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22.08.2011

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Bremsklötze an der Felge

Schwimmstadion in London von Hadid fertig


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Die Spielstätten für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London nehmen Schritt für Schritt Form an. Noch sieht die Großbaustelle vor allem aus wie ein weites Ödland, aus dem ab und an Gerüste oder auch schon (halbwegs) fertige Stadien ragen (siehe BauNetz-Meldungen zum Velodrom und zum Basketballstadion), aber das soll ja auch so sein: Bis zur Eröffnung am 27. Juli wird noch viel Erde umgepflügt werden müssen, bis der Olympiapark seine endgültige Form erreicht haben wird.

Seine feierliche Eröffnung hat vor kurzem auch das Schwimmstadion von Zaha Hadid Architects erlebt. Städtebaulich sitzt der Neubau am südöstliche Ende des Olympiageländes, an den Stadtteil Stratford angrenzend und durch einen Themse-Kanal von den anderen Olympiastätten getrennt. Mehrere Brücken werden das Stadion mit dem Olympiapark auf der einen Seite und mit Stratford auf der anderen Seite verbinden. Die Fußgängerbrücke nach Stratford wird dabei einer der Haupteingänge zum Olympiapark. Der Platz vor dem Stadion, wo die Brücken zusammen kommen, wird also von sehr vielen Besuchern frequentiert werden.

Das passt ja auch: Hadids fließende Formen und das nasse Element – die paraboloid geschwungene Dachform des Schwimmstadions setzt dabei den öffentlichen Platz nach Südosten fort und dreht sich quer zu der Fußgängerbrücke. Die drei Schwimmbecken formen einen breiten Sockel unter dem Dach und der Brücke.

So schwingt das Dach locker über das Schwimm- und das Sprungbecken mit seinen flott gekrümmten Sprungtürmen hinweg. Decke, Wände und auch Fenster schwingen in den Innenräumen mit. Von außen wird dieser Schwung leider etwas unsanft gebremst von den seitlich angefügten Zuschauertribünen. Sie sind Teil einer Kompromisslösung, weil die ursprüngliche Zahl an Sitzplätzen zwischenzeitlich aus Kostengründen reduziert werden sollte (siehe BauNetz-Meldung zur Planänderung vom 20. November 2009). Jetzt wurde eine temporäre Lösung realisiert: Die Tribünen erhöhen die Zuschauerkapazität für die Dauer der Spiele auf 17.500 Plätze. Nach Olympia werden die beiden Anbauten entfernt, an ihre Stelle sollen  dann geschwungene Glasfassaden treten, die das Stadion und die Becken von außen weitgehend transparent machen.

Man könnte sich das schön dramatisch vorstellen, wenn das Entfernen der Anbauten entsprechend inszeniert würde: Ein Effekt wie bei der Formel Eins, vielleicht, wenn die Bremsklötze beim Boxenstopp von den Reifen gezogen werden und diese quietschend und qualmend Gas geben. Meistens werden allerdings nur die Eröffnungen so inszeniert – nicht der Start in die Zeit danach.


Zum Thema:

Weitere Objekte von Zaha Hadid in Baunetz Wissen: Brücken-Pavillon in Saragossa und Nordkettenbahn in Innsbruck

Zum Interview mit Zaha Hadid auf www.designlines.de


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Kommentare

17

marc | 26.08.2011 18:06 Uhr

@ geisenpeter

laola-welle im schwimmstadion! das ist gut... lol

16

Andrea Palladio | 24.08.2011 09:22 Uhr

@sledge

Vielen Dank für den Kommentar. (Ein Hoch auf die "Nähte" im Beton!)

Zaha Hadid ist hier eine durchaus ansprechende Halle gelungen, die besonders in den Betonarbeiten hohe Qualität erkennen lässt. Die skultpturale Ausformulierung der Sprungtürme besitzt einen hohen Reiz. Bemerkenswert auch die schönen Decken mit Glaseinsatz, die auf Beispiele der brutalistischen britischen Architektur verweisen (vgl. Barbican Center, Central London).

Ich bin mir nicht sicher, ob es jeden Schwung und jede Kurve unbedingt gebraucht hätte; sicher ist aber, dass hier 300 Millionen für einmal in ein ansprechendes Projekt investiert wurden. (Und sollte ein Mahnzeichen für alle Politiker sein, die glauben, man bekäme gute Architektur zum Schnäppchenpreis)…

15

rli | 23.08.2011 17:29 Uhr

Hadid London

... very great work ...

14

rückenschwimmer | 23.08.2011 09:36 Uhr

hängedach

es gibt viele beispiele von hallenbauten und auch sportstätten mit hängedachkonstruktionen. auch der V-förmige Querschnitt kommt bei vielen theaterbauten gerade aus den 60ern vor. wie man eben genau im kritisierten schnitt sieht, kann noch von der letzten reihe aus das geschehen im becken bestens verfolgt werden. insofern wird hier durchaus ein typus aufgegriffen und neu interpretiert. dies ist auch eine frage der ökonomie. was meinen sie, wie erst die kosten explodiert wären, hätte man die halle in der mitte so weit überhöht? für die proportionen der halle im "lagcy mode" wäre es ausserdem nicht gut gewesen. um während den spielen auch noch günstige plätze anbieten zu können, ist dies eine durchaus logische und legitime lösung. und wie bereits gesagt wurde, den raumeindruck stört es keineswegs, es gibt dem ganzen sogar noch einen tiefensog.

13

sledge | 23.08.2011 09:28 Uhr

leider keine qualität im kommentar

"(...) Die Nähte zwischen den Betonteilen machen jeden Formanspruch zunichte (...)"

ähm, ihrer ausdrucksweise ist zu entnehmen, dass sie keinerlei ahnung vom betonbau haben.

beton ist im übrigen das einzige material, was zu so einer formsprache wirklich passt. siehe den schrecklichen zitterfugen bei anderen hadid-projekten (oder coop oder oder).

12

lollo² | 22.08.2011 23:21 Uhr

Orientierung an der Decke (jörg)

lass uns doch auch die Bahnen krümmen und krumme Linien an die Decke malen - dann passt´s ...

11

jorg | 22.08.2011 20:49 Uhr

toll_aber rekordtauglich?

guten abend,
sehr sportlich, schnittig und eine echte zaha halle. nur wird sie auch rekordtauglich sein? lassen wir uns nächstest jahr überraschen, denn beim rückenschwimmen orientiert sich mann und frau an der decke...

10

ben | 22.08.2011 19:03 Uhr

schrecklich??

In einer Sache gebe ich "geisenpeter" recht! Die Zuschauer, die in den letzen Rängen sitzen haben nicht den besten Platz erwischt! Außerdem fände auch ich die gesamte Schwimmhalle ohne die angesetzen Tribünen besser!!
Den Begriff "schrecklich" finde ich in diesem Fall aber wirklich unpassend!
Eine ähnliche Situation gibt es zb. auch in dem Braga Stadion von Souto de Moura! Auch hier haben die Zauschauer in den obersten Rängen nicht den besten Platz , trotzdem ist es aber auch für diejengen ein tolles Erlebnis!!

9

qualität | 22.08.2011 18:45 Uhr

beton

Merkwürdig, dass niemandem auffällt, dass auch bei diesem Entwurf wieder klar wird, dass Beton und die ZH-Formen nicht zusammen gehen. Zumindest nicht in dieser Ausführung. Wenigstens die Sprungtürme könnten ja aus einem Guss sein. Die Nähte zwischen den Betonteilen machen jeden Formanspruch zunichte. Da soll man dann entweder Werkstoffgerecht planen oder Entwurfsgerecht ausführen. So ist das nur ein halbgarer Kompromiss.

8

Peter Pan | 22.08.2011 18:12 Uhr

Pro Legacy Mode für Olympic Mode

Ein schönes Projekt gebe ich absolut recht, aber auch geisenpeter hat recht, das stadionfeeling geht durch das fehlende gegenüber verloren, allerdings finde ich als ZH-fan das es wirklich ein toller entwurf ist...im Legacy Mode...diese übertriebenen Tribünen sind ja Gott sei Dank nur während den Spielen...
Doch es zuzulassen, einen durchkreierten Entwurf (u. das sind Zaha Hadid Entwürfe) so zu verbauen...ERSCHRECKEND!!!

Da teile ich niemals die Meinung, das sich da etwas fügt oder eine Form dann Sinn macht. Eine Form macht bei ZH nur Sinn, wenn sie exakt in ihrer ganzen Vollendung umgesetzt wird! Und nicht solche Keile da angebaut werden.

7

alexander | 22.08.2011 17:51 Uhr

nachtrag

...die ursprünglichen baukosten für den ersten entwurf betrugen lt. baunetz 75 mio. und jetzt sind es wohl lt. wikipedia 303 mio....und das bei einer deutlichen verkleinerung. selbst bei stararchitekten funktioniert gute architektur -ohne prothesen- wohl auch nur wenn die kosten stimmen!

6

alexander | 22.08.2011 17:37 Uhr

form vs. function

keine frage: tolle details, guter raumeindruck...wenn da nicht die gelben sitzreihen wären. wie soll die idee mit den angesetzten tribünen gut sein, wenn der blick von dort oben (siehe schnitt) durch das hallendach eingeschränkt wird; sicherlich, das schwimmbecken ist zu sehen, aber ist das alles?
gut, es ist zu lesen sie seien tempopär, aber ich frage mich wie die lösung mit ursprünglich noch mehr sitzplätzen ausgesehen hätte...?

5

zbig | 22.08.2011 17:26 Uhr

... ?

hadid meets calatrava?

4

geisenpeter | 22.08.2011 16:45 Uhr

schrecklich...

man betrachte besonders bild 11 und 28 (schnitt)... also ganz ehrlich: ich finde es schrecklich!!! und so werden es auch alle zuschauer finden, die auf den tribünen in den oberen hälften sitzen und nichts sehen außer einem blauen schlitz am unteren rand des bildausschnittes, den ihnen das sie zu erdrücken scheinende dach noch lässt. wer so etwas plant hat nicht verstanden, dass zu einer stimmungsvollen sportveranstalltung auch das agieren der zuschauer miteinander gehört. noch nie eine laola-welle in einem fußballstadion erlebt? hier fehlt völlig das gegenüber... beklemmungen inklusive.

3

stefan | 22.08.2011 16:19 Uhr

ganz strenge komposition

das ist nicht überraschend. die büros von zaha und foster sind nicht so weit entfernt und es gibt eine regelmäßige fluktuation an mitarbeitern zwischen beiden

2

hoetger | 22.08.2011 16:03 Uhr

überschrift

'bremsklötze an der felge' -eine technische neuereung? normalerweise sitzen die doch immer an den bremsscheiben...

1

paule | 22.08.2011 15:44 Uhr

schwimmstadion

endlich mal wieder ein schönes projekt von zh. die idee mit den angebauten tribünen ist gut. so macht die form dann auch sinn. innenräumlich finde ich den effekt mit den angesetzten tribünen übrigens überzeugend und gut.

man sieht hieran, wann die expressive formsprache von hadid + co. wirklich funktioniert - im bau von großen hallentragwerken. auf einmal macht alles sinn und fügt sich harmonisch in eine reihe von -sagen wir- saarinen, niemeyer, nervi, calatrava ein.

und überraschend, dass zaha auch eine ganz strenge komposition beherrscht, wie auf bild 15 zu sehen.

 
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