Cortenspirale mit Dachterrasse
Abwasserpumpstation in Svendborg von Ginneruparkitekter
Der Hafenbereich der süddänischen Stadt Svendborg soll zur blau-grünen Zone zwischen Stadt und Wasser umgewandelt und als sogenannter Geohavnepark Teil des UNESCO-Geoparks der südfünischen Inseln werden. Im Rahmen des diesbezüglich laufenden Stadtentwicklungsprojekts The Blue Edge entstand auch ein neues Abwasserpumpwerk direkt am Hafenbecken. Ginneruparkitekter (Horsens) entwarfen die Hovedpumpestation als Funktionsbau, der gleichzeitig auch als skulptural gestalteter Aussichtspunkt dient.
Das Projekt wurde in enger Partnerschaft mit dem auf Umwelttechnik spezialisierten Beratungsunternehmen EnviDan (Silkeborg), dem Ingenieurbüro Viggo Madsen (Aarhus) und dem Tiefbauunternehmen Arkil (Vojens) realisiert. Auftraggeber war das kommunale, für Wasserversorgung und Abfall zuständige Unternehmen Vand og Affald.
Die Hauptaufgabe der Pumpstation, die ein zentraler Knotenpunkt in der Kanalisation der Stadt ist, besteht darin, anfallendes Regen- und Abwasser zum zentralen Klärwerk der Stadt weiterzupumpen, wo es gereinigt wird. Gleichzeitig prägt sie mit ihrem oberirdischen markanten Baukörper einen neuen öffentlichen Platz am Hafenbecken. Mit einer frei zugänglichen Dachfläche soll der Bau nach Aussage der Architekt*innen auch Baustein des Geoparks sein, indem er Infrastruktur erlebbar macht und dabei das öffentliche Bewusstsein für die Rolle der Trinkwasserversorgung schärft.
Während die eigentlichen Pumpen acht Meter unter der Erde liegen, beherbergt der sichtbare Baukörper technische Anlagen, öffentliche Toiletten und besagte Dachterrasse. Angelegt ist er als Rotunde mit einem Durchmesser von circa 21 Metern. Die Fassade besteht aus leicht übereinandergeschobenen Cortenstahlelementen, die farblich von Braun bis Grau changieren. Sie sollen auf die Schaufelblätter einer Pumpe verweisen und deren rotierende Bewegung in ein architektonisches Bild übersetzen, so die Architekt*innen. Eine spiralförmig um den Bau führende Treppe erschließt die mit Holz ausgelegte Dachplattform.
Laut Tiefbaufirma Arkil und Tragwerksplaner Viggo Madsen wurde die unterirdische Pumpstation vor Ort aus Beton gegossen. Sie ist auf rund 40 Betonpfählen gegründet und besteht aus einer 50 Zentimeter starken Bodenplatte. Die erdberührenden Außenwände sind 45 Zentimeter dick. Zur Sicherung gegen Auftrieb wurden 38 vorgespannte Bodenanker mit einer Länge von jeweils 12 Metern eingebaut. Da der Standort direkt am Hafen liegt, musste während der Bauarbeiten das Grundwasser mithilfe von Saugspitzen und Filterbohrungen abgesenkt werden, während Spundwände die Baugrube sicherten. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Ginneruparkitekter
- Umwelttechnische Beratung:
- EnviDan
- Tragwerksplanung:
- Ingeniørfirmaet Viggo Madsen
- Ausführung/TIefbau:
- Arkil
- Geotechnik und Baugrund:
- Geo
- Technische Ausstattung Pumpstation:
- Sulzer
- Bauherrschaft:
- Vand og Affald
- Fläche:
- 700 m² BGF
- Baukosten:
- 14.000.000 €
- Auszeichnungen:
- Architekturpreis 2025 der Kommune Svendborg




