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Die Architekten* oder Wie eine gescheiterte Hoffnung ausstellen
Ausstellung in Berlin
In den 1980er-Jahren entwickelte sich in der DDR eine spezifisch ostdeutsche Auseinandersetzung mit der Postmoderne – auch wenn diese dort nicht so genannt werden durfte. Ihre Protagonist:innen gehörten einer bohemistischen Subkultur an, die im Schatten eines repressiven Staates entstand, der zunehmend an Autorität verlor.
Einer von ihnen war der Architekt Michael Kny. Im Kollektiv unter der Leitung von Wolf-Rüdiger Eisentraut entwarf er mit seinem Partner Thomas Weber in den 1980er-Jahren einige Bauten für das neue Zentrum Marzahns. Sie suchten innerhalb des typisierten Bauens nach eigenen Formen und wichen mit ungewöhnlichen Kombinationen industriell gefertigter Bauteile von den Normbauten der DDR ab.
Kny wurde zugleich zum Vorbild für Peter Kahanes DEFA-Spielfilm Die Architekten (1989/90). Der Film erzählt von einem Nachwuchs-Architekten, dessen Großprojekt an Bürokratie und ökonomischen Zwängen scheitert, und folgt den verschiedenen Phasen dieses Scheiterns bis hinein ins Private. Der Film steht exemplarisch für die Krise des DDR-Bauwesens und zeigt in prägnanten Bildern eine Stadt zwischen Plattenbau-Metropole und Boheme-Kiez inmitten einer niedergehenden DDR.
Die Ausstellung Die Architekten* nimmt Film und Baukomplex und zum Ausgangspunkt und verbindet Architektur, Film, Fotografie und Kunst. Historische Dokumente, Modelle und Fotografien treffen auf die künstlerischen Großsiedlungs-Collagen von Wenke Seemann, Videogespräche von Sonya Schönberger mit Beteiligten, Porträtserien von Ulrich Wüst oder das Gemälde "Breughels Babylon" vollendet von Michael Kny. Gemeinsam machen sie ein Netzwerk von Ideen, Freundschaften und künstlerischen Praktiken sichtbar, dessen Spuren bis in die Gegenwart reichen. (Text: nGbK-Arbeitsgruppe station urbaner kulturen)
Eröffnung, 17 Uhr- -
Ausstellung
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