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16.07.2013

Ei in der Schachtel

Britten-Archiv in England eröffnet


Idyllischer kann ein Archiv kaum liegen als im denkmalgeschützen Garten des ebenfalls denkmalgeschützten Hauses, wo der Komponist Benjamin Britten und sein Partner, der Tenor Peter Pears gelebt und gewirkt haben. Pünktlich im 100. Geburtsjahr Brittens ist jetzt ein Archiv- und Forschungszentrum von Stanton Williams Architects (London) in Aldeburgh an der Ostküste Englands eröffnet worden.

Die große Sammlung von Noten, Briefen, Fotos, Büchern und Schallplatten, die Britten und Pears zusammengetragen haben, bildet inzwischen eines der wichtigsten Archive für Musikgeschichte des Landes. Um ihm mehr Raum und vor allem auch bestmögliche klimatische Bedingungen zu geben, haben die Architekten ein Gebäude entworfen, das alle funktionalen Bedingungen erfüllt und sich zugleich harmonisch in seine  Umgebung einfügt: Der schlichte Bau hat eine Ziegelfassade, verbindet sich damit optisch mit dem Bestand und bietet zugleich eine solide Speichermasse für die Klimatisierung.

Das Archiv setzt sich aus zwei ineinandergestellten Bauteilen zusammen. „Egg in the box“, nennen die Planer das Prinzip, wenn auch der innere, geschützte Kern keine Eiform hat. Mit dicken Wänden beherbergt er wie ein Schatzhaus die Sammlung. Zwischen innerer und äußerer Schale liegt eine Pufferzone, wodurch die Feuchtigkeit und die Temperatur zusätzlich geregelt werden. Dieser Gebäudeteil ist wegen der Flutgefahr leicht angehoben. Im Norden der äußeren Schicht liegen unter einem Gründach Büros und ein Studierraum; durch große Fenster blickt man in den üppigen Garten.
Innen haben sich die Architekten auf wenige Materialien beschränkt: Betondecken und -stützen als weitere Speichermasse und Holzeinbauten sowie -böden für eine warme Atmosphäre.

In dem neuen Archivgebäude sind nun erstmals alle Stücke der Sammlung zusammengeführt. Anderswo ist Platz entstanden; so wurde das Studio wieder hergestellt, in dem Britten bis 1970 so berühmte Stücke wie das War Requiem komponiert hat, und das jetzt Besuchern offen steht.

Fotos: Hufton + Crow, Philip Vile


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