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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Wettbewerb_fuer_Kirchenumbau_in_Stuttgart_entschieden_192710.html

27.02.2008

Reversibel möbliert

Wettbewerb für Kirchenumbau in Stuttgart entschieden


Allerorten werden Kirchen entwidmet, verkauft oder gar abgerissen. Oft trifft es dabei Kirchengebäude des 20. Jahrhunderts. Allerorten? Nein. An der Heilbronner Straße in Stuttgart-Nord soll die katholische Kirche St. Georg, 1929/30 von Hugo Schlösser im Stil des Backstein-Expressionismus errichtet, durch behutsame Eingriffe auf veränderte Anforderungen hin umgebaut werden. Der dazu durchgeführte eingeladene Wettbewerb mit acht Teilnehmern wurde jetzt entschieden. Die Jury unter Vorsitz von Jörg Aldinger entschied sich für folgende Preisränge:

  • 1. Preis (8.000 Euro): Peter W. Schmidt, Freier Architekt, Pforzheim

  • 2. Preis (4.800 Euro): Peter Krebs, Freier Architekt, Karlsruhe

  • 3. Preis (3.200 Euro): Anna Blaschke, Florian Heim, Freie Architekten, Stuttgart
Aus dem Juryprotokoll zum ersten Preis: „Der Entwurf nimmt die strenge geometrische Klarheit der Anlage auf und stärkt sie. An der Westseite wird ein Platz geschaffen, der die aktuelle Zugänglichkeit neu adäquat ermöglicht, dabei nimmt er geschickt den Dialog mit der ‚offiziellen Zugangsseite‘ im Osten auf.
Das Entwurfskonzept geht vom Bestand aus: Der vorhandene Grundriss wird ‚neu möbliert‘: Der neue Eingang ist als möbelartiges Element in einer angemessenen, zurückhaltenden Architektursprache eingeschoben. Unter Beibehaltung der bestehenden Chorstufen wird der Altarbereich additiv und reversibel ins Langhaus vorgeschoben und verlängert.

Was in der architektonischen Konzeption überzeugt, muss in der architektonischen Materialisierung bemängelt werden. Die Ursprungskirche lebt von Material- und Farbkontrast. Die Stimmigkeit des innenräumlichen Materialkonzepts steht im Gegensatz zur historischen Ausstattung. Der Vorschlag der Harmonisierung durch helle Oberflächen (z.B. eingehängte Lichtdecke und gekalkte Eichenbänke) überzeugt nicht.

Der Entwurf knüpft geschickt an Hugo Schlössers konzeptionell klare und strenge Anlage und Architektur an und reagiert mit einer durchgängigen angemessenen Konzeption und Architektursprache auf die expressionistische sachliche Architektur. Dabei wird der Bestand in weiten Zügen gewahrt und einer ökonomisch, funktionell adäquat neuen Nutzung zugeführt. Allerdings müssen einzelne Funktionszuweisungen und die Materialwahl überarbeitet werden.“


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