Das Museum für Architekturzeichnung widmet Nizo Yamamoto (1953–2023) die erste umfassende Ausstellung seines künstlerischen Schaffens außerhalb Japans. Yamamoto zählt zu den prägenden Art Directors des japanischen Animationsfilms. Über mehr als vier Jahrzehnte gestaltete er Bildwelten, die das visuelle Gedächtnis des Genres nachhaltig geprägt haben.
In Japan genießt Yamamotos Werk seit Langem große Anerkennung. International ist sein Name hingegen noch immer weit weniger bekannt als die Filme, an deren Entstehung er maßgeblich beteiligt war. Durch Arbeiten für Das Schloss im Himmel (1986), Die letzten Glühwürmchen (1988), Prinzessin Mononoke (1997) und Das Mädchen, das durch die Zeit sprang (2006) sind seine Bilder einem weltweiten Publikum vertraut.
Mit Nizo Yamamoto – Meister der Anime-Szenografie knüpft das Museum für Architekturzeichnung an seine früheren Ausstellungen zur Hintergrundkunst japanischer Animationsfilme an: 2016 zeigte Anime-Architektur die Stadträume bedeutender Science-Fiction-Animes wie Patlabor (1989), Ghost in the Shell (1995) und Ghost in the Shell 2 – Innocence (2004); 2022 präsentierte AKIRA – Die Architektur von Neo Tokyo erstmals weltweit die originalen Hintergrundbilder des wegweisenden Films AKIRA (1988). Kuratiert wird die Ausstellung von Stefan Riekeles. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation. (Text: Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung)
- Ausstellung „Nizo Yamamoto – Meister der Anime-Szenografie“
Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung
Ausschreibung der Fritz und Trude Fortmann-Stiftung
Das Altern von Baumaterialien war bis vor wenigen Jahren für eine primär auf Neubau setzende Bauwirtschaft kein zentrales Thema. Aus ökologischen, ökonomischen und ästhetischen Gründen ist jedoch die Aufmerksamkeit für Prozesse der Materialalterung deutlich gewachsen.
Heute berührt das Thema die aktuelle Bautätigkeit und die aktive Umsetzung architektonischer Vorstellungen umfassend: den Neubau, die Reparatur, den Umbau wie die Bestands- und Denkmalpflege. Ästhetische Fragen und die Wertschätzung, die ein Material erhaltungswürdig und damit nachhaltig macht, sind wieder neu ins Spiel gekommen. Viele der erwiesen langlebigen Materialien sind teuer oder auch nicht mehr verfügbar. Es gilt, unter dem gegebenen Preisdruck innovative, natürlich gewonnene oder industriell herstellbare Materialien zu finden, die hohe Alterungsqualitäten versprechen und durch langen Gebrauch sogar attraktiver werden können.
Die Fritz und Trude Fortmann-Stiftung bittet um die Einsendung von Ideenskizzen im Umfang von höchstens zwei Seiten bis zum 15. Januar 2027. Die Ideenskizze bildet die Grundlage für die Einladung zu einer ausführlichen Bewerbung. Für die Bewerbung ist ein ausgearbeitetes Konzept zu erstellen, das im Rahmen eines Workshops präsentiert wird. Kooperationen von Ingenieur- und Architekturbüros sind erwünscht; gestalterische Beiträge aus Architektur, Design und Kunst sowie theoretische oder historische Forschungsprojekte sind ebenfalls willkommen. Ein Forschungsvorhaben kann über zwei Jahre mit bis zu 300.000 Euro gefördert werden. Das Ausschreibungsverfahren findet alle zwei Jahre statt. Die Auswahl der Vorhaben trifft das Kuratorium der Stiftung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Im Juni 2027 findet ein Workshop zum Thema in Berlin statt. Einladungen an ausgewählte Autor*innen erfolgen Ende April 2027. (Text: Fritz und Trude Fortmann-Stiftung)
Die Ausstellung „More is Now!“ findet anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse statt. Präsentiert werden innovative Beispiele gelungener architektonischer Praxis junger Architektinnen und Architekten, überwiegend aus der sogenannten Millennial-Generation. Sie bietet eine einzigartige Gelegenheit, der deutschen Öffentlichkeit die bislang wenig bekannte junge tschechische Architekturszene näherzubringen und zugleich fachliche sowie kulturelle Beziehungen zu stärken.
Die Ausstellung knüpft an das modernistische Erbe an – insbesondere an die Villa Tugendhat in Brünn, die Ludwig Mies van der Rohe im Alter von 42 Jahren als ikonisches Bauwerk der Moderne entwarf. Gezeigt werden rund 30 ausgezeichnete architektonische Realisierungen, überwiegend aus Regionen außerhalb Prags, wodurch der multilokale Charakter der Wahrnehmung und Entdeckung der Tschechischen Republik betont wird. (Text: DAM / Nationalgalerie Prag)
Das dritte und letzte Kapitel der im Rahmen des 80. Jubiläums des Haus am Waldsee entwickelten Ausstellungsreihe Seit… zeigt neue, aus der Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Geschichte entwickelte Werke der Künstlerin Sophie Kovel (*1996 in Los Angeles, lebt und arbeitet zwischen Paris und New York).
Die Ausstellung entfaltet sich entlang der von Nina Akhvlediani entworfenen Display-Architektur im Café, der ehemaligen Garage des Hauses. Dabei wendet sich Kovel dem nahegelegenen Studio Babelsberg zu, um dessen Geschichte avantgardistischer, faschistischer und sozialistischer ideologischer Bildproduktion ebenso zu untersuchen wie die Wirkmächtigkeit und Verbreitung von Medienbildern in der Gegenwart. (Text: Haus am Waldsee)
Präsentiert wird eine gezeichnete Phänomenologie der Architektur. Die in Zyklen gruppierten Zeichnungen befassen sich mit den Themen Körper und Raum, Licht, Geometrie und Antinomie. Ihren Ausgangspunkt haben die Zyklen in der Interpretation literarischer Texte wie der biblischen Genesis, Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften oder Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Die farbigen Zeichnungen sind atmosphärisch dicht und eröffnen weite Assoziationsräume.
Der Berliner Architekt und Wiesbadener Hochschullehrer Holger Kleine (*1962) nähert sich seit einigen Jahren in farbigen Zeichnungen, Skizzen, Diagrammen und analytischen Zeichnungen grundlegenden Themen der Architektur. Die Zeichnungen bestechen durch ihre hohen graphischen Qualitäten, die zusammen mit den meist enigmatischen, sich nicht auf den ersten Blick erschließenden Themen der Blätter eine untrennbare Einheit bilden. Holger Kleine nahm an Gruppenausstellungen u. a. in Venedig und New York teil.
Die Stuttgarter Ausstellung ist die erste umfassende Einzelausstellung seiner gezeichneten Zyklen. Seine Essays veröffentlicht er u. a. in Der Architekt, Lettre International und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Kuratiert von Klaus Jan Philipp. (Text: Architekturgalerie am Weißenhof)
Vernissage, 19 Uhr Ort: Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart
Klaus Kada. Nuancen und Atmosphären - ein Œuvre in Fragmenten...
Ausstellung in Graz
Diese Ausstellung ist keine bloße Präsentation von [Bau-]Werken im Sinne einer klassischen Werkschau. Sie soll einen [un-]gewöhnlichen Blick auf die Architektur von Klaus Kada eröffnen: jenseits der sichtbaren Oberfläche, in die Tiefen seines architektonischen und künstlerischen Denkens. Architektur wird nicht nur als fertiges und vollendetes Objekt präsentiert, sondern als Vorläufiges, Fragiles, Prozesshaftes – in Facetten, Nuancen, Atmosphären, die zeigen, wie seine Arbeiten zwischen Konkretem und Poetischem oszillieren. Sie erscheint als Gedanke, als Wahrnehmung, als Experiment mit Material, Licht, Transparenz, Farbe und Form.
Die freien wie angewandten künstlerischen [Neben-]Produktionen entfalten sich zwischen Kunst und Architektur – diese werden zu einem Resonanzraum: Was wäre, wenn die [architektonische] Form in Fragmente zerfällt, Andeutungen bleiben und die Idee selbst zum Material wird? Diese Ausstellung eröffnet solche Zwischen- und Denkräume. (Text: Sigrid Prinz, gekürzt)
Das größte Kulturbauvorhaben der Zweiten Republik hat wie kaum ein anderes polarisiert und zugleich die Stadt Wien so verändert: das MuseumsQuartier Wien. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums blickt das MQ auf seine Erfolgsgeschichte zurück.
Bis zum größten Kunst- und Kulturareal Europas war es ein konfliktreicher Weg, der von Diskussionen, politischen Richtungswechseln und medialen Debatten geprägt war, die weit über Fragen der Architektur hinausgingen. Was für viele Wienerinnen und Wiener heute selbstverständlich ist, drohte lange Zeit an Gezänk zu scheitern. Die Ausstellung „Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte“ erzählt im MQ Freiraum die Geschichte des MQ: von kühnen Entwürfen, erbitterten Debatten und einem Projekt, das immer wieder am Rand des Scheiterns stand.
Anhand von Skizzen, Original-Architekturmodellen, Plänen, historischen Dokumenten und Schlagzeilen veranschaulicht sie die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen und zeigt, dass das MQ inhaltlich sowie architektonisch nie als „fertig“ gedacht war. Auch der Leseturm, der einst die öffentlichen Diskussionen anführte, rückt erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit. (Text: MuseumsQuartier Wien)
Auslobung des Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg
Der AIV-Schinkel-Wettbewerb hat eine lange Tradition und wurde erstmalig 1852 unter den Vereinsmitgliedern ausgeschrieben. Seitdem werden in diesem Förderwettbewerb Jahr für Jahr jungen Architekten, Ingenieuren und Künstlern in nunmehr neun Fachsparten (Städtebau, Architektur, Landschaftsarchitektur, Kunst und Bauen, Konstruktiver Ingenieurbau, Ver- und Entsorgungstechnik, Straßenbau und Verkehrswesen, Eisenbahnbau, Wasserbau) Aufgaben gestellt mit dem Ziel, deren Kreativität und Phantasie für die Lösung zukunftsorientierter Planungsaufgaben herauszufordern.
Ausgelobt wird in jeder Fachsparte ein Schinkelpreis für hervorragende technisch-wissenschaftliche Leistungen im Bauwesen, die entweder das gelungene Zusammenwirken verschiedener technisch-wissenschaftlicher Disziplinen dokumentieren oder sich als Einzelleistungen durch das vorbildliche Abwägen von fachspezifischen und übergeordneten Belangen besonders auszeichnen.
Der Preis dient der Förderung des technisch-wissenschaftlichen Nachwuchses, daher dürfen die Teilnehmer am Wettbewerb nicht älter als 35 Jahre sein. Der AIV-Schinkel-Wettbewerb wirkt aber auch für Berlin und seine Region auf der Suche nach ihrer künftigen Gestalt. Die Vielfalt der Ideen fördert die Planungskultur und bereichert sie. Am 13. März 2027, dem Geburtstag Schinkels, werden die Preise im Rahmen des Schinkelfestes verliehen. (Text: Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.)
Anna Heringer ist Architektin und hat in Linz studiert. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit dem Bau der METI School in Bangladesch, die sie als Diplomarbeit an der Kunstuniversität Linz entwarf. Für sie ist Architektur ein partizipativer Bauprozess, der lokale Ressourcen und traditionelles Handwerk einbezieht und damit ein Katalysator für lokale Entwicklung. "Form Follows Love" steht für Schönheit, die durch gemeinsames und intuitives Gestalten entsteht. Das afo architekturforum oberösterreich (afo) übernimmt nun die mit dem Vorarlberger Architektur Institut (vai) co-produzierte Ausstellung.Clemens Quirin, Leiter des afo, war neben Dominique Gauzin-Müller und Verena Jakoubek-Konrad, Leiterin des vai, Teil des Kurator*innen-Teams.
Die Ausstellung präsentiert die international tätige Architektin anhand ihrer Bauten, Projekte und Kooperationen und gibt Einblick in ihre Haltung und Arbeitsweise. Im Mittelpunkt steht ein Architekturverständnis, das Bauen als soziales und kulturelles Handeln begreift – geprägt von Achtsamkeit, Verantwortung und Vertrauen. Die Ausstellung zeigt Projekte, Materialien und Entwurfsmethoden, die lokale Ressourcen, traditionelles Handwerk und gemeinschaftliches Engagement miteinander verbinden. (Text: afo architekturforum oberösterreich, gekürzt)
Eröffnung, 19 Uhr
- Ausstellung „Form Follows Love“ Dienstag bis Freitag, 15–19 Uhr
Der Stiftung Bauhaus Dessau wurde und wird viel geschenkt: Kunstwerke, Designobjekte, Fotografien und Dokumente, aber auch historische Lichtschalter aus Bakelit oder bauzeitliche Objekte aus verschiedenen Bauhausbauten. Im Bauhaus Museum Dessau werden ausgewählte Stücke gezeigt, die die Stiftung seit der Eröffnung des Museums 2019 erhielt.
Von der Großzügigkeit zahlreicher Institutionen und bauhausbegeisterter Menschen profitieren neben der historischen Sammlung auch die Bibliothek, das Bauforschungsarchiv und das Stiftungsarchiv. Und auch die Eröffnung des Bauhaus Museums Dessau im Jahr 2019 wäre ohne die zahlreichen Schenkungen kaum möglich gewesen. Seitdem sind mehr als 3.000 Objekte von über 150 Schenkenden hinzugekommen.
Mit der Ausstellung Bakelit | Glasur | Farbe – die für ein Jahr in die ständige Sammlungspräsentation integriert ist – möchte sich die Stiftung Bauhaus Dessau bei den Schenkenden bedanken. Aufgrund des unglaublichen Umfangs an Donationen muss sich die Ausstellung auf Schenkungen seit 2019 beschränken. Neben einer Auswahl ausgestellter Objekte bieten wir in einer digitalen Bildergalerie einen zusätzlichen Überblick über die Gesamtheit der Schenkungen der letzten sechs Jahre. Die Ausstellung veranschaulicht, auf welch vielfältige Weise sie die Substanz der Sammlungen der Stiftung Bauhaus Dessau bereichern.
Untrennbar verbunden mit der physischen Existenz der Objekte und ihren faktischen Metadaten sind die vielfältigen persönlichen Erzählungen der Menschen, die uns die Objekte anvertraut haben. Sie sind einmalige Zeugnisse ihrer emotionalen Beziehungen zum Bauhaus Dessau, geschichtlich und im Jetzt. Auch diese Erzählungen sind essenzieller Teil der Ausstellung und ihrer Substanz für die Zukunft. (Text: Stiftung Bauhaus Dessau)
Ausstellung des Baugeschichtlichen Archivs und des Stadtarchivs Zürich
Ein halbes Jahrhundert Stadtgeschichte im Haus zum Rech: Seit 1976 bewahren das Baugeschichtliche Archiv und das Stadtarchiv Zürich hier Zeugnisse der Vergangenheit. Zum 50-jährigen Jubiläum lädt die Ausstellung „Zürich 1976–2026“ vom 1. September 2026 bis zum 31. Januar 2027 zu einer Zeitreise durch die jüngere Zürcher Geschichte ein.
Die Ausstellung beleuchtet anhand von 22 ausgewählten Episoden und Ereignissen, wie sich Zürich in den vergangenen fünf Jahrzehnten verändert hat. Thematisiert werden Bauprojekte und Verkehrsplanungen, aber auch nie realisierte Vorhaben und gesellschaftliche Bewegungen. Sie alle haben nicht nur das Stadtbild und das Zusammenleben beeinflusst, sondern auch zahlreiche Spuren in den Beständen des Baugeschichtlichen Archivs und des Stadtarchivs hinterlassen. Zu sehen sind Fotografien, Pläne, Schriftstücke und weitere Quellen, die einen unmittelbaren Einblick in die Ereignisse von damals ermöglichen. (Text: Stadt Zürich, gekürzt)
Die Tilia Awards zeichnen Menschen und Projekte aus, die mit Pflanzen Zukunft gestalten. Nach dem Auftakt im März 2026 mit rund 150 Einreichungen und über 200 Teilnehmenden am Pitch Day geht der interdisziplinäre Pflanzenpreis in die zweite Runde. Eingereicht werden kann in fünf Disziplinen mit insgesamt 33 Kategorien, darunter Pflanzen & Innovation, Pflanzen & Räume und Pflanzen & Kultivierung. Für Architekt:innen und Planer:innen ist vor allem die Disziplin Pflanzen & Räume spannend, etwa mit den Kategorien Dachbegrünungen, öffentliche Räume, Quartiere, Renaturierungsprojekte und Privatgärten.
Einreichungen sind bis zum 31. Januar 2027 möglich, mit ermäßigten Einreichungsgebühren bis zum 21. Dezember. Am 19. März 2027, zum Frühlingsanfang, kommt die Branche zum Pitch Day an der Quadriga Hochschule in Berlin zusammen: Die nominierten Projekte pitchen live vor Jury und Publikum; am selben Tag werden auch die Preise verliehen. Im Fokus stehen dabei vor allem Wissenstransfer und die Sichtbarkeit für herausragende Projekte. URBAN UTOPIA organisiert die Awards gemeinsam mit der Quadriga Hochschule.
Alle Infos zur Einreichung sowie die Termine für kostenfreie Info-Webinare zum Award: tilia-awards.com
Josef Kaiser (1910–1991) zählt zu den prägenden Vertretern „sozialistischer“ Architekturen der DDR. Zwischen 1950 und 1980 realisierte er gemeinsam mit seinem Kollektiv zahlreiche staatliche und kommunale Bauprojekte, darunter das Berliner Kino International und das Café Moskau an der Karl-Marx-Allee.
Seine beruflichen Anfänge in NS-nahen Architekturbüros standen seiner Karriere im sozialistischen Staat nicht im Weg. Vielmehr galten seine Entwürfe, die auch international Beachtung fanden, als Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Aufbruchs. Viele der erhaltenen Bauten Kaisers sind heute als bedeutende Zeugnisse einer eigenständigen kulturellen Identität der DDR denkmalgeschützt.
Die Ausstellung rekonstruiert erstmals umfassend Leben und Wirken des Architekten, der in zwei unterschiedlichen diktatorischen Systemen tätig war. Rund 60 Pläne, Fotografien, Filme und Modelle aus dem Bestand der Berlinischen Galerie sowie aus nationalen Sammlungen zeichnen Kaisers Schaffen nach und beleuchten politische wie ästhetische Spannungsfelder. Zeitgenössische künstlerische Positionen erweitern den Blick und eröffnen neue Perspektiven auf das architektonische Erbe der DDR. (Text: Berlinische Galerie)
Tomás Saraceno (geb. 1973, San Miguel de Tucumán, Argentinien) verbindet Kunst, Architektur und Wissenschaft miteinander, um mögliche ökosoziale Zukunftsvisionen zu entwerfen. Die Ausstellung präsentiert seine zentralen Forschungsprojekte Aerocene und Arachnophilia sowie eine neue, gemeinsam produzierte Auftragsarbeit, die gemeinsam mit Indigenen Gemeinschaften von Red Atacama aus Las Salinas Grandes im Norden Argentiniens entwickelt worden ist. Deren fortwährender Kampf gegen den Lithiumabbau und die damit verbundene Beeinträchtigung der lebenswichtigen Wasserkreisläufe in der Region bilden den Ausgangspunkt für ein Kunstwerk, das sich über die Grenzen des Ausstellungsraums hinaus erstreckt.
Im Haus der Kunst materialisieren sich diese Ideen in Gestalt von Luft-Skulpturen, Habitaten für verschiedenste Spezies und Environments, die neue Arten von Aufmerksamkeit erfordern. Gemeinsam bieten die Arbeiten eine Plattform, um die Formen der Koexistenz von Menschen und nicht-menschlichen Wesen neu zu überdenken. Sie geben zugleich Anstoß für einen breiteren Dialog über die ökologischen und die sozialen Kräfte, welche die globale Energiewende prägen. (Text: Haus der Kunst München)
Städte werden durch den Klimawandel immer heißer – mit spürbaren Folgen. Hitze, Dürre, Wasserknappheit und Überschwemmung machen deutlich, wie dringend urbane Räume neu gedacht und gestaltet werden müssen. Da Städte den größten Anteil an CO₂-Emissionen verursachen, tragen sie eine besondere Verantwortung, etwa beim Umbau von Infrastruktur und öffentlichem Raum. Viele von ihnen wollen in den nächsten fünfzehn Jahren klimaneutral werden. Was bedeutet das für die Zukunft – für Planung, Architektur und Leben in der Stadt?
Too Hot zeigt Beispiele aus dreizehn europäischen Städten verschiedener Klimata, von der Kleinstadt bis zur Metropole. Sie reagieren auf die Klimakrise mit konkreten Maßnahmen für Klimaschutz und Anpassung: darunter gebaute Projekte, strategische Planungen und zivilgesellschaftliche Initiativen. Die Ausstellung veranschaulicht, wie vielfältig dieser Wandel aussehen kann und von welchen sozialen Fragen und gesellschaftspolitischen Diskursen er begleitet wird.
Too Hot richtet sich an die Stadtgesellschaft aller Altersgruppen, kommunale Entscheidungsträger*innen, Fachöffentlichkeit und internationales Publikum. Kuratorisches Team: Katharina Böttger, Jonas Malzahn, Mathias Schnell (studio central). Text: Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Out of Service? Schweizer Sakralarchitektur im Wandel
Ausstellung in Zürich
Ob barocke Opulenz, moderne Schlichtheit oder brutalistische Härte; schallendes Glockengeläut, religiöse Rituale oder andächtige Stille. Sakralbauten nehmen seit Jahrhunderten eine zentrale Stelle in der Schweizer Gesellschaft ein. Ihre Hallen waren lange Zeit das Zentrum von Alltag, Religion und Gemeinschaft, ihre Türme markierten den Mittelpunkt ländlicher Dörfer und städtischer Quartiere.
Doch immer weniger durchdringen Glaube und Kirche die Schweizer Bevölkerung. Viele der einst belebten Gotteshäuser stehen zunehmend leer, während ausbleibende Steuereinnahmen ihren aufwändigen Unterhalt erschweren. Daher machen sich immer mehr Kirchgemeinden auf die Suche nach alternativen Immobilien-Strategien. Doch welche rituellen und architektonischen Qualitäten gilt es dabei zu erhalten? Welche neuen Nutzungen könnten in den einst heiligen Hallen Platz finden? Und was darf – und muss – sich verändern, damit unser sakraler Baubestand als identitätsstiftendes und gemeinschaftliches Erbe erhalten bleibt?
Die Ausstellung zeigt anhand historischer und zeitgenössischer Projekte aus der Schweiz, wie viele unterschiedliche Wege der Transformation dabei möglich sind – von ausgebauten Kirchenbänken bis zum Abbruch. So soll ein kollektiver Diskurs um Wandel und Erhalt von Sakralbauten entstehen. Denn damit ihr architektonischer und kultureller Wert bewahrt bleibt, verdienen sie neue gesellschaftliche Bedeutungen – auch neben religiöser Rituale. (Text: ZAZ Bellerive) Kuratiert von: Fabian Ruppanner, Nora Hochuli
Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Ausstellung in Berlin
„Gestalten für Berlin“ beleuchtet künstlerische Grundlagen, Entwurf und Praxis und versammelt historische und gegenwärtige Arbeiten aus den Bereichen Formgestaltung und Grafikdesign. Zudem fragt die Ausstellung nach aktuellen Perspektiven: Was heißt es, heute Design zu studieren?
Ob Berlinale-Plakat oder der Schriftzug für das Kino International, U-Bahn oder Fahrrad, Weltzeituhr oder klimaschützende Fassaden, Brandwände oder Bühnenplakate: Generationen von Studierenden, Lehrenden und Absolvent*innen aus Weißensee gestalten Berliner Stadträume, Kultur und Mobilität, kurz: den Berliner Alltag.
Die Ausstellung ist eine Skizze und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann weder das Schaffen aller Menschen und Fachbereiche aus acht Jahrzehnten noch das Wirken über Berlin hinaus abbilden. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sowie der umfangreichen Kürzungen im Wissenschafts- und Kulturbereich verweist „Gestalten für Berlin“ auf die Innovations- und Gestaltungskraft von Design, Kultur und Lehre und deren Bedeutung für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt. (Text: Kunsthochschule Berlin-Weißensee, gekürzt)
Die Architekten* oder Wie eine gescheiterte Hoffnung ausstellen
Ausstellung in Berlin
In den 1980er-Jahren entwickelte sich in der DDR eine spezifisch ostdeutsche Auseinandersetzung mit der Postmoderne – auch wenn diese dort nicht so genannt werden durfte. Ihre Protagonist:innen gehörten einer bohemistischen Subkultur an, die im Schatten eines repressiven Staates entstand, der zunehmend an Autorität verlor.
Einer von ihnen war der Architekt Michael Kny. Im Kollektiv unter der Leitung von Wolf-Rüdiger Eisentraut entwarf er mit seinem Partner Thomas Weber in den 1980er-Jahren einige Bauten für das neue Zentrum Marzahns. Sie suchten innerhalb des typisierten Bauens nach eigenen Formen und wichen mit ungewöhnlichen Kombinationen industriell gefertigter Bauteile von den Normbauten der DDR ab.
Kny wurde zugleich zum Vorbild für Peter Kahanes DEFA-Spielfilm Die Architekten (1989/90). Der Film erzählt von einem Nachwuchs-Architekten, dessen Großprojekt an Bürokratie und ökonomischen Zwängen scheitert, und folgt den verschiedenen Phasen dieses Scheiterns bis hinein ins Private. Der Film steht exemplarisch für die Krise des DDR-Bauwesens und zeigt in prägnanten Bildern eine Stadt zwischen Plattenbau-Metropole und Boheme-Kiez inmitten einer niedergehenden DDR.
Die Ausstellung Die Architekten* nimmt Film und Baukomplex und zum Ausgangspunkt und verbindet Architektur, Film, Fotografie und Kunst. Historische Dokumente, Modelle und Fotografien treffen auf die künstlerischen Großsiedlungs-Collagen von Wenke Seemann, Videogespräche von Sonya Schönberger mit Beteiligten, Porträtserien von Ulrich Wüst oder das Gemälde "Breughels Babylon" vollendet von Michael Kny. Gemeinsam machen sie ein Netzwerk von Ideen, Freundschaften und künstlerischen Praktiken sichtbar, dessen Spuren bis in die Gegenwart reichen. (Text: nGbK-Arbeitsgruppe station urbaner kulturen)
Mit einer über fünfzig Jahre währenden Schaffenszeit und mehr als 200 realisierten Projekten zählt Geoffrey Bawa (1919–2003) zu den einflussreichsten Architekten Asiens des 20. Jahrhunderts. Sein Werk verbindet die Prinzipien des Modernismus auf einzigartige Weise mit regionalen und traditionellen Elementen und entwickelt so eine unverwechselbare Architektursprache, die sensibel auf den Ort, lokale Materialien und kulturelle Identitäten reagiert. Bawas Oeuvre prägte die Architektur des postkolonialen Sri Lanka nachhaltig und umfasst Hotels, Privathäuser, Schulen, Universitäten, Fabriken, Bürogebäude sowie das Parlamentsgebäude des Landes. Heute wird sein Ansatz weltweit neu entdeckt und dient als inspirierendes Vorbild für sozial und ökologisch nachhaltiges Bauen.
Im Herbst 2026 präsentieren das Vitra Design Museum und M+ Hongkong in Zusammenarbeit mit dem Geoffrey Bawa Trust die erste umfassende Retrospektive zu Bawa seit zwei Jahrzehnten. Die Ausstellung beleuchtet zentrale Leitmotive seines Schaffens – von interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie ökologischem, sozialem und kulturellem Engagement bis hin zu gestalterischer Formensprache, die seine Architektur unverwechselbar prägt. Eine außergewöhnlich umfangreiche Auswahl an Zeichnungen, Modellen, Möbeln, Fotografien und Filmen macht die sinnliche Atmosphäre von Bawas Vermächtnis spürbar und betont seine zeitlose Relevanz. (Text: Vitra Design Museum)
- Ausstellung „Geoffrey Bawa. Architektur für die Sinne“
Beim VELUX Architektur-Wettbewerb, der gemeinsam mit DETAIL ausgelobt wird, rücken Projekte in den Fokus, die das Potenzial des natürlichen Lichts auf beispielhafte Weise nutzen. Bei denen Tageslicht nicht als Ergänzung, sondern als integraler Bestandteil des architektonischen Entwurfs verstanden wird.
Gesucht werden realisierte Neubauten, Sanierungen und Restaurierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die zeigen, wie Licht Architektur prägt, Orientierung schafft, das Wohlbefinden stärkt und nachhaltige Raumkonzepte unterstützt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Tageslichtkonzept, das u.a. mit VELUX‑Produkten realisiert wurde. Die Jury bewertet insbesondere die Qualität der Tageslichtführung, die Lichtstimmung im Tagesverlauf, ausgewogene Lichtverhältnisse sowie den sensiblen Umgang mit Materialien und Oberflächen, die das einfallende Licht aufnehmen, reflektieren und im Raum wirksam werden lassen. Professionelle Fotografien, welche die Lichtführung und Raumwirkung überzeugend dokumentieren, sind für die Beurteilung von großem Vorteil.
Über die Auszeichnungen entscheidet 2027 eine hochkarätig besetzte, unabhängige Fachjury. Der Wettbewerb bietet die Möglichkeit, Arbeiten einem renommierten Fachpublikum zu präsentieren und Teil einer Auszeichnung zu werden, die seit vielen Jahren für herausragende Architektur und wegweisende Tageslichtkonzepte steht. Neben einem Preisgeld von insgesamt 12.000 Euro eröffnet die Teilnahme die Chance auf eine hohe Sichtbarkeit innerhalb der Architekturbranche.