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21.01.2026

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Die Schönheit des Gasteigs

Ausstellung in München


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Das größte Kulturzentrum Europas – der Gasteig in München – wird umgebaut. Das ist keine ganz neue Meldung mehr. 2018 gewannen HENN (München u.a.) den Wettbewerb, vor knapp fünf Jahren publizierten wir einen überarbeiteten Planungsstand. Aktuell wird das Haus – in dem seit jeher Hochkultur wie die Münchner Philharmoniker neben bodenständigeren Institutionen wie der Volkshochschule harmonisch koexistierten – unter dem Label Fat Cat auf sympathische Art und Weise mit kleinteiligen Zwischennutzungen bespielt.

Voraussichtlich bis September wird Fat Cat den wuchtigen Ziegelbau am Hochufer der Isar noch nutzen können. Anfang 2027 soll das gewaltige Transformationsprojekt schließlich in die Umsetzung gehen. Wer es einrichten kann, sollte das 1985 eröffnete Haus der Architekten Günter Grossmann, Gerd Lindemann, Carl F. Raue und Eike Rollenhagen vorher unbedingt noch besichtigen. Denn es darf als eine der am meisten unterschätzten Architekturen in der bayerischen Landeshauptstadt gelten. Mehr noch: Für Außenstehende ist es geradezu verwunderlich, wie breit die Ablehnung in der Stadt gegenüber dem Gebäude mit seinen brutalistischen und regionalistischen Anleihen bis heute ist. Bis in Fachkreise hinein kursierten noch vor einigen Jahren Abrissforderungen.

Umso erfreulicher, dass die Beteiligten den in Rheinland ansässigen Architekturfotografen HG Esch beauftragten, das Haus vor seinem Umbau detailliert fotografisch zu dokumentieren. Mit unbelastetem Blick näherte sich Esch dem Gasteig und arbeitete in seinen Bildern die Qualitäten des Bestandes heraus – weit jenseits der ikonischen Ansicht auf die hoch aufragende Ecke mit dem kristallinen Treppenhaus. Bis in die Backstagebereiche hinein fotografierte er das Haus und zeigt ein Gebäude, das trotz seines Alters an vielen Ecken frisch wie ein Neubau wirkt.

Ab dem morgigen Donnerstag, 21. Januar 2026, sind Eschs Fotos im ersten Obergeschoss des Fat Cat beziehungsweise Gasteig zu sehen. Die Eröffnung der Schau mit dem arg generischen Titel „Kultur erleben – Architektur sehen“ beginnt um 19 Uhr. Sie trägt den Untertitel „Hans Georg Esch sieht den Gasteig“, denn parallel zu ihr wird am Donnerstag, 5. Februar 2026, als zweiter Teil der Ausstellung „Hans Georg Esch sieht den Gasteig HP8“ eröffnen. Dieser Teil der Ausstellung findet im Interimsquartier des Gasteigs – dem sogenannten HP8 in Sendling – statt. Nach anfänglicher Skepsis vieler Münchner*innen ist der von gmp realisierte und im Oktober 2021 eröffnete Bau längst zu einem beliebten Kulturstandort avanciert. (gh)

  • „Kultur erleben – Architektur sehen. Hans Georg Esch sieht den Gasteig“ 
    Eröffnung:
    Donnerstag, 22. Januar 2026, 19 Uhr
    Ausstellung: 23. Januar bis 27. Februar 2026
    Ort: Fat Cat im alten Gasteig, 1. OG, Rosenheimer Str. 5, 81667 München


  • „Kultur erleben – Architektur sehen. Hans Georg Esch sieht den Gasteig HP8“
    Eröffnung:
    Donnerstag, 5. Februar 2026, 19 Uhr
    Ausstellung: 6. Februar bis 29. März 2026
    Ort: Halle E, Gasteig HP8, Hans-Preißinger-Str. 8, 81378 München


Zum Thema:

Über das Interimsquartier HP8 und die größeren kulturpolitischen Zusammenhänge, in die dieses Projekt an der inneren Peripherie der bayerischen Landeshauptstadt einzuordnen ist, haben wir in BauNetz WOCHE #599 „Neue Kulturorte in München“ berichtet.


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Kommentare
...geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sondern ausschließlich die ihrer jeweiligen Verfasserinnen und Verfasser.

2

peter | 21.01.2026 17:15 Uhr

das ding ist gut!

wieso kann man gute architektur eigentlich nicht einfach mal in ruhe bzw. stehen lassen?
wir haben noch immer viel zuviel geld, ganz offensichtlich.

1

Lutz | 21.01.2026 16:57 Uhr

etwas überbewertet...

...die fotografische Dokumentation ist sicher eine sinnvolle Aktion, aber daraus eine ""Ausstellung" zu machen, scheint etwas übertrieben. Handwerklich OK aber nichts fotografisch Besonderes. Da hätte man sich mehr erwartet, aber das Bauwerk gibt auch nicht so viel her. Bis auf die Treppenhäuser (sind auch die stärksten Bilder). Da kommt etwas "Brutalismus" auf. Aber wer schon mal im Gebäude war, kennt den Muff und die Enge und Biederkeit (Teppichböden!), wenig räumliche Qualitäten, dazu noch der überdimensionierte Große Saal. Hoffen wir, dass Henn etwas draus macht.

 
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