigt zu werden scheint, dass das eigentlich langsame Medium versucht, genauso schnell, visuell und plakativ zu werden, wie es die neuen Medien sind.

Einen ganz anderen Weg geht das Schweizer, ja, wie soll man es eigentlich nennen – Magazin? – Reportagen. Sechs mal pro Jahr entführen herausragende Autoren mit ihren Geschichten in eine andere Welt, und zwar die der Realität – wenn auch nicht der eigenen. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es den arbeitslosen Jugendlichen in Spanien wirklich geht? Wussten Sie, dass es in China neben vielen anderen Sonderbarkeiten sogar gefälschte Hühnereier geben soll, oder warum Kinder in Washington sich an ihrem Geburtstag sich nichts mehr wünschen als eine große Zucchini? Reportagen liefert mittels der namensgebenden Textgattung einen Zugang zu fundierten, unterhaltsamen und äußerst überraschenden Geschichten, die man in den gängigen Medien zunehmend vergeblich sucht. Aktualität spielt dabei eine geringere Rolle als Tiefgang, Sensationen weichen Emotionen und Information wird Unterhaltung.

Jede Ausgabe von Reportagen enthält sechs dieser Geschichten, wovon es sich bei einer um ein historisches Thema handelt (das nicht minder spannend zu lesen ist). Das buchhafte Magazin kommt ohne Abbildungen aus (auch der Titel ist rein typografisch gestaltet), ist aber durch zeitgemäße Infografiken aufgelockert, die einzelne Zusammenhänge zusätzlich verdeutlichen. Relevante und latent aktuelle Themen, faszinierende Orte und bewegende Einzelschicksale – recherchiert und erstklassig erzählt von profilierten Journalisten und Schriftstellern: ein Gegenmodell zu den Medien unserer Zeit und der Beweis, dass Wissen alles andere als langweilig ist. Reportagen kratzt an der Oberfläche – und zuweilen geht das auch unter die Haut.

Reportagen ist im Buchhandel, an großen Kiosken, in gut sortierten Verkaufsstellen und im Abonnement erhältlich – jeweils mehrere Stunden Lesespaß sind garantiert.
(Stephan Burkoff)


Zum Thema:

www.reportagen.com


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