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04.02.2025

Archaisch heizen in Helsinki

Biomassekraftwerk von Kivinen Rusanen


Viele historische Kraftwerksbauten sind auch deshalb so beeindruckend, weil sie bewusst als Zeichen einer neuen Zeit gestaltet wurden. Für aktuelle Projekte im Energiesektor könnte dies ebenfalls gelten. Tatsächlich gibt es heutzutage nur selten Infrastrukturbauten, die auch in architektonischer Hinsicht gefallen können. In Helsinki steht nun mit dem neuen Biomasseheizkraftwerk im Stadtteil Vuosaari ein solches Projekt. Der Entwurf stammt von Kivinen Rusanen Architects (Helsinki), die gemeinsam mit Sweco Finland (Ingenieursleistungen und Außenraumgestaltung) die Umsetzung verantworteten.

Das neue Kraftwerk wurde auf dem weitläufigen Grundstück eines bestehenden Gaskraftwerks am östlichen Rand Helsinkis errichtet. Durch die Verbrennung von Biomasse primär aus der Holzverarbeitung entsteht hier CO2-neutral Fernwärme. Die Anlage ist im Besitz des kommunalen Unternehmens Helen Oy.

Aus Vuosaari kommt ein Großteil der Fernwärme für die rund 700.000 Einwohner*innen der finnischen Hauptstadt. Das Kraftwerk hat eine Kapazität von 260 Megawatt thermischer Leistung. Strom produziert es derzeit keinen, eine Umrüstung auf einen kombinierten Betrieb wäre allerdings möglich.

Räumlich besteht die Anlage aus einem abgetreppten Gebäude mit Kraftwerkshalle und Energierückgewinnungssystem sowie einem Komplex aus mehreren Volumen für das Brennstoffmanagement. Ein hoch aufgeständertes Förderband zwischen beiden Bereichen dient der Beschickung des Kraftwerks. Umgeben ist das Gelände von einem mehrere Meter hohen Wall mit gestalteter Vegetation.

Die Umsetzung der Kraftwerkshalle erfolgte als Stahlkonstruktion. Hinter der Hülle aus perforierten Aluminiumpaneelen liegt eine Glasfassade. Die gefaltete Struktur der Fassade sorgt je nach Blickwinkel für unterschiedliche Eindrücke. Die Perforierung lässt zugleich natürliches Licht ins Innere.

Die Hüllen der übrigen Gebäude ähneln dem Kraftwerk, allerdings kamen hier aufgrund eines höheren Bedarfs an Flexibilität verzinkte Stahlpaneele zum Einsatz. Mit Blick auf die Tragfähigkeit wurden Teile der Anlage außerdem in Sichtbeton realisiert.

In architektonischer Hinsicht gefällt insbesondere das Brennstofflager. Mit seinen strebepfeilerartigen Rippen und dem steilen Dach lässt es auch ein wenig an archaischere Gebäudeformen denken. (sb)

Fotos: Max Plunger, Tuomas Kivinen


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