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08.06.2010

Worauf warten wir?

Hotelskulptur auf der Emscherinsel eröffnet


„Die Emscher ist die Mutter aller Köttelbecken“ – so schreibt es Wikipedia zur Erklärung des Projektes „Auf dem Weg zur Blauen Emscher“. Treffender kann die im 20. Jahrhundert begradigte und vor allem für Industrie- und andere Abwässer verwendete „Schwarze Emscher“ am Nordrand des Ruhrgebiets auch kaum beschrieben werden. Bis 2020 soll aus dem Köttelbecken durch umfangreiche Renaturierung und Säuberung also die „Blaue Emscher“ werden.

Bis dahin ist ja noch etwas Zeit, und was sollte man bis dahin besseres tun als warten. „Warten auf den Fluss“ heißt denn auch eine wunderbare Holzskulptur der niederländischen Künstler- und Architektengruppe „Observatorium Rotterdam“, die am vergangenen Wochenende im Rahmen der „Emscherkunst 2010“ an der Alleestraße in Herne feierlich eröffnet wurde. Und weil alle Projekte während der RUHR.2010 Probleme haben, angemessene Aufmerksamkeit zu bekommen, wird auch noch mitgeteilt, dass es sich bei der 100 Tage dauernden „Emscherkunst“ um das „größte Kunstprojekt der Kulturhauptstadt“ handelt. 40 Künstlergruppen haben auf der 34km langen, durch Emscher und Rhein-Herne-Kanal gebildeten Emscherinsel zwischen Bottrop und Recklinghausen über 20 Kunstinstallationen aufgebaut.

„Warten auf den Fluss“ ist eine 38 Meter lange, hölzerne Brückenskulptur, die auf einer Wiese inmitten der Industrienatur der Emscherinsel steht. Genau hier soll 2020 der neue Flußlauf der „Blauen Emscher“ verlaufen, so lange steht die Brücke erst einmal auf dem Trockenen. Der erhöhte Steg der Brücke verbindet drei überdachte Räume, die „zum Warten, Waschen, Essen, Trinken und Schlafen“ genutzt werden können – denn in diesem Kunstwerk können die Besucher übernachten. Jeweils Gruppen von zwei bis acht Personen können sich bewerben, 24 Stunden lang die Brücke bewohnen zu dürfen. „Ihr Aufenthalt und ihre Erkenntnisse werden dokumentiert und teilweise in den Pavillons präsentiert – öffentlich ist der Aufenthalt eh, denn die temporären Bewohner der temporären Brücke müssen „akzeptieren, dass sie zeitweise von Publikum beobachtet werden. Die Grenze zwischen privat und öffentlich verläuft quer durch die Skulptur oder: das Private ist Bestandteil des Öffentlichen.“

Die Künstler kommen eben aus den Niederlanden... dennoch schreiben sie auf ihrer Webseite, dass nach dem ersten Testlauf diese Grenze noch einmal genauer definiert wurde: „Dank der Erfahrungen der ersten Bewohner wissen wir nun mehr über die feine Linie zwischen Privat und Öffentlich – wir haben das Badezimmer nun visuell abgetrennt.“

Bleibt eigentlich nur die Frage, welche Musik man mitnimmt auf die einsame Insel. Wir würden Peter Fox empfehlen, denn da wird schonmal „Schwarz zu Blau“ – auch wenn er das eher nicht auf die Wandlung der Emscher, sondern auf Berlin bezogen hatte:

„Guten Morgen Berlin,
Du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau,
du kannst so schön schrecklich sein,
Deine Nächte fressen mich auf
Es wird für mich wohl das Beste sein
Ich geh nach Hause und schlaf mich aus
Und während ich durch die Straßen laufe
wird langsam Schwarz zu Blau.“


In diesem Sinne: Wir warten auf die Blaue Emscher. (fh)


Zum Thema:

www.emscherkunst.de


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