Streng, elegant und atmosphärisch hinreißend
Bibliothek der Humboldt-Uni in Berlin fertig
Die Zentralbibliothek der Humboldt-Universität in Berlin ist fertiggestellt. Der Uni-Präsident Christoph Markschiess hat den Neubau gestern mit dem Architekten Max Dudler (siehe BauNetz-Meldung vom 21. Mai 2008) bei einer Pressebegehung vorgestellt. Dudlers formal strenger Entwurf lehnt sich mit der strukturierten Gliederung der Fassade und der klaren rechteckigen Grundform des Gebäudes an die Formensprache der klassischen Moderne an. Der Neubau liegt am Stadtbahnviadukt zwischen Max-Planch- und Geschwister-Scholl-Straße in Berlin-Mitte.
Der Berliner Tagesspiegel feiert die neue Bibliothek als „Ereignis“, äußerlich „streng“ und im Inneren „elegant“, der Hauptlesesaal sei „atmosphärisch hinreißend“. Die Berliner Zeitung spricht von einem „Geschenk für Berlin“ der Universität und des Bundes, da die Uni auf finanzielle Unterstützung des Senats verzichten musste. Dadurch habe er ihr aber wenigstens nicht in die Planung reinreden können. So sei wieder einmal gezeigt worden, dass „architektonische Qualität weniger vom Geld als von guten Konzepten, guter Planung und der engen Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Architekten abhängen.“ Selbst die taz hat in der Online-Ausgabe über die Eröffnung berichtet und hebt im Titel hervor, dass sie „für alle umsonst und offen“ sein soll. Selten wird ein Gebäude in der Tagespresse so einstimmig gefeiert.
Ab Oktober ist die Bibliothek mit ihren 2,5 Millionen Bücher und 1.250 Arbeitsplätzen, dem Hauptlesesaal mit der großen Terrassierung, den Arbeitskabinen, Leselounges und der Cafeteria für die Öffentlichkeit zugänglich.
Eröffnung: 12. Oktober 2009
Öffnungszeiten: Mo-Fr von 8-24 Uhr, Sa und So von 10-18 Uhr
Adresse: Geschwister-Scholl-Straße 1, 10117 Berlin
Als Highlight, im Kontrast zum nüchternen äußeren Erscheinungsbild empfinde ich den großen Lesesaal. Hier herrscht, trotz bemängeltem Trittschallschutz eine angenehme Lernatmosphäre. Leider fehlt es an der Differenzierung zwischen den einzelnen Etagen, so dass sich auf Dauer beim Aufenthalt eine Gewisse Monotonität einstellt, verstärkt. Die zur Erschießung sinnvollen Fluchttreppenhäuser werden kaum benutzt da sie in dne Gängen nicht wahrnehmbar sind. Ein farbliches Leitsystem, vielleicht weniger plakativ als im IKMZ in Cottbus, wäre wünschenswert! An die Grenzen des Rasters scheint man bei den klaustrophobisch engen Treppen zu den Spinden im KG gestoßen zu sein. Hier begegnet man eher unfreiwillig anderen Studenten! Leider einzigartig für Berlin sind auch die langen Öffnungszeiten, die aber nicht für die Cafeteria am Wochenende gelten. Hier bleibt man wie beim Mut zu neuen architektonischen Konzepten hinter internationalem Niveau zurück.
Jeder Raum, jeder Flur, jeder Ausblick ist eine Einengung. Die Erscheinung in der Stadt gleicht einer Nekropole. Es bleibt nur die Flucht: ins Buch oder ins Freie ..
Die Fassade ist wirklich toll geworden! Ich wäre stolz wenn ich in dieser Bib. studieren könnte. Ich hoffe die Studenten wissen es zu würdigen!!! Das Foster Brain ist nett aber keineswegs so grandios wie viele es artikulieren. Es ist sehr stümperhaft geplant und umgesetzt. Gott sein Dank ist das Büro in Berlin geschlossen worden nicht das auch hier Riesendildos oder Mopedhelme wie in Londen realisiert werden! Weiter so Herr Dudler....
einfach kleinkariert!!