Denkmalschutz für Berliner Altstadtplatte
28 Häuser in der Spandauer Vorstadt
Denkmalpflegerische Wertschätzung und Historisierung der späten DDR-Architektur schreiten in Berlin weiter voran. Das beweist die gestrige Mitteilung des Landesdenkmalamts, die vermeldet, dass in der Spandauer Vorstadt in Berlin-Mitte 28 Wohn- und Geschäftshäuser unter Denkmalschutz gestellt wurden. Es handelt sich um Bauten, die zwischen 1984 und 1989 errichtet wurden und sich im Eigentum der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM befinden.
Die Bauten sind das Ergebnis einer zeittypischen Hinwendung zur historischen Stadt, die in Berlin mit dem 750jährigen Jubiläum der Stadtgründung 1987 einherging. Die Umsetzung historisch orientierter Fassaden mit den Mitteln des industrialisierten Bauens sowie die Reparatur des historischen Stadtgrundrisses spielte dabei ebenso eine Rolle wie die Ermöglichung gemischter Nutzungen. Das Amt schreibt hierzu und mit Blick in den Westen: „Mit Ladengeschäften und sozialen Einrichtungen in den Erdgeschossen hielten die Neubauten Angebote bereit, die der gleichzeitig stattfindenden Internationalen Bauausstellung (IBA Berlin) im damaligen Westteil der Stadt weitgehend verwehrt blieben.“
Das Landesdenkmalamt weist auf die besonderen Bedinungen hin, die die Bauten im nationalen Kontext der DDR zu etwas Besonderem machten: „Ausgeführt wurden die sogenannten Altstadtplatten durch Planungskollektive, Baukombinate und mit Baumaterialen aus den Bezirken der DDR, die zum Auf- und Ausbau Ostberlins verpflichtet waren. Während die Bezirke durch die Konzentration auf die Hauptstadt viele Nachteile in Kauf nehmen mussten, entstand durch ihr Engagement in der Spandauer Vorstadt eine für die gesamte DDR einmalige Vielfalt von Neubauten. Sie vermitteln bis heute anschaulich die in den Bezirken erarbeiteten Lösungen und zeigen dabei unterschiedliche Entwurfshaltungen und Konstruktionsweisen.“
Vor genau drei Jahren stellte das Berliner Landesdenkmalamt Wohnbauten in der Wilhelmstraße unter Schutz. Diese 1987–92 errichtete Anlage gilt als größte Wohnsiedlung im historischen Zentrum Ost-Berlins. Auch die postmodernen Randbebauungen am Gendarmenmarkt wurden 2021 unter Schutz gestellt, beim Friedrichstadt-Palast geschah dies bereits ein Jahr zuvor.
Im letzten Jahr wurden die neun U-Bahnhöfe im ehemaligen Ostteil der Stadt unter Schutz gestellt, die dort zu DDR-Zeiten gebaut wurden. Es handelt sich um die Stationen auf der Linie U5 ab Tierpark bis Hönow, die weitgehend 1985–89 entstanden. Diese einzige U-Bahnplanung in der DDR diente der Erschließung der Großwohnsiedlungen in Hellersdorf. (gh)
Das siehst du falsch, da bei allen Sanierungen, welche vor dem Denkmalschutz stattfanden, die Dachgeometrien vergrößert und durch Veränderungen des Dachgeschoßes 7.OG (zu DDR-Zeiten keine Wohnungen, sondern Trockenräume, weil Fahrstuhl-Genehmigungsgrenze) in den 90er Jahren durch ein Senatsprogramm zum Dachausbau. Auch wurden die Dachpfannen komplett geändert, die ursprünglich Kleinteiligtkeit und die geraden Linien dieser fehlen nämlich. Auch viele Farben wurden im Ensembleschutz verfälscht.
Dafür wurden zu DDRzeiten historisches nicht wirklich wertgeschätzt und unsensibel damit umgegangen. Daher muss man sich auch nicht wundern, dass man mit der DDR Plattenarchitektur nicht sensibel umgegangen wurde..."wie du mir, so ich dir".
Sehr gut an dieser Stelle, dass unser gesamtdeutsches Volk nach 35 Jahren endlich mal zusammengewachsen zu sein schien...und jetzt kommen die Rechten wieder auf...schöner Mist..!
Erst wenn die Menschlichkeit wieder schöner ist, wird es auch die Architektur sein :-)
Aber jetzt sollte man nicht anfangen von schön oder so zu reden: das Design ist vielleicht bizarr, absurde Mischung aus Platte und Kitsch.
Aber bestimmt nicht schön!