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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Architecture_Drawing_Prize_2020_entschieden_7533581.html

09.02.2021

Atmosphären, Perspektiven und Kartierungen

Architecture Drawing Prize 2020 entschieden


2017 wurde der internationale Architecture Drawing Prize ins Leben gerufen, bei dem sich alles um die architektonische Zeichnung dreht – per Computer, per Hand oder beides. Ende Januar hat das World Architecture Festival (WAF), das die jährliche Auszeichnung in Zusammenarbeit mit dem Londoner Sir John Soane's Museum und dem Büro Make Architects (ebenfalls London) vergibt, die Gewinner der Ausgabe 2020 bekanntgegeben. Die Zahl der Einreichungen sei im vergangenen Jahr ebenso gestiegen wie deren Qualität, erklärt Paul Finch, Programmdirektor des WAF – angesichts der grassierenden Covid-19-Pandemie und damit einhergehender multipler Lockdowns überrascht das nicht. Als Konsequenz daraus verlieh die Jury für das Jahr 2020 neben den drei üblichen Preisen in den Kategorien Handzeichnung, Digital und Hybrid noch einen vierten Sonderpreis: den Lockdown Prize.

Über den Hauptgewinn sowie den Sieg in der Kategorie Hybrid kann sich Clement Laurencio von der Bartlett School of Architecture, UCL in London freuen. Seine mit „Apartment #5, a Labyrinth and Repository of Spatial Memories“ betitelte Zeichnung zeigt eine in London angesiedelte labyrinthische Wohnung, die von Erinnerungen an Atmosphären und Orte einer Indienreise durchzogen wird. Laurencio setzte dazu einzelne Bleistifthandzeichnungen digital zu einer dichten Komposition zusammen. Die Jury lobte insbesondere die sensible und zugleich selbstbewusste Technik. Mit großer Geschicklichkeit und Präzision sei hier „ein Reich akkurat beobachteter Details mit einer kraftvollen, gedämpften Präsenz“ entstanden.

Der Preis in der Kategorie Handzeichnung geht an den französischen Künstler und Architekten Marc Brousse. Dessen Einreichung „Dear Hashima“ stammt aus einer Serie, die von den Ideen des Soziologen Zygmunt Bauman inspiriert ist und die Position des Menschen innerhalb der Stadt hinterfragt. Die filigrane Arbeit aus Tinte und Kohle entstand mit einer von Brousse entwickelten, individuellen Zeichenmethode, die er als „Traitillismus“ bezeichnet. „Technisch beeindruckend und visuell sehr effektiv“, meint die Jury dazu.

In der Kategorie Digital gewann „Re-Reading Metropolis“ von Chenglin Able (University of California, Berkeley), ein Projekt, das sich mit Interpretationen ikonischer historischer Gebäude auseinandersetzt und die Typologie eines Wassertempels neu definiert. Dabei schlägt Able eine sowohl spielerische als auch präzise Art der Kartierung eines städtischen Territoriums vor, die auf einer Überlagerung von Zeichnungstypen wie Karten, Plänen und Infrastruktursystemen beruht.

Den Lockdown-Sonderpreis erhält „Airplane Tower“ von Victor Hugo Azevedo und Cheryl Lu Xu (Robert A. M. Stern Architects, New York), eine weitere Einreichung aus der Kategorie Hybrid. Die Jury zeigte sich fasziniert „von der Unmittelbarkeit, dem Witz und der Verwendung mehrerer Perspektiven in der Zeichnung“. Der Beitrag spreche zudem mit den Themen Fliegen, Wohnen, Reisen, Wieder- und Weiterverwendung aktuelle Fragen der Pandemie und des Klimawandels an.

Die Preisverleihung fand den aktuellen Umständen entsprechend online statt, alle Beiträge der Shortlist sind derzeit in Form einer digitalen Ausstellung zu sehen. Die Gewinnerbeiträge sollen außerdem auf dem WAF 2021 in Lissabon präsentiert werden, das von Juni auf Anfang Dezember verschoben wurde – in der Hoffnung, dass bis dahin wieder reale Festivals und Events möglich sein werden. (da)


Zum Thema:

thedrawingprize.worldarchitecturefestival.com


Kommentare:
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Hauptgewinner und Sieger Hybrid: „Apartment #5, a Labyrinth and Repository of Spatial Memories“, Clement Laurencio (Bartlett School of Architecture, UCL)

Hauptgewinner und Sieger Hybrid: „Apartment #5, a Labyrinth and Repository of Spatial Memories“, Clement Laurencio (Bartlett School of Architecture, UCL)

Sieger Handzeichnung: „Dear Hashima“, Marc Brousse (Bordeaux)

Sieger Handzeichnung: „Dear Hashima“, Marc Brousse (Bordeaux)

Sieger Digital: „Re-Reading Metropolis“, Chenglin Able (University of California, Berkeley)

Sieger Digital: „Re-Reading Metropolis“, Chenglin Able (University of California, Berkeley)

Lockdown Prize: „Airplane Tower“, Victor Hugo Azevedo und Cheryl Lu Xu (Robert A. M. Stern Architects)

Lockdown Prize: „Airplane Tower“, Victor Hugo Azevedo und Cheryl Lu Xu (Robert A. M. Stern Architects)

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