Fake Hills
Baubeginn für Gebäudekomplex in Beihai
Die chinesische Küstenstadt Beihai im Südosten des autonomen Gebiets Guangxi bekommt ein neues Wahrzeichen. Der Entwurf des kühnen Gebäudeensembles „Fake Hills“ stammt von den Architekten MAD (Peking), das im letzten Jahr auf der Biennale in Venedig mit seinem radikalen Entwurf für eine mobile chinesische New Town aufgefallen sind (siehe BauNetz-Meldung vom 12. September 2008). Vor kurzem wurde in Biehai mit den Bauarbeiten begonnen.
Der Gebäudekomplex erstreckt sich auf einem langen, schmalen Grundstück am Wasser und bietet auf insgesamt 430.000 Quadratmeter Nutzfläche Platz für neue Wohnungen, Büros und eine Hotelanlage. „Fake Hills“ kombiniert die zwei Gebäudetypologien Turm und Scheibe miteinander und soll sich als eine neuartige, extrem verdichtete Struktur an der Küste entlang schlängeln. Auf diese Weise soll möglichst vielen Nutzer ein Blick auf den Ozean garantiert werden. Einschnitte innerhalb der „Fake-Hill-Skulptur“ sollen die Struktur öffnen und für eine gute Belichtung sorgen.
Die Architekten wollen mit ihrem Entwurf zwar auch den traditionellen Bezug chinesischer Architektur auf die Natur aufnehmen, aber tatsächlich schaffen sie eine eher zweidimensionale, bewohnbare Hügellandschaft.
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt bereits in Städten und in einem Land mit mehr als 1 Milliarde Einwohner, von denen mehr und mehr in die Städte drängen, muss man sich eben schon überlegen, wie man Großstrukturen für Tausende von Bewohnern gestaltet. Wie man sie unverwechselbar und besonders macht. Was wäre uns denn lieber?: Das deutsche Modell mit lauter kleinen subventionierten Eigenheimen und - natürlich deutschem - PKW davor? MVRDV haben ebenfalls mit den begrünten Hügeln in Korea ebenfalls gezeigt, wie Entwurfsstrategien für Großsiedlungen aussehen können. Und auch der Dino hier geht in die ähnliche Richtung. Die Löcher in der Fassade sind jedenfalls groß genug, dass der freundliche Drache hindurch fliegen kann. Das verheißt schon mal Gutes.