Rettet den Bonatz-Bau!
Aufruf zum Erhalt des Stuttgarter Hauptbahnhofs
Eigentlich ein Unding: Der Stuttgarter Hauptbahnhof von Paul Bonatz, erbaut zwischen 1911 bis 1928, ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Dennoch sollen ihm im Zuge der Errichtung eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs (Stuttgart 21) „die Flügel gestutzt“ werden, das heißt, es soll über die Hälfte der Bausubstanz abgerissen werden.
Dagegen wendet sich eine Initiative, die von dem Stuttgarter Kunsthistoriker Matthias Roser initiiert wurde und inzwischen Unterstützung durch namhafte Architekten und Denkmalpfleger genießt. Die Initiative stellte sich am Vormittag des 9. Oktober 2008 im Berliner Martin-Gropius-Bau der Hauptstadt-Presse vor.
Laut Initiative sind folgende Maßnahmen geplant:
- Abriss des gesamten Süd-Ostflügels am Schloßgarten (Cannstatter Str.)
- Abriss des gesamten Nord-Westflügels (Richtung Heilbronner Str.)
- Abriss der Haupttreppe innerhalb der großen Schalterhalle
- Abriss der Verkehrsebene in der Kopfbahnsteighalle
Zu den Unterzeichnern des Aufrufs zählen unter anderem Architekten wie Omar Akbar, Fritz Auer, Max Bächer, Günter Behnisch, Ricardo Bofill und Winfried Brenne – um nur einige mit den Anfangsbuchstaben A und B zu nennen.
Der Wettbewerbsentwurf für den neuen Tiefbahnhof von Christoph Ingenhoven sieht den Abriss der genannten Bauteile vor. Inzwischen hat sich der damalige Juryvorsitzende Arno Lederer in einem selbstkritischen Beitrag in seiner Zeitschrift „ach – Ansichten zur Architektur“ von dem Juryvotum distanziert und für den Erhalt des Bahnhofs plädiert. Dies trägt er auch im Städtebauausschuss der Stadt Stuttgart vor.
Zur Erinnerung: Vor Auslobung des Wettbewerbs 1997 gab es einen von der Bahn bestellten Entwurf von gmp für einen Tiefbahnhof, der den Bonatzbau nicht angetastet hätte. Auf Druck der Architektenschaft wurde dann der zweistufige Wettbewerb veranstaltet, den schließlich Ingenhoven gewann. Arno Lederer ist überzeugt, dass es „einem so hervorragenden Kollegen“ wie Ingenhoven gelingen kann, seinen Entwurf umzuplanen und den Bonatzbau zu erhalten.
Der Stuttgarter Baubürgermeister zeigte sich allerdings schon im April skeptisch darüber, ob es sinnvoll wäre, „nach einem langen Planfeststellungsverfahren, bei erteilter und gerichtlich bestätigter Baugenehmigung, zu einer Situation vor dem Wettbewerb zurückzukehren“. Genau das will die Initiative aber erreichen.
Website der Initiative: www.hauptbahnhof-stuttgart.eu
Arno Lederers Versuch,über den Umweg in die Eitelkeit Ingenhovens das Schlimmste zu verhindern ist eher skeptisch zu beurteilen. Daß die Kammer BW das Spiel entlang der stereotypen Einfachmoral Neu gut- alt schlecht mitspielt, ist skurril genug. Man oder frau ist unbelehrbar und das weiterhin bis zum nächsten Scheitern ohne Perspektive auf Einsicht.
selbstkritik?! also bescheidenheit kann das nicht sein - in anbetracht der baukosten, vor allem an diesem beispiel. das andere extrem sind dann die phallussymbole, die nur das auffallen im sinn haben - aktuell siehe gehrys "duschhaube". die raumwirkung und die gegenseitige beeinflussung des inneren und äusseren wird ignoriert. dabei ist das doch gerade die herausforderung.
Und dafür die Seitenflügel des derzeitigen Hauptbahnhofes opfern? Vorschlag: Lasst doch die Stuttgarter Bürger darüber abstimmen.