Großer Burstah
Baubeginn in Hamburg
Einen solchen Straßennamen erwartet man eigentlich nur in Hamburg: Großer Burstah. Und genau dort, an der Hausnummer 40-42, erfolgte am 5. Januar 2009 der Baubeginn für den Neubau eines Büro- und Geschäftshauses nach den Plänen des Hamburger Büros PSP Architekten Ingenieure. Der Bauplatz liegt im unmittelbaren Innenstadtbereich zwischen Rathaus und Rödingsmarkt, rückseitig an den Mönkedammfleet grenzend (wieder so ein Name!)
Die Architekten erläutern: „Der achtgeschossige Neubau ist zur Straßenseite mit einer hellen Natursteinfassade ausgestattet. Zur Fleetseite präsentiert sich das Gebäude mit einer klassisch proportionierten Lochfassade aus dünnem, grauem Ziegel mit zurückliegenden Elementfenstern.
Die Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss verfügen über raumhohe Schaufensterflächen. Im rückwärtigen Bereich des Verkaufsraums bietet sich ein Blick auf den Mönkedammfleet.
In den Obergeschossen sorgen hohe Fensterfronten für lichtdurchflutete Räume und prägen die insgesamt sieben Büroetagen des Geschäftshauses. Außerdem sorgt ein vom 1. Obergeschoss zugänglicher Innenhof für zusätzliche natürliche Belichtung.
Das Staffelgeschoß bietet an Vorder- und Rückseite lang gezogene Balkone mit Ausblicken über die Hamburger Altstadt sowie bis hin zur historischen Speicherstadt.“
Der Neubau hat 4.700 Quadratmeter Bruttogrundfläche und soll bereits Ende 2009 fertig gestellt sein.
Anmerkung der Redaktion: Die Visualisierungen stammen von den Hamburger Dienstleistern Geest Digital-Perspektiven und Dreidesign. Das wird hier erwähnt, um die Frage aufzuwerfen, welchen Grund es eigentlich gibt, Renderings (bis hin zum Weihnachtsbäumchen auf dem Dach) so täuschend fotorealistisch „echt“ anzulegen, dass der Betrachter glauben muss, es handele sich um ein fertiges Bauwerk?
Dazu sei gesagt, ich selber visualisiere auch und gern, allerdings meist mehr mit Farbe und Struktur als mit Texturen, um mir die Freiheit zu lassen, mich nicht rechtfertigen zu müssen, warum es nicht haargenau wie auf dem Bild aussieht.
Auch sehe ich es ebenso wie Marco, dass es um den Kunden bzw. späteren Nutzer geht. Aber ein Gebäude kann man nunmal nicht Probenutzen. Wer etwas derartiges möchte, muss sich mit denjenigen Firmen arrangieren, die Musterhäuser aus dem Katalog anbieten, welche man sich live und in Farbe ansehen, betreten, befühlen und auch beschnuppern kann.
Ein neues Gebäude, was in meiner Auflistung die kostspieligste und langfristigste Anschaffung ist, kann ich weder fühlen, riechen, hören oder schmecken. Und die einzige Möglichkeit einen realen Eindruck davon zu bekommen, für was ich mein Geld ausgeben (verschwenden) soll, ein fotorealistisches Bild, wird mir von einer kleinen Architekten-Gemeinde aus falschen Stolz verwehrt.
Früher war der Kunde (Bauherr) mal König...
Nur am Rande: so richtig realistisch sind sie dann ja doch nicht. Man sieht schon, dass es via Bildbearbeitungsprogramm eingepaßt wurde. Und spätestens auf Bild 2 sieht am Dachgeschoss, dass es nicht real gebaut sondern nur visualisiert ist. Auch wenn es gut aussieht: Entweder ganz oder gar nicht!