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28.11.2019

Als Mödlareuth Little Berlin war

Atelier 30 gewinnen Wettbewerb


Das Dorf Mödlareuth liegt mit seinen knapp 50 Einwohner*innen mitten in Deutschland – und direkt auf der Grenze zwischen Bayern und Thüringen. 45 Jahre lang war es durch eine 700 Meter lange Sperrmauer der deutsch-deutschen Grenze getrennt. Die auf westlicher Seite in der Region stationierten amerikanischen Soldaten gaben dem geteilten Mödlareuth daher auch den Namen Little Berlin. Nach dem Fall der Mauer entstand an der Grenze eine Gedenkstätte, die heute aus drei Museumsgebäuden und einem Freigelände besteht. Nun plant der zuständige Zweckverband des Deutsch-Deutschen Museums Mödlareuth die Erweiterung und Umgestaltung dieses besonderen Erinnerungsortes.

Im Rahmen eines nichtoffenen, einstufigen Wettbewerbs waren Entwürfe für  einen Erweiterungsbau der Museumsanlage und die Neugestaltung der Freifläche gesucht. Im städtebaulichen Ideenteil sollten zudem die Bestandteile der Gedenkstätte besser vernetzt und in die Dorfstruktur gefügt werden. Die Jury unter Vorsitz des Würzburger Architekten Rainer Kriebel wählte aus 20 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen vier Preise und eine Anerkennung aus:

  • 1. Preis: Atelier 30 (Kassel) und GrünPlan Landschaftsarchitekten (Hannover)

  • 2. Preis: Studiogründerkirfel (Bedheim) und bbz Landschaftsarchitekten (Berlin)

  • 3. Preis: W&V Architekten (Berlin) und impuls Landschaftsarchitektur (Jena)

  • 4. Preis: Babler + Lodde Architekten (Herzogenaurach), Benkert Schäfer Architekten (München) und GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt (Kassel)

  • Anerkennung: Innauer Matt Architekten (Bezau) und Planstatt Senner Landschaftsarchitektur (Überlingen)

Für den Erweiterungsbau steht ein Grundstück am südlichen Ortseingang zur Verfügung. Der Neubau soll einen Eingangsbereich, einen zusätzlichen Ausstellungsraum, einen Seminar- und Verwaltungsbereich und ein Café beherbergen. Dabei erhält die Gestaltung der Freianlagen die gleiche Stellung wie die des Neubaus. Beides, der zukünftige Erweiterungsbau und die umgestaltete  Außenanlage, sollen sich laut Auslobungstext mit der „Mauer in einen Kontext” setzen.

Entsprechend fand die Jury den Entwurf von Atelier 30 bezüglich der Formsprache und der Positionierung des Neubaus überzeugend. Die Preisrichter beschreiben das Projekt als „eine intelligente und elegante Gesamtkonzeption“. Dabei verbinde die Terrasse Gebäude und Landschaft miteinander, zudem stelle das Gebäude mit dem Gebäudeknick und dem Panoramafenster „einen starken Bezug zum Ort und den Exponaten im Freilichtbereich“ her.

Der zweitplatzierte Entwurf von Studiogründerkirfel wird im Juryprotokoll als „zurückhaltende, aber präzise Übersetzung von Programm und Umgebung in eine angenehm kompakte Baufigur“ beschrieben. Auch die Verwendung von Kupfer wird von der Jury begrüßt. Teilweise kontrovers wird dagegen die „ländliche Ausstrahlung“ des Neubaus gesehen sowie „die Inszenierung des Mauerverlaufs“ im Außenbereich.

Das Projekt von W&V Architekten lobte die Jury als „schöne Idee eines Einschiebens des Gebäudes in den Hang“. Mit wenigen Mitteln erzeuge der Vorschlag eine „abwechslungsreiche und lebendige Raumabfolge“. Das Preisgericht kritisierte jedoch das „festungsartig anmutende Erscheinungsbild vom Museumsfreigelände aus“ und die „Themensetzungen entlang des Rundwegs“ außerhalb des Baukörpers.

Die Jury empfiehlt die Umsetzung des erstprämierten Entwurfs von Atelier 30 und GrünPlan Landschaftsarchitekten. Für die Realisierung des Neubaus stehen knapp sieben Millionen Euro (brutto) zur Verfügung. Für die Außenanlagen sind zusätzlich noch eine Million Euro vorgesehen. Man erhofft sich einen Anstieg der Besucherzahlen nach der Fertigstellung des Deutsch-Deutschen Museums – derzeit zählt die Gedenkstätte jährlich rund 80.000 Besucher*innen. (mg)


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Zu den Baunetz Architekten:

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1. Preis: Atelier 30 mit GrünPlan Landschaftsarchitekten

1. Preis: Atelier 30 mit GrünPlan Landschaftsarchitekten

2. Preis: Studiogründerkirfel mit bbz Landschaftsarchitekten

2. Preis: Studiogründerkirfel mit bbz Landschaftsarchitekten

3. Preis: W&V Architekten mit impuls Landschaftsarchitektur

3. Preis: W&V Architekten mit impuls Landschaftsarchitektur

4. Preis: Babler + Lodde Architekten und Benkert Schäfer Architekten mit GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt

4. Preis: Babler + Lodde Architekten und Benkert Schäfer Architekten mit GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt

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