Altes, neues Hochhaus
Atelier Kempe Thill planen in Hamburg-Finkenwerder
In Hamburg soll bis 2022 das 50 Meter hohe Bürohochhaus Magnatower entstehen und ein über die Elbe hinweg wahrnehmbares Zeichen für den Business-Park Finkenwerder setzen. Im Hinblick darauf fand im Herbst 2019 ein nichtoffenes Workshopverfahren mit sieben gesetzten Teilnehmern statt. Der Entwurf von Atelier Kempe Thill (Rotterdam) konnte die Jury unter Vorsitz von Roger Riewe (Riegler Riewe, Graz) überzeugen und bekam den ersten Preis.
Auf dem Grundstück am Südufer der Elbe befinden sich zurzeit zwei Gebäude. Die Ausschreibung sah die Erhaltung des historischen, monumentalen Backsteinhauses vor, das als ehemalige „Deutsche Werft“ die industrielle Geschichte des Geländes weiterhin prägt. Dagegen soll ein Hochhaus aus den 1950er-Jahren, wie die Auslobung erklärt, „aufgrund funktionaler Defizite“ der neuen Entwicklung des Standorts weichen. Das neue Hochhaus wird drei Mal so viel Bürofläche anbieten wie der Bestand.
Der Entwurf von Kempe Thill leitet sich vom historischen Hafenhaus ab – die rötlich angeschliffene Betonfassade des Hochhauses stellt Bezüge zum Bestandsbau und auch zur rauen und industriellen Hafenarchitektur Hamburgs her, wie die Architekt*innen erklären. Der neue Baukörper mit rund 22.000 Quadratmetern Fläche sucht über eine gläserne Passage auch eine direkte bauliche Verbindung zum Hafenhaus, das saniert und zu einer Konferenz- und Eventlocation ausgebaut werden soll. Das Hochhaus besteht aus drei miteinander verschnittenen Volumen, die sich um einen zentralen Kern anordnen. So entsteht ein gestaffeltes, kompaktes Bauvolumen, das sich in die sensible Uferzone einfügen und in Richtung Elbchausee und Jenischpark mit betont schlanker Ansicht präsentieren möchte.
Der Neubau sieht die Bildung von unterschiedlichen, flexibel unterteilbaren Büroeinheiten vor. Diese werden künftig zum großen Teil von aktuell im Bestandshochhaus untergebrachten Unternehmern weitergenutzt. Dabei werden jegliche öffentliche Aktivitäten entlang einer zentralen Raumachse im Erdgeschoss untergebracht, um, wie die Projektbeschreibung erklärt, ein Maximum sozialer Interaktion zu stimulieren. (mg)
Ah, ich habe Ihre Betrachtung von Westen, also die Elbe nach Hamburg aufwärts kommend verstanden. So kann man wohl aneinander vorbeiverstehen... Was das Buen angeht: Wohl wahr, wohl war... Nun noch ein kleiner Exkurs zur Örtlichkeit (kein Problem, gern geschehen): In/an/bei Finkenwerder (Ortsteil/Dorf auf der Südseite der Elbe) soll das Stück stehen. Teufelsbrück ist u.a. der Anleger der lokalen Elbfähren direkt gegenüber. Weil die Geschichte dahinter ganz nett ist und das Wochenende vor der Tür steht, hier das was Wikipedia dazu schreibt: "Den Namen verdankt die Stelle einer alten Legende: An der Furt, wo heute die Elbchaussee den kleinen Fluss Flottbek überquert, verunglückten immer wieder Fuhrwerke durch Radbruch. Man nahm an, dass es dort „mit dem Teufel zuginge“. Daraufhin wurde ein Zimmermann beauftragt, eine Brücke über den Bach zu bauen. Dieser nahm für den Bau der Brücke die Hilfe des Teufels in Anspruch und versprach ihm dafür die Seele des ersten Lebewesens, das über die Brücke gehen würde. Nachdem der Pfarrer aus dem nahen Nienstedten am Tag der Einweihung die Brücke gesegnet hatte und sie betreten wollte, wurde ein Hase von der Menge aufgescheucht und lief als erstes Lebewesen über die Brücke. Soweit die Legende, die es in ähnlicher Weise auch für andere Brücken gibt. Die etwas nüchternere Fassung liest sich so: „In dänischen Zeiten gab es hier zwei Brücken, eine über die Flottbek und eine weiter westlich. Aus der 'dövelten' also 'doppelten' Brücke wurde die Düvelsbrück.“ Noch heute erinnert eine kleine Statue an den Teufel, der mit dem Karnickel (denn ein Hase war's wohl schwerlich) in der Hand darüber grübelt, wie ihm das passieren konnte – hatte er sich doch schon so auf die Seele des Pfarrers gefreut! Schönes Wochenende!
Die Höhe ist gar nicht abkömmlich für den Standort, eher die intrinsische Rationalität...
ich komme aus dem Süden und damit der Entfernung wegen mit dem IC über die Eisenbahnbrücke eingeschwebt. Gleiche Situation wie Frankfurt Niederrad oder etwa Glasgow von Süden. hier der erste AHA. Das sind besondere Orte, die wie die EZB Solitärhöhe in F als Großform dem weiten Flußformat, liegen-stehen beigegeben werden können. Fluß ist ja geschenkte Abstandsfläche, die entsprechend geschickt, Stollen eher quer zur Flussrichtung belastet werden kann. Dies alles statt sich in Citinähe im klein klein zu vertun als die andere Variante. Andererseits finde ich die Hafencity um die Elphi erschreckend dicht. Vielleicht doch vertikales Wohnen, Miami? what the hell is devilsbridge und Finkenwerder? Ist immer spaß sich über eine fremde Stadt herzumachen und schön der lokale Aufschrei. HDM von der Alpenmarine haben den bestimmt auch. Bauen ist was vollkommen irrationales. Bauen tut nur der, der nicht weis worauf er sich da einlässt.