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02.03.2020

Schwebender Quader in Charleston

Baubeginn für African American Museum von Pei Cobb Freed


Im Jahr 2000 schlug Joseph P. Riley Jr., damals Bürgermeister von Charleston, einer Hafenstadt im US-Bundesstaat South Carolina, den Bau eines Museums für afroamerikanische Geschichte vor. In dieser spielte die Stadt lange eine traurige Rolle als eine Hauptdrehscheibe des Sklavenhandels. Fast die Hälfte aller im 18. und 19. Jahrhundert nach Amerika verschleppten Afrikaner ging hier an Land. Um die tragische Bedeutung dieses Gedenkortes zu würdigen, wird das künftige International African American Museum (IAAM) genau an der Stelle entstehen, wo einst die Sklavenschiffe anlegten: dem sogenannten Gadsden’s Wharf.

Zwanzig Jahre dauerte es, bis das laut New York Times mit 75 Millionen Dollar veranschlagte Budget für das Projekt halbwegs beisammen war, die Bauarbeiten begannen im Januar 2020. Jahrelang hatte Riley private Gelder gesammelt, insgesamt gut 25 Millionen Dollar. Auch die Stadt und der Bundesstaat gaben mittlerweile Zuschüsse in zweistelliger Millionenhöhe. Der Entwurf für den direkt am Wasser liegenden Bau kommt vom New Yorker Büro Pei Cobb Freed & Partners mit Moody Nolan aus Columbus/Ohio als Partnerbüro. Die landschaftliche Gestaltung des den Bau umgebenden African Ancestors Memorial Garden verantworten Hood Design Studio aus dem kalifornischen Oakland.

Die Herausforderung der Bauaufgabe habe darin bestanden, ein Volumen an einem so aufgeladenen historischen Ort zu entwerfen, ohne diesen dabei zu okkupieren, erklärt Architekt Henry N. Cobb in den Projektunterlagen. Die Lösung ist ein 130 Meter langer und knapp 26 Meter breiter, eingeschossiger Quader, der auf 18 zylindrischen Stützen über dem Boden schwebt. Die Fassaden aus gelben Ziegeln zeigen sich an den beiden Längsseiten fast geschlossen, während sie sich an den Stirnseiten mit großen Verglasungen zum Atlantik und zur Stadt hin öffnen. Ihnen vorgelagert ist jeweils eine Schatten spendende Lamellenkonstruktion aus dem Holz des in Afrika verbreiteten Mahagonigewächses Sapeli. Die Stützpfeiler wiederum werden mit Tabby verkleidet, einem aus Austernschalen und Kalk bestehenden Beton. Er fand in South Carolina schon seit der Zeit der spanischen Siedler Verwendung und wurde später aufgrund des arbeitsintensiven Zermahlens der Muscheln oft von Sklaven hergestellt.

Mit Ausnahme des Erschließungsbereichs, bestehend aus einer von zwei Service-Kernen gerahmten zentralen Treppe, verbleibt die gesamte Fläche unter dem Gebäude offen. In Richtung des Hafens markiert ein flaches Wasserbecken die Ausmaße des Gadsden’s Wharf im 19. Jahrhundert. Neben Ausstellungsflächen wird der circa 3.900 Quadratmeter große Baukörper auch ein der Ahnenforschung dienendes familiengeschichtliches Zentrum, ein Café und einen Shop beherbergen. Bis 2021 soll das Museum fertig sein. (da)


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