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30.08.2012

Concrete

Bücher im BauNetz


Beton hat außerhalb von Architektenkreisen nicht das beste Image und wird oft vorschnell als kalt, ungemütlich und brutal abgestempelt. Ja, allein der alte Begriff Brutalismus sagt schon alles über die allgemeine Wahrnehmung von Betongebäuden – dabei leitet sich diese Wortschöpfung gar nicht von dem Adjektiv brutal ab, sondern von dem Französischen „béton brut“ – „roher Beton”. Architekten lieben Beton. Es ist genau dieses Rohe, dieses Ehrliche und dieses Formbare, was sie begeistert.

Gerade ist ein Buch erschienen, das sich ganz dem Baustoff Beton widmet. „Concrete“ ist ein Bilderbuch, eine Reise durch die Welten der Beton-skulpturen. Schöne Fotos zeigen Projekte von dem Schweizer Büro Marte.Marte Architekten, Berthuld Lubetkins Pinguin Pool in London, die Schalenbauten von Felix Candela, Häuser von Toyo Ito, Tadao Ando, Herzog & de Meuron, Carlo Scarpa, Gottfried Böhm, Le Corbusier und vielen anderen sind hier auf fast 250 Seiten im Großformat zu bewundern – eine spannende Mischung in ungewohnter Reihenfolge. Gegliedert werden die Betonarchitekturen nicht nach baugeschichtlichen, sondern nach thematischen Punkten wie Form, Textur, Landschaft, Maßstab oder Licht. Auf den Doppelseiten stehen sich Gebäude von Fritz Wotruba und Rudolf Steiner, von Oscar Niemeyer und Jørn Utzon, von Lina Bo Bardi und SANAA gegenüber. 

„Concrete“ ist ein einfaches kluges Buch; es ist schön gemacht und kommt ohne viele Worte aus. Angesichts aktueller Debatten um den Umgang mit dem gewaltigen Erbe der Nachkriegsmoderne und um ein Bewusstsein für zeitgenössische Architektur zu schaffen, trifft es den Nerv der Zeit. Ein Ausschnitt einer roh gegossenen Betonwand, in der die Maserungen der Holzschalungen sichtbar geblieben sind, ist als Titelbild in den Umschlag geprägt und liefert das  erste Argument für die Liebe zum Beton: seine Haptik. (jk)

Concrete

Phaidon Press 2012
Hrsg. von William Hall
mit einem Essay von Leonard Koren
Englisch, 240 Seiten, Hardcover
39,95 Euro

phaidon.com


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