Die Ausstellung zeigt 60 beispielhafte Lösungen aktueller Bauaufgaben von Mitgliedern der Architektenkammer Berlin: Projekte, die ein Plädoyer sind für eine diverse, vielschichtige, ökologisch und sozial orientierte Planungskultur. Entworfen in Berliner Büros für Architektur, Stadtplanung, Innen- und Landschaftsarchitektur, ausgewählt von einem unabhängigen Gremium, zeugen die Beiträge von der Vielfalt und Qualität der realisierten Baukultur aus der Hauptstadt.
Zur Ausstellungseröffnung erscheint das Jahrbuch ARCHITEKTUR BERLIN | BUILDING BERLIN 15 im Buchhandel, herausgegeben von der Architektenkammer Berlin bei Braun Publishing als zweisprachige Publikationsreihe. Das Buch stellt alle 60 Projekte der Ausstellung in doppelseitigen Porträts vor. Acht Essays ergänzen die Bestandsaufnahme um aktuelle Trends und Hintergründe.
Im Europa des 19. Jahrhunderts verstärkte die koloniale Expansion den Drang, in die weite Welt aufzubrechen. Reisen und Berichte über ferne Länder erzeugten märchenhafte, verführerische und gleichzeitig hierarchisierend rassistische und sexistische Fantasien, die sich in der Raumgestaltung materialisierten. Auch in Stuttgart ist das Exotische bis heute im Stadtbild eingeschrieben – mal chinesisch oder indisch, afrikanisch oder orientalisch. Die Wilhelma, das Lindenmuseum, der Chinesische Garten, aber auch Fahrgeschäfte auf dem Cannstatter Wasen oder das Tipi im Winterdorf wirken inzwischen so vertraut, dass ihre kolonialen Ursprünge verschleiert bleiben. An anderer Stelle wurde die ideologische Problematik überbaut, so dass das orientalische Büchsenbad, Nills Tiergarten oder die Völkerschau aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind.
Die Ausstellung macht Exotismus in Stuttgart ausfindig und kontextualisiert ihn in seiner städtebaulichen und architektonischen Relevanz. Die Dekonstruktion seiner architektonischen Merkmale und Bedeutungsursprünge lädt dazu ein, den Einfluss des historischen und zeitgenössischen Exotismus auf etablierte Wahrnehmungsmuster kritisch zu hinterfragen. Die Illusion des “Anderen“ soll als eine in Europa geschaffene und fortwirkende Fantasie entschleiert werden.
Text: Architekturgalerie am Weißenhof Stuttgart
Eröffnung, 19 Uhr
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Ausstellung
Ort: Architekturgalerie am Weißenhof, Am Weißenhof 30, 70191 Stuttgart
Bilder aus der Nachbarschaft - Die Römerstadt im Wandel
Ausstellung in Frankfurt
Anlässlich der Feierlichkeiten zu 100 Jahre Neues Frankfurt hat die ernst-may-gesellschaft die Fotoausstellung „Bilder aus der Nachbarschaft. Die Römerstadt im Wandel“ erarbeitet. Für die Ausstellung haben Römerstädter*innen ihre privaten Fotografien zur Verfügung gestellt. Das Besondere an diesen Aufnahmen ist, dass, im Gegensatz zu den Bildern von Architekturfotograf*innen, hier immer auch ein persönlicher Moment im Fokus der Linse steht. Darüber hinaus dokumentieren die Bilder die Veränderungen in der Siedlung Römerstadt seit ihrem Bau vor knapp 100 Jahren. Aus der Perspektive der Bewohner*innen werden in den Fotografien städtebauliche Veränderungen und Abweichungen vom ursprünglichen Gestaltungskonzept, die Nutzung der Grünflächen und die Aneignung der Siedlung durch mehrere Generationen von Kindern nachgezeichnet. Für jeden der drei Themenkomplexe haben die Kurator*innen Dr. Christina Treutlein, Florian Wehrle und Natalie Staneva drei bis vier ausdrucksstarke Fotos ausgewählt, die reproduziert und vergrößert in der Ausstellung präsentiert werden. Ein kurzer Begleittext lokalisiert das Bildmotiv und liefert zudem Interessantes zur Geschichte der Siedlung.
Text: ernst-may-gesellschaft
Eröffnung, 18 Uhr
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Ausstellung
Ort: Forum Neues Frankfurt, Hadrianstraße 5, 60439 Frankfurt-Römerstadt
Shifting Aesthetics – Transformation als Raumprinzip
Ausstellung in Hamburg
Ausgehend von den architektonischen Gegebenheiten der BDA Galerie entwickelt Michael Hennings eine ortsspezifische Installation, die Malerei, Objekt und Raum zu einem zusammenhängenden Erfahrungsfeld verbindet. Flächen und Farbräume reagieren präzise auf die Gegebenheiten des Bestands, sie verschieben Perspektiven und öffnen neue Lesarten des Vorhandenen.
Auf der Basis von Architektur ist Michael Hennings ein Künstler mit Sitz in Hamburg, dessen Arbeit Architektur, Material und Wahrnehmung zu prägnanten künstlerischen Ausdrucksformen verbindet. Seine Werke greifen auf Formen, Strukturen und Farbklänge des gebauten Raumes zurück und übersetzen diese in eigenständige Kompositionen, die ästhetisch zugänglich sind und zugleich tiefere Fragen nach Transformation und Baukultur berühren. Durch seine präzise Arbeit mit Farbe, Fläche und Raum erffönet Michael Hennings eine visuelle Sprache, die reduziert und klar ist, dabei jedoch offen für Assoziationen. Menschen werden eingeladen, bekannte architektonische Fragmente neu zu sehen, als Teil einer poetischen Auseinandersetzung mit Stadt, Materialität und Veränderung. Sein Schaffen umfasst unterschiedliche Medien und Maßstäbe: von Wand- und Raumobjekten ber Fotomontagen bis hin zu großformatigen Wandbildern (Murals), die in den Stadtraum hinein wirken.
Im Zentrum steht dabei nicht die Geste der Überformung, sondern die präzise ästhetische Transformation: Bestehendes wird neu gedacht, bestehende Architektur wird zum Resonanzkörper künstlerischer Reflexion. So entsteht eine Ausstellung, die nicht nur formal, sondern auch thematisch in die aktuelle Diskussion um Weiterbauen, Ressourcenschonung und Wahrnehmung von Raum und Oberfläche eingreift.
Experimente und Prozesse in Architektur und Design
Martin Mostböck gestaltet im Zusammenspiel von Entwurf, Material und Handwerk. In Der Stand der Dinge wird sichtbar, wie Möbel, Objekte und Häuser aus Produktion, Erprobung und Experiment entstehen. Gezeigt werden Sessel, Tische, Leuchten sowie Wohnhäuser und Pavillons –Arbeiten, die eine eigenständige Materialwelt und den handwerklich-praktischen Ansatz erfahrbar machen. Als Architekt und Designer entwickelt Mostböck Ideen direkt am Objekt: mit Messer, Säge und Prototyp prüft und formt er seine Entwürfe, Entscheidungen entstehen im unmittelbaren Dialog mit Material und Produktion. Zwischen funktionaler Klarheit und spielerischer Form erzählen die Arbeiten Geschichten, verschieben Maßstäbe und eröffnen neue Perspektiven auf Raum, Material und Alltag. Die Ausstellung bei Aedes vermittelt so das facettenreiche Bild eines Schaffens, das Architektur, Design und handwerkliches Arbeiten miteinander verbindet
Seit 25 Jahren bewegt sich Martin Mostböck zwischen Skizze und gebauter Architektur, zwischen Möbeldesign, Interieurs und Industriedesign. Die Ausstellung lädt dazu ein, hinter die Kulissen zu blicken: Sie richtet den Fokus auf Entstehung, Handwerk und Material; Gedanken, die im Skizzenbuch beginnen, landen auf der Werkbank –und werden Teil gelebter Räume.
Im Ausstellungsraum sind zwei Landschaften aus gestapelten Quadern zu sehen. Die eine widmet sich den architektonischen Werken und zeigt diese anhand von Arbeits- und maßstabsgetreuen Modellen, Materialproben, Plänen und Schnitten. Die andere, größere Struktur präsentiert die Designobjekte, für die Mostböck bekannt ist: Tische, Stühle, oder Leuchten – jedes Objekt mit seiner eigenen Entwurfsgeschichte. So werden industrieller Prozess, handwerkliche Ausführung und gestalterische Entwicklung gleichermaßen nachvollziehbar. Die Ausstellung vereint dabei Einzelstücke mit Klein- und Großserien.
Text: Aedes Architekturforum
Gespräch mit Martin Mostböck und Jörg Hugo, 19 Uhr
Österreichisches Kulturforum Berlin, Stauffenbergstr. 1, 10785 Berlin
Am 06. und 07. Mai 2026 findet die zwölfte polis Convention auf dem AREAL BÖHLER in Düsseldorf statt. Deutschlands bundesweite Messe für Stadt- und Projektentwicklung bringt erneut alle relevanten Akteur:innen der Branche zusammen – aus Kommunen, Immobilienwirtschaft, Planung, Architektur, Politik und Wissenschaft.
Nach dem starken Besucherandrang der vergangenen Jahre wächst die Veranstaltung weiter: 2026 bespielt die polis Convention neben den Alten Schmiedehallen erstmals auch die Kaltstahlhalle. Mit der räumlichen Erweiterung geht eine inhaltliche Weiterentwicklung einher. Unter dem neuen Themenbaustein „polis Tomorrow“ rücken Fragen des sektorübergreifenden Ausbaus regionaler und kommunaler Infrastrukturen stärker in den Fokus – ein Themenfeld, das sich zunehmend als zentrale Dimension moderner Stadt-, Projekt- und Regionalentwicklung etabliert.
Das Titelthema der polis Convention 2026 lautet NEUE HORIZONTE. Ausstellende und Referent:innen zeigen, welche Perspektiven sie für die Zukunft unserer Städte eröffnen – sei es mit bereits initiierten Projekten, visionären Konzepten oder klaren Impulsen für eine lebenswerte und nachhaltige Stadtentwicklung. Mit dem Format der silent conference (Kopfhörer und Handy bitte mitbringen) können Sie die Messeprogrammpunkte auf allen Bühnen in Ruhe genießen.
An zwei Messetagen präsentieren sich über 350 Ausstellende mit aktuellen Projekten, innovativen Lösungsansätzen und zukunftsweisenden Ideen. Hochkarätige Branchenexpert:innen diskutieren auf vier Bühnen über neue Strategien und Entwicklungen in der Stadt- und Projektentwicklung. Die polis Convention versteht sich dabei nicht nur als Messe, sondern als Plattform für Austausch, Vernetzung und Inspiration.
Wie in den vergangenen Jahren übernimmt auch 2026 wieder Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Schirmherrschaft.
Eröffnung, 10 Uhr
mit Johannes Busmann (Verleger des polis Magazin), Reiner Nagel (Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur) u.v.m
Verleihung des polis Award, 18.30 Uhr
mit Marie Sammet (Projektleitung polis Award), Reiner Nagel (Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur) u.v.m
Alte Schmiedehalle (Areal Böhler), Böhlerstraße 1, 40549 Meerbusch
Durch einen Wald von Postkarten neben einem übergroßen Bücherregal sowie historischen Drucken, Büchern und Objekten zeigt diese Ausstellung einige der Ergebnisse von WoWA. Ausgehend von der Prämisse, dass Schreiben als räumliche Praxis betrachtet werden kann, präsentieren wir das Frauenschreiben als eine der Aktivitäten, die Architektur historisch sowohl als kulturelles Unterfangen als auch als gebaute Manifestation ausmachten.
Jede Postkarte stellt eine Frau aus dem 18. oder 19. Jahrhundert und ihre Texte vor, mit einem Bild, einem Zitat und einem kurzen Text, der ihre Rolle zu dieser Zeit und das Potenzial ihrer Architekturgeschichte erklärt. Wir fragen: Was würde ohne sie fehlen? Und was wäre, wenn wir sie immer zu den Quellen gehört hätten, die wir lesen? Ein übergroßes Bücherregal dreht Bücher auf den Kopf: große Pappmodelle von Büchern halten und bewahren die vergrößerten Seiten, die ursprünglich gedruckt und an den Wänden unserer Werkstatträume in Zürich, Rengo (Chile) und Montreal hingen. Post-its und Highlight-Markierungen zeugen davon, dass wir langsamer werden, um neu und anders zu lesen. Besucher sind eingeladen, Seiten – als Bücher – herauszuziehen und sie im Lesefenster zu lesen. In Vitrinen platziert, zeigen Druckerzeugnisse, Bücher und Zeitschriften sowie historische Illustrationen und Objekte, dass Frauen stets als aktive Akteurinnen der gebauten Umwelt dabei waren. Sie gewähren einen Einblick in die Menge an gedruckten Ausgaben, die Frauen in dieser Zeit produzierten, und berichten, dass sie ein Publikum gefunden haben – das viel genutzte Fragment des englischen Kochbuchs des 18. Jahrhunderts mit wer weiß welchen Lebensmittelflecken oder die Liste der Abonnenten in der deutschen Frauenzeitschrift sprechen für sich.
Text: WoWA
Buchpräsentation mit Podiumsdiskussion
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Ausstellung
Ort: HIL D 50.5 Foyer, ETH Zürich, Wolfgang-Pauli-Strasse, 8049 Zürich
Die Ausstellung "Tendenzen: Neuere Architektur im Tessin" an der ETH Zürich markierte 1975 einen entscheidenden Moment in der Schweizer Architekturgeschichte. Ausgehend von umfangreichen Forschungsarbeiten von Irina Davidovici und Frida Grahn nimmt "Tendenzen at 50" diese Ausstellung fünfzig Jahre später neu in den Blick. Kuratiert von Martin Steinmann und gestaltet von Thomas Boga, machte die Ausstellung von 1975 eine jüngere Generation von Tessiner Architekten, darunter Luigi Snozzi, Aurelio Galfetti, Livio Vacchini und Mario Botta, einem breiteren Publikum bekannt und legte eine regionale Architekturkultur offen, die sich durch materielle Präzision und konzeptionelle Autonomie auszeichnete. Die Ausstellung und der gleichnamige Katalog wurden rasch zu Referenzpunkten des zeitgenössischen architektonischen Diskurses und zirkulierten international; Fachzeitschriften wie Oppositions, A+U und L’Architecture d’aujourd’hui widmeten der Tessiner Architektur eigene Themenhefte.
"Tendenzen at 50" beleuchtet die Ausstellung von 1975 sowohl als kulturelles Dokument als auch als Instrument der Distribution architektonischer Ideen, deren Verbreitung sich im analogen Zeitalter von Xerox-Reproduktionen, Briefen und Dias entfaltete. Die Ausstellung untersucht, wie diese Ideen zirkulierten, wie die Ausstellung Diskurse prägte und weshalb bestimmte kuratorische Setzungen über Jahrzehnte hinweg relevant bleiben. Zuvor unveröffentlichte Materialien, darunter Manuskripte, Arbeitsnotizen, Korrespondenzen, Layoutstudien und originale Architekturzeichnungen, geben Einblick in die kuratorischen Prozesse und die internationale Verbreitung dieser Ausstellung. Ergänzt werden diese Archivmaterialien durch ein großmaßstäbliches Modell, das die Ausstellung rekonstruiert, sowie durch vor Ort entstandene Fotografien von Stefano Graziani.
Kuratiert von Irina Davidovici und Frida Grahn. Eine Zusammenarbeit von gta Ausstellungen und gta Archiv. Modell von Studio Christ & Gantenbein.
Text: gta ausstellungen
Bitte informieren Sie sich auf der Webseite der Veranstalter über die Öffnungszeiten!
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Ausstellung
Eröffnung, 18 Uhr
ETH Zürich, gta Ausstellungen, Gebäude HIL, Stefano-Franscini-Platz 5, 8093 Zürich
Internationale Tagung der Bauhaus-Universität Weimar
Wie verändert sich Wohnen in Zeiten multipler Krisen? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen gesellschaftlichem Wandel und der materiellen Gestaltung von Architektur, Quartieren und Infrastrukturen? Diesen Fragen widmet sich am 7. und 8. Mai 2026 die Tagung »Weiter wohnen wie gewohnt? Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens« an der Bauhaus-Universität Weimar.
Die Konferenz ist zugleich Jahrestagung des Instituts für Europäische Urbanistik (IfEU) sowie Veranstaltung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens«. Sie richtet sich an (Nachwuchs-)wissenschaftler*innen sowie Praxisakteure aus Planung, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, die sich mit aktuellen Wohnungsfragen befassen.
Ein Höhepunkt der Tagung ist der öffentliche Abendvortrag von Ute Lehrer (York University Toronto) am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 18.15 Uhr im Maurice-Halbwachs-Auditorium. Unter dem Titel »High-rise living: From whom? And why?« spricht sie über internationale Entwicklungen des Hochhauswohnens.
Die ressourcen- und klimaschonende Transformation des Gebäudebestands gehört zu den wichtigsten Aufgabenstellungen des gegenwärtigen politischen Handelns. Themen wie das einfache, robuste, klimaangepasste und bezahlbare Bauen und Wohnen haben diesbezüglich eine hohe Priorität und werden in Fachkreisen und der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Diesem Diskurs bietet das Lowtech-Symposium bereits seit 2019 ein Forum für Austausch und Weiterentwicklung unterschiedlicher Positionen und Perspektiven.
Die vierte Auflage des Symposiums möchte die Frage stellen, ob einfach auch gerecht ist. Den Diskussionsgegenstand liefert das Bedürfnisfeld des Bauens und Wohnens, das als ein komplexes und weit verzweigtes Beziehungsgeflecht das gesamtgesellschaftliche System durchdringt. Daraus leitet sich dessen große Bedeutung für einen nachhaltigen Transformationsprozess ab, der sowohl die Verteilungsgerechtigkeit von Wohnraum auf lokaler Ebene als auch die Ressourcen- und Klimagerechtigkeit im globalen Kontext umfasst. Wohnung, Haus und Quartier bilden praxisnahe Betrachtungsebenen, vor deren Hintergrund soziale, regulative und ökologische Aspekte diskutiert werden sollen: Wie kann neuer Wohnraum möglichst bezahlbar und ressourcenschonend geschaffen werden? Welche Optionen bietet der Bestand? Wie lässt sich sozialer Wohnraum erweitern? Wie kann eine gerechte Verteilung von Raum im Quartier gewährleistet werden? Und was hat das Ganze mit dem Klima zu tun?
Veranstalter des Symposiums sind das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und das Natural Building Lab (NBL) der TU Berlin, finanziert wird es durch das Innovationsprogramm Zukunft Bau des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB).
Text: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Für Mitglieder der Architektenkammer Berlin kann die Veranstaltung mit 8 Unterrichtseinheiten als Fortbildung anerkannt werden. Für Mitglieder anderer Architekten- und Ingenieurkammern muss die Anerkennung ggf. individuell angefragt werden.
Symposium, 9–19 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
DAM Preis 2026: Die 23 besten Bauten in/aus Deutschland
Austellung und Preisverleihung in Frankfurt
Die Präsentation zum DAM Preis 2026 zeigt aktuelle Architektur aus Deutschland und bemerkenswerte Projekte deutscher Architekturbüros in anderen Ländern. Eine Jury hat aus einer Longlist von über 100 zwischen Herbst 2023 und Frühjahr 2025 fertiggestellten Gebäuden die 21 vorgestellten Bauensembles in Deutschland und zwei Beispiele im Ausland ausgewählt.
Ein Drittel der Auswahl sind Gebäude für ganz unterschiedliche Wohnformen, häufig als Nachverdichtungen auf kleinster Fläche im innerstädtischen Kontext. Dazu gehören auch Beispiele mit sozialem Hintergrund wie ein Haus für Menschen mit Behinderung oder ein sicherer Übernachtungsschutz für wohnungslose Menschen. Hoch ist auch der Anteil von Projekten, die Sanierungen, Adaptionen und/oder ein Weiterbauen des Bestands sind. Kultureinrichtungen zählen dazu, aber auch die Wiederbelebung historischer Dorfmitten, der Umbau eines Garagenhofs zu Werkstätten und Wohnateliers oder die Rettung einer spektakulären Dachschalenkonstruktion der DDR-Moderne.
Die Jury hat fünf der Bauten zu Finalisten für den DAM Preis 2026 nominiert, auf einer Juryfahrt begutachtet und schließlich das Gewinnerprojekt benannt. Das mit dem DAM Preis 2026 ausgezeichnete Bauwerk wird bei der Preisverleihung am 30. Januar 2026 bekanntgegeben.
Kirchen und Kaufhäuser, beide geben mit markanter Architektur in bester Lage ein Glücksversprechen, das sie kaum noch einzulösen vermögen. Um diesen öffentlichen Orten wieder Strahlkraft zu verleihen, entwickelten vier Stipendiat:innen in drei Monaten neue Ideen: Die Künstlerin Karla Zipfel inszeniert in der Videoskulptur “TikTok Aesthetics” Kommerz- und Sakralbauten wie populären Nostalgie-Content. Mit dem Projekt “Dächer gleicher Ordnung” porträtiert der Fotograf Louis Volkmann zwei ostmoderne Andachtsräume und eine Kaufhalle, die ein HP-Schalendach teilen. Nicht zuletzt verhandeln die Modellaufbauten “+” der Architekten Marius Busch und Maximilian Hartinger verschiedene Konzepte, wie neue Energien verlassene Orte wiederbeleben können. Die Ausstellung “Gebrochene Verheißung”, die vom 29. März bis zum 12. Mai 2026 im ehemaligen Kaufhaus Zeeck in Dessau zu sehen ist, wird gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und kuratiert von Prof. Dr. Karin Berkemann, Hochschule Anhalt.
Text: Hochschule Anhalt
Eröffnung, 12 Uhr
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Ausstellung
Ort: 2.OG zweiten Obergeschoss des ehemaligen Kaufhauses Zeeck, Kavalierstraße 72, 06844 Dessau
Die Ausstellung The Prize Bag: Double Lives of Architecture wurde im Rahmen des Architekturpreises des Landes Steiermark 2025 entwickelt. Die von Sevince Bayrak und Oral Göktaş vom Istanbuler Architekturbüro SO? architecture and ideas kuratierte Ausstellung und die begleitende Publikation vermitteln ein Verständnis von Architekturpreisen, das sie weniger als endgültige Bewertungen, sondern als Instrumente zur Auseinandersetzung mit Baukultur begreift. Über die Einreichungen zum Preis hinausgehend, wirft die Ausstellung die Frage auf, was sich hinter den makellosen Bildern von Gebäuden verbirgt, in die sich fortlaufend Lebensgeschichten einschreiben. Was geschieht zwischen Entwurf und Fertigstellung, zwischen Zeichnung und alltäglicher Nutzung? Was bleibt unsichtbar und ist doch entscheidend für die gelebte Realität?
Anknüpfend an den zuvor von den Architekt:innen entwickelten kuratorischen Ansatz der Carrier Bag Theory of Architecture, werden Gebäude als Behältnisse von Geschichten über Zusammenarbeit, Unvorhersehbarkeit und Transformation verstanden. Auf der Grundlage von Besuchen der 14 nominierten Projekte in der Steiermark, vertiefenden Gesprächen mit der internationalen Architekturtheoretikerin Hilde Heynen und umfangreichen Materialien, die von den nominierten Architekturbüros zur Verfügung gestellt wurden, deckt Double Lives of Architecture die chaotischen, unvorhersehbaren und zutiefst menschlichen Prozesse hinter der gebauten Form auf. Durch die Zusammenführung von Fotografien, Zeichnungen, Collagen, Bauunterlagen, Notizen und Krisenmomenten geht die Ausstellung dem „Doppelleben“ der Architektur nach: der Spannung zwischen Bild und Nutzung, zwischen idealisierten Narrativen und den tatsächlichen Gegebenheiten beim Bau sowie der fortwährenden Anpassung im Laufe der Zeit. The Prize Bag inszeniert Architektur nicht als vollendetes Werk, sondern hält den Diskurs offen – und lädt die Besucher:innen ein, näher hinzusehen und die Vielschichtigkeit von Architektur zu entdecken.
Glitzer funkelt und flirrt, fasziniert und empört. Glitzer ist omnipräsent und auf Bühnen ebenso zu finden wie auf Protestplakaten und in Kinderzimmern. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Glitzer als Symbol für Zugehörigkeit, Empowerment und Selbstbestimmung. Auch beleuchtet die Schau die Verwendung von Glitzer in kollektiven und politischen Bewegungen wie als Alltagsgegenstand.
Rund 40 internationale Positionen aus Kunst und Gestaltung widmen sich Glitzer als Ausdruck der Freude an gesellschaftlicher Vielfalt und kollektiver Ausgelassenheit, als Mittel des Protests, der Performance und Popkultur, als Symbol der Sichtbarmachung marginalisierter Gruppen und des Widerstands gegen Körpernormen.
In den Jahren um 1900 vermittelten die Zeichnungen aus dem Atelier Otto Wagners (1841–1918) das Bild einer von der Geschichte emanzipierten und dem „modernen Leben“ verpflichteten Zukunftsarchitektur. Nicht mehr die Stile der Vergangenheit, sondern Konstruktionen, Materialien und Bedürfnisse der Gegenwart sollten die Formensprache bestimmen. Die kompositorisch raffinierten und technisch aufwendigen Blätter waren ein wirkungsvolles Medium für Wagners bahnbrechende künstlerische Absichten und zählen heute zu den Meisterwerken der Architekturzeichnung.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Wien Museum, das den Großteil von Otto Wagners Nachlass verwahrt. Es ist das erste Mal, dass das Werk dieses Pioniers der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts in Berlin gezeigt wird, und die erste Ausstellung zum Thema in Deutschland seit mehr als 60 Jahren. Berlin spielte in Wagners Schaffen eine wichtige Rolle: Während seines Studiums an der Bauakademie lernte er das Werk Karl Friedrich Schinkels kennen, dessen Sammlung architektonischer Entwürfe später zum Vorbild für seine eigene Werkpublikation wurde. Zudem nahm Wagner mit eindrucksvollen Projekten an den Wettbewerben für den Berliner Dom und das Reichstagsgebäude teil.
Die Ausstellung ist in sechs Kapitel gegliedert, die den wichtigsten Themen in Wagners Werk gewidmet sind, und präsentiert einige der bedeutendsten Zeichnungen des Architekten. Der Bogen spannt sich vom kaum bekannten historistischen Frühwerk über spektakuläre Projekte aus dem Kontext der Wiener Secession bis zu den radikalen, vom traditionellen Ornament freien Bauten der Spätzeit, die Wagners zentrale Stellung in der Geschichte der modernen Architektur begründeten.
Text: Tchoban Foundation – Museum für Architekturzeichnung
Eröffnung, 19 Uhr
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Austellung
Tchoban Foundation - Museum für Architekturzeichnung
Reisen bildet, schafft Erlebnisse und bereitet Freude. Aber welche Auswirkungen haben unsere Urlaubswünsche auf die gebaute Umwelt, das soziale Gefüge und den Klimawandel? Tourismus hat Wertschöpfung, Wohlstand und Weltoffenheit in die entlegensten Gegenden gebracht und so Abwanderung verhindert. Demgegenüber stehen negative Effekte wie Menschenmassen, unangemessene Umwelteingriffe und steigende Bodenpreise. Touristische Hotspots leiden unter dem Ansturm der Besuchenden, während andere Orte leerfallen. Können wir einen Tourismus planen, der nicht zerstört, wovon er lebt?
Dieser Grundfrage widmet sich die dreiteilige Gesprächsreihe des Forums Baukultur im Haus der Architektur, begleitet durch eine Ausstellung des Architekturzentrums Wien, ergänzt um Werke der Künstlergruppe Pegasus-Product aus der Reihe „Weltkulturensohn“.
Grußwort: Lydia Haack (Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer)
Gäste: Katharina Ritter (AZ Wien), Robert Schäfer (Universität Basel), Gernot Seeliger (Pegasus-Product)
Die ARCHITEKTURTAGE, Österreichs größte Publikumsveranstaltung für Baukultur und Ingenieurtechnik, starten 2026 in die 13. Runde.
Von 28. - 30. Mai 2026 laden die zehn Architekturhäuser wieder alle Interessierten ein, die Vielfalt des baukulturellen Gestaltens in allen Bundesländern zu entdecken. Bei der kommenden Ausgabe holen die ARCHITEKTURTAGE mit dem Thema Was uns verbindet Infrastrukturen des Alltags vielfältige Infrastrukturbauten und -anlagen von Vorarlberg bis ins Burgenland vor den Vorhang und laden alle Altersgruppen ein, im Rahmen spannender Vermittlungsformate in deren Geschichte, Gegenwart und Zukunft einzutauchen. Die ARCHITEKTURTAGE öffnen Türen, führen zu speziellen Orten und bieten seltene Einblicke.
Thema der 13. Ausgabe der ARCHITEKTURTAGE sind die vielen sichtbaren und unsichtbaren Infrastrukturbauten, und -anlagen in Österreich. Wo finden wir gute, aber auch schlechte Beispiele für Infrastrukturentwicklungen? Welche Infrastrukturen brauchen wir dringend in den kommenden Jahrzehnten? Brücken, Kraftwerke, Abwassersysteme, Strom- und Wasserversorgung, Bahnhöfe, Logistikzentren oder viele weitere Infrastrukturen sorgen nicht nur für einen möglichst reibungslosen Ablauf im Alltag, sondern beeinflussen auch maßgeblich die Form und Gestalt städtischer und landschaftlicher Räume. Die ARCHITEKTURTAGE präsentieren Best-Practice-Beispiele ebenso wie kontroverse Projekte und machen deutlich, wie dringlich das Thema ist: rund 70 % der Anlagen, die wir 2050 benötigen, existieren heute noch nicht. Das detaillierte Programm des Festivals ist ab Ende Februar abrufbar.
Das 21. Hugo-Häring-Preisverfahren startet: Der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA Baden-Württemberg lobt die Hugo-Häring-Auszeichnung 2026 aus – die erste Stufe des renommierten Landespreises für vorbildliche Bauwerke in Baden-Württemberg.
Seit 1969 würdigt der BDA mit dem Hugo-Häring-Preis Bauherrinnen und Bauherren sowie Architektinnen und Architekten für ihr gemeinsames Werk. Der Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Baukultur im Land. Im Mittelpunkt stehen Bauwerke, die in besonderer Weise Verantwortung für die gebaute Umwelt übernehmen und einen qualitätvollen Beitrag zur Entwicklung des Bauens leisten.
Das Verfahren ist zweistufig angelegt: 2026 werden die Hugo-Häring-Auszeichnungen in den BDA-Kreisgruppen vergeben. Die ausgezeichneten Arbeiten nehmen 2027 am Auswahlverfahren zum Hugo-Häring-Landespreis teil. Die Landespreise werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung verliehen und nehmen am BDA-Architekturpreis Nike teil.
Teilnahmeberechtigt sind Architektinnen und Architekten sowie Bauherrinnen und Bauherren. Eingereicht werden können Gebäude, Gebäudegruppen, realisierte städtebauliche Anlagen, Ingenieurbauwerke in Baden-Württemberg mit Fertigstellung ab dem 01. Januar 2021. Es können mehrere Projekte eingereicht werden. Die Einreichung erfolgt ausschließlich über das Online-Portal unter www.hugo-häring-preis.de. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2026.
Sport und Bewegung sind wichtige Elemente für ein aktives Miteinander und das Zusammenleben der Stadtgesellschaft. Dieser Trend wird seit einigen Jahren überall in den Städten sichtbar: Öffentliche Grün- und Freiflächen werden zu temporären oder auch dauerhaften Orten für Sport, Spiel und Bewegung. Die Ausstellung, die ihren ersten Auftritt im Frankfurter Stadtraum hatte, zeigt in erweiterter Form zwölf Projekte aus Europa, die sportliche Aktivität und Bewegung auf innovative Weise in den Stadtraum integrieren – vom urbanen Fußballfeld in bester Citylage über sportlich vielfältig programmierte Flussuferparks bis hin zu Schulhöfen, die sich mit ihren Spielund Sportangeboten dem umliegenden Quartier gegenüber öffnen. Das Spektrum der in den letzten 15 Jahren realisierten Projekte reicht dabei von ambitionierten Neugestaltungen über Umnutzungen und Umprogrammierungen bis hin zu minimalen gestalterischen Eingriffen in den vorhandenen Bestand.
Besucher:innen der Ausstellung entdecken diese dabei selbst als Spielfeld von Sport und Fitness: Ein Mattenbereich, verschiedene Calisthenics-Sportgeräte, eine Cross-Cricket-Station und eine Kegelbahn stehen allen zum gemeinsamen Workout zur Verfügung. Außerdem bringen Workshops und Sportveranstaltungen, die in Kooperation mit dem Sportkreis Frankfurt organisiert werden, das DAM regelmäßig in Aktion – mach mit und sei dabei!
In Kooperation mit dem Sportkreis Frankfurt wird es Workshops und Sportveranstaltungen geben.
Zurück zum Beton: Ina Webers Trümmerbahnen-Minigolf
Ausstellung in Dortmund
Minigolfen im Museum? Minigolfen im Museum! Die „Trümmerbahnen“ der Künstlerin Ina Weber laden ab April zum Minigolf spielen im Museum Ostwall ein. Die zwölf Betonbahnen sind mit Hindernissen aus erfundenen Bauten versehen, die insbesondere im Ruhrgebiet vertraut vorkommen. Ihre Architektur erinnert an die Nachkriegsbauten, die als Zeichen des Aufbruchs galten. So kommen die Bahnen auch zu ihrem Namen: Trümmerbahnen waren Züge, die den Schutt des Zweiten Weltkriegs aus deutschen Städten entsorgten, um Platz für neue Gebäude zu schaffen. Bevorzugtes Material für die Neubauten war Beton. Beim Spielen oder beim Schlendern durch die Ausstellung lässt sich somit auch darüber nachdenken, wie stark sich unsere Städte damals verändert haben.
Ina Weber wird speziell für diese Präsentation eine neue Bahn entwickeln, die vom Gesundheitshaus Dortmund – einem bekannten Bauwerk der Nachkriegsmoderne – inspiriert ist. Zusätzlich baut sie einen Kiosk, an dem ihr euch Schläger und Bälle zum Spielen leihen könnt. Und „gemischte Tüten“ gibt’s zum kreativen Zusammenstellen!
Der Ausstellungstitel ist übrigens von einem Song geborgt, bei dem die Band S.Y.P.H. die Schönheit ihrer Beton-Stadt besingt. Vielleicht entdeckt ihr bei der Erkundung der Trümmerbahnen auch eure Liebe zum Beton!
Text: Dortmunder U
Eröffnung, 11.30 Uhr
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Ausstellung
Museum im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund