Weg mit Prellbock 049, weg mit Bonatz
Baubeginn macht Stuttgart 21 unwiderruflich
Die Initiative gegen den Teilabriss des Bonatzbaus (siehe BauNetz-Meldung vom 9. Oktober 2008) hat kürzlich vor der Einschüchterungstaktik der Bahn mit ihren angedrohten Schadensersatzforderungen kapituliert und verzichtet auf eine Einstweilige Verfügung. Das reguläre Gerichtsverfahren folgt irgendwann und wird die Fakten, die ab heute geschaffen werden, nicht mehr rückgängig machen können: Mit der symbolischen Entfernung des Prellbocks 049 im Stuttgarter Hauptbahnhof feierte die Politik heute um 14.10 Uhr den unwiderruflichen Baubeginn für Deutschlands größtes Bau- und Verkehrsprojekt. Stuttgart 21 ist nicht mehr zu stoppen.
Über die Hälfte der Stuttgarter sind gegen das umstrittene Renommierprojekt; den Grünen hat es zu einem sensationellen Stimmengewinn bei den Kommunalwahlen verholfen. Genützt hat alles nichts: Selbst wenn man Stuttgart 21 noch stoppen wollte, müssten abgeschlossene Planungs- und Bauverträge in Höhe von 870 Millionen Euro abgegolten werden.
Die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs soll 4,5 Millarden Euro kosten, der Bundesrechnungshof geht von 5,3 Millarden aus; dazu kommen die Kosten für eine damit untrennbar zusammenhängende Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm in Höhe von zwei Millarden. Experten erwarten hier weitere Kostenexplosionen.
Der neue Bahnhof wird nach Plänen des Büros Ingenhoven Architects realisiert, das einen entsprechenden Wettbewerb gewonnen hatte (siehe BauNetz-Meldung vom 5. November 1997). Der damalige Juror Arno Lederer hat sich inzwischen von diesem Entwurf wegen grundlegender städtebaulicher und denkmalpflegerischer Mängel distanziert.
Auch der verkehrliche Nutzen von Stuttgart 21 ist heute geringer denn je. Die Planungen für die Abschaffung des Kopfbahnhofs stammen aus einer Zeit, in der noch mühsam Lokomotiven umgesetzt werden mussten. Moderne ICEs haben genauso wie Nahverkehrszüge heute Führerstände an beiden Seiten, womit sie einen Kopfbahnhof innerhalb einer Minute wieder verlassen können. Die Kopfbahnhöfe in Rom, München, Leipzig oder Frankfurt sind heute jedenfalls nicht als Verkehrsbremsen auffällig.
Fahrgastverbände bemängeln, dass in Stuttgart die Verringerung auf acht Gleise den Takt des Nahverkehrs durcheinander bringe und außerdem Fahrgäste zum Umsteigen zwänge, weil Dieselzüge im Tunnel nicht fahren dürfen: „Man schafft mit Millardenaufwand einen unterirdischen Engpass!“
Die Fertigstellung von Stuttgart 21 wird für das Jahr 2018 angegeben, nach Expertenschätzungen ist 2024 realistisch.
Über Architektur muss geredet und diskutiert werden. Je breiter in der Öffentlichkeit, desto besser!!! In meiner Studienzeit habe ich mich ein wenig mit diesem Bauvorhaben auseinander gesetzt. Auch wenn ich nicht tief in der Materie stecke und nicht alles überblicken kann, so weckt die Grundidee dennoch mein Interesse. Und darauf kommt es an, dem Gast einen interessanten / beeindruckenden Eindruck zu hinterlassen. Auch wenn es weh tut, sich von historischer Bausubstanz zu trennen, ist das übergeortnete Ziel wichtiger. Der Wahn, alles zu erhalten bringt eine Stadtentwicklung nicht voran. Durch den erhalt der Bahnhofshalle mit dem Turm ( Schmuckstück / Juwel ) zollt man genügend Respeckt an diese Zeit. Der historische Bonatz-Bau wird durch diese Maßnahme aufgewertet ( Solitär-Stellung ). Auch wenn ich die Gestaltung der Ausgänge "beschissen" finde, so bin ich gespannt auf die weitere Entwicklungen. Schenkt man den Analysten Glauben, was die Fahrzeitverkürzung betrifft, und wiegt man ab, was für Vorteile für jeden Fahrgast dadurch über 50 Jahre und mehr entstehen, so sind die Baukosten noch lange nicht zu hoch!!!! Grüße vom Lamaa
Über Architektur muss geredet und diskutiert werden. Je breiter in der Öffentlichkeit, desto besser!!! In meiner Studienzeit habe ich mich ein wenig mit diesem Bauvorhaben auseinander gesetzt. Auch wenn ich nicht tief in der Materie stecke und nicht alles überblicken kann, so weckt die Grundidee dennoch mein Interesse. Und darauf kommt es an, dem Gast einen interessanten / beeindruckenden Eindruck zu hinterlassen. Auch wenn es weh tut, sich von historischer Bausubstanz zu trennen, ist das übergeortnete Ziel wichtiger. Der Wahn, alles zu erhalten bringt eine Stadtentwicklung nicht voran. Durch den erhalt der Bahnhofshalle mit dem Turm ( Schmuckstück / Juwel ) zollt man genügend Respeckt an diese Zeit. Der historische Bonatz-Bau wird durch diese Maßnahme aufgewertet ( Solitär-Stellung ). Auch wenn ich die Gestaltung der Ausgänge "beschissen" finde, so bin ich gespannt auf die weitere Entwicklungen. Schenkt man den Analysten Glauben, was die Fahrzeitverkürzung betrifft, und wiegt man ab, was für Vorteile für jeden Fahrgast dadurch über 50 Jahre und mehr entstehen, so sind die Baukosten noch lange nicht zu hoch!!!! Grüße vom Lamaa